Am 28. November 2025 verkündete das österreichische Bundesministerium für Finanzen, dass im ersten Halbjahr 2025 durch das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) rund 50 Millionen Euro gesichert wurden. Diese beeindruckende Summe resultiert aus über 200 Fahndungs- und Prüfungsmaßnahmen, die das ABB in ganz
Am 28. November 2025 verkündete das österreichische Bundesministerium für Finanzen, dass im ersten Halbjahr 2025 durch das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) rund 50 Millionen Euro gesichert wurden. Diese beeindruckende Summe resultiert aus über 200 Fahndungs- und Prüfungsmaßnahmen, die das ABB in ganz Österreich durchführte. Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen wird durch die stetig raffinierter werdenden Betrugsmodelle unterstrichen, die das ABB mit einem neuen Betrugsbekämpfungspaket noch effektiver bekämpfen möchte. Dieses Paket soll im kommenden Jahr 2026 zusätzliche 270 Millionen Euro ins Budget bringen.
Steuerbetrug ist ein komplexes Problem, das nicht nur die Staatskassen belastet, sondern auch die Fairness im Wirtschaftssystem gefährdet. Finanzminister Markus Marterbauer betont, dass die Bekämpfung des Steuerbetrugs eine Frage der Gerechtigkeit ist. Die Arbeit des ABB schützt die redliche Wirtschaft und die ehrlichen Steuerzahler vor Betrügern. Die Expertinnen und Experten des ABB sind mit den Tricks der Steuervermeidung vertraut und haben ihr Wissen in das neue Betrugsbekämpfungspaket einfließen lassen.
Ein zentraler Begriff in diesem Kontext ist der Steuerbetrug. Darunter versteht man die illegale Umgehung von Steuerzahlungen durch falsche Angaben oder Verschleierung von Einnahmen. Dies kann durch nicht deklarierte Einnahmen, falsche Ausgabenabrechnungen oder komplexe Scheinfirmenkonstruktionen geschehen. Eine Hausdurchsuchung ist eine von einer Behörde angeordnete Durchsuchung von Räumlichkeiten, um Beweise für kriminelle Aktivitäten zu sichern.
Ein weiteres wichtiges Element ist die internationale Kooperation. Diese bezieht sich auf die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern, um grenzüberschreitende Betrugsfälle aufzudecken und zu verfolgen. Die zunehmende Globalisierung erfordert ein besseres Zusammenspiel der Behörden über nationale Grenzen hinweg, um Betrüger effektiv zu bekämpfen.
Die Bekämpfung von Steuerbetrug hat in Österreich eine lange Geschichte. Bereits in den 1980er Jahren wurden erste gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen, um Steuerhinterziehung zu bekämpfen. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Fokus zunehmend auf internationale Zusammenarbeit und den Einsatz moderner Technologien verlagert. Die Gründung des Amtes für Betrugsbekämpfung im Jahr 2010 markierte einen wichtigen Schritt in der Professionalisierung und Intensivierung der Maßnahmen gegen Steuerbetrug.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich ähnliche Herausforderungen im Bereich der Steuerhinterziehung hat. In Deutschland wurden 2024 etwa 1,5 Milliarden Euro durch Steuerbetrug verloren, während die Schweiz durch ihre strengen Bankgeheimnisgesetze lange als Paradies für Steuerhinterzieher galt. Beide Länder haben jedoch in den letzten Jahren ihre Maßnahmen verschärft und kooperieren verstärkt auf internationaler Ebene, ähnlich wie Österreich.
Die Bekämpfung von Steuerbetrug hat direkte Auswirkungen auf die österreichischen Bürger. Zum einen führt sie zu einer gerechteren Verteilung der Steuerlast, da ehrliche Steuerzahler nicht für die Verluste durch Betrug aufkommen müssen. Zum anderen stärkt sie das Vertrauen in den Staat und seine Institutionen. Ein Beispiel hierfür ist die Aufdeckung eines systematischen Lohn- und Steuerbetrugs in der Personalbereitstellung, bei dem Beschäftigte durch falsche Nettolohnvereinbarungen benachteiligt wurden. Durch die Arbeit des ABB konnten solche Praktiken aufgedeckt und gestoppt werden, was den betroffenen Arbeitnehmern zugutekommt.
Laut dem Bericht des ABB wurden im ersten Halbjahr 2025 über 200 Fahndungs- und Prüfungsmaßnahmen durchgeführt, die zu Mehreinnahmen von 50 Millionen Euro führten. Diese Maßnahmen umfassen Hausdurchsuchungen und fast 20.000 weitere Kontrollen. Besonders hervorzuheben ist der Fall eines Personalbereitstellungsunternehmens, bei dem ein Steuerschaden von rund 2,2 Millionen Euro aufgedeckt wurde.
Die Zukunft der Betrugsbekämpfung in Österreich sieht vielversprechend aus. Mit dem neuen Betrugsbekämpfungspaket plant die Regierung, die Maßnahmen weiter zu intensivieren. Ziel ist es, im Jahr 2026 zusätzliche 270 Millionen Euro ins Budget zu bringen. Diese Maßnahmen umfassen eine verstärkte internationale Kooperation, den Einsatz moderner Technologien und eine bessere Vernetzung der Behörden. Experten sind optimistisch, dass diese Schritte zu einer signifikanten Reduzierung von Steuerbetrug führen werden.
Die Bekämpfung von Steuerbetrug ist ein entscheidender Faktor für die finanzielle Stabilität und Gerechtigkeit in Österreich. Die Erfolge des Amtes für Betrugsbekämpfung im ersten Halbjahr 2025 zeigen, dass gezielte Maßnahmen erhebliche Mehreinnahmen für den Staat generieren können. Die geplanten Erweiterungen und Intensivierungen der Maßnahmen versprechen eine noch effektivere Bekämpfung in der Zukunft. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die österreichische Wirtschaft und die Fairness im Steuersystem auswirken werden.