Am 27. November 2025 findet in Eltendorf, Burgenland, eine spannende Diskussionsrunde statt, die sich mit einem Thema befasst, das die Gemüter erhitzt: der Umgang mit dem Biber. Der ORF Burgenland lädt im Rahmen der Reihe „Ein Ort am Wort“ zu einer Veranstaltung ein, die sowohl vor Ort als auch onli
Am 27. November 2025 findet in Eltendorf, Burgenland, eine spannende Diskussionsrunde statt, die sich mit einem Thema befasst, das die Gemüter erhitzt: der Umgang mit dem Biber. Der ORF Burgenland lädt im Rahmen der Reihe „Ein Ort am Wort“ zu einer Veranstaltung ein, die sowohl vor Ort als auch online verfolgt werden kann. Die Diskussion ist Teil einer Serie, die aktuelle Themen auf Gemeindeebene beleuchtet und den Menschen eine Plattform bietet, um ihre Meinungen und Erfahrungen auszutauschen. Der Biber, einst fast ausgerottet, hat sich in den letzten Jahren stark vermehrt und sorgt nun für Diskussionen über seinen Platz in der modernen Kulturlandschaft.
Der Biber ist ein faszinierendes Tier. Als Ökosystem-Ingenieur gestaltet er seine Umgebung, indem er Bäume fällt und Dämme baut. Diese Aktivitäten können jedoch zu Überschwemmungen führen, die landwirtschaftliche Flächen und Infrastrukturen bedrohen. Während einige den Biber als wichtigen Verbündeten im Klimaschutz sehen, da seine Dämme die Wasserspeicherung und -reinigung fördern, betrachten andere ihn als Schädling. Besonders betroffen ist die Gemeinde Eltendorf, wo der Biber jährlich Schäden in Höhe von bis zu 15.000 Euro verursacht.
Der Biber war einst in weiten Teilen Europas heimisch, wurde jedoch im 19. Jahrhundert fast vollständig ausgerottet. In den letzten Jahrzehnten gab es erfolgreiche Wiederansiedlungsprojekte, die zur Rückkehr des Bibers in viele Regionen geführt haben. In Österreich, und besonders im Burgenland, hat sich die Biberpopulation in den letzten Jahren stark erhöht. Dies führt zu Konflikten, da die Tiere häufig Schäden anrichten, die teuer zu beheben sind.
In einigen Bundesländern Österreichs sind bereits Maßnahmen ergriffen worden, um die Population zu kontrollieren. So sind in bestimmten Gebieten regulierte Abschüsse erlaubt, um die Schäden zu minimieren. Im Burgenland wird nun diskutiert, ob ähnliche Regelungen eingeführt werden sollten. Dies ist besonders relevant, da die Region durch ihre Flüsse und Bäche ein idealer Lebensraum für Biber bietet.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass auch in Deutschland und der Schweiz ähnliche Diskussionen geführt werden. In Bayern beispielsweise sind Biber in bestimmten Gebieten zur Jagd freigegeben, um die Schäden an landwirtschaftlichen Flächen zu begrenzen. In der Schweiz wird der Biber ebenfalls als wichtiger Bestandteil der Biodiversität angesehen, jedoch gibt es auch dort Regelungen zur Bestandskontrolle. Diese internationalen Beispiele könnten als Vorbild für das Burgenland dienen, um einen ausgewogenen Umgang mit dem Biber zu finden.
Die Anwesenheit von Bibern hat direkte Auswirkungen auf die Menschen in der Region. Landwirte klagen über Ernteausfälle, da Felder überschwemmt werden. Auch die Infrastruktur ist betroffen, da Dämme und Straßen unterspült werden können. Bürgermeister Christian Schaberl aus Eltendorf berichtet von hohen Kosten, die durch die Schäden im öffentlichen Raum entstehen. Diese Kosten werden letztendlich auf die Bürger umgelegt, was zu Unmut führt.
Ein besonders kritisches Beispiel ist die Gefährdung des Hochwasserschutzes in Jennersdorf. Dort haben Biberbauten die Stabilität von Schutzdämmen beeinträchtigt, was zu einer Umsiedlung der Tiere führte. Diese Maßnahme, die in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden getroffen wurde, könnte auch für andere Gemeinden eine Lösung darstellen.
Die Biberpopulation in Österreich wird auf mehrere tausend Tiere geschätzt, mit einer signifikanten Konzentration im Osten des Landes. Laut einer Studie des Naturschutzbundes Österreich hat sich die Population in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Diese Zunahme führt zu einem erhöhten Konfliktpotenzial, da die Tiere in besiedelte Gebiete vordringen.
Ein Bericht des Umweltbundesamtes zeigt, dass die wirtschaftlichen Schäden durch Biber in Österreich jährlich mehrere Millionen Euro betragen. Diese Schäden umfassen sowohl direkte Kosten für die Reparatur von Infrastrukturen als auch indirekte Kosten durch Ernteausfälle und Überschwemmungen.
Die Zukunft des Bibers im Burgenland und in ganz Österreich hängt von einem ausgewogenen Management ab. Experten schlagen vor, dass ein integrativer Ansatz notwendig ist, der sowohl den Schutz der Tiere als auch die Interessen der Menschen berücksichtigt. Dies könnte durch die Einführung von Managementplänen erreicht werden, die auf wissenschaftlichen Daten basieren und flexible Lösungen für unterschiedliche Regionen bieten.
Langfristig könnte auch die Bildung der Bevölkerung über die Rolle des Bibers im Ökosystem helfen, die Akzeptanz zu erhöhen. Bildungsprogramme und Informationskampagnen könnten das Verständnis für die positiven Effekte der Biberaktivitäten fördern und gleichzeitig auf die Notwendigkeit von Kontrollmaßnahmen hinweisen.
Die Diskussion um den Biber im Burgenland ist ein Beispiel für die Herausforderungen, die der Schutz von Arten in einer dicht besiedelten Welt mit sich bringt. Die Veranstaltung „Ein Ort am Wort“ bietet eine Plattform, um diese Themen offen zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Es bleibt abzuwarten, welche Entscheidungen getroffen werden und wie sie die Zukunft des Bibers in der Region beeinflussen werden.
Interessierte Bürger sind eingeladen, sich am 27. November 2025 in Eltendorf zu beteiligen oder die Diskussion online zu verfolgen. Weitere Informationen finden Sie auf der ORF-Website.