Die jüngsten Ereignisse in Berlin haben die Fragilität unserer modernen Infrastruktur dramatisch verdeutlicht. Ein großflächiger Stromausfall, ausgelöst durch einen Anschlag, hat gezeigt, wie schnell das alltägliche Leben aus den Fugen geraten kann. Doch nicht nur in Deutschland, auch in Österreich
Die jüngsten Ereignisse in Berlin haben die Fragilität unserer modernen Infrastruktur dramatisch verdeutlicht. Ein großflächiger Stromausfall, ausgelöst durch einen Anschlag, hat gezeigt, wie schnell das alltägliche Leben aus den Fugen geraten kann. Doch nicht nur in Deutschland, auch in Österreich ist man sich der Risiken bewusst. Am 17. Januar 2026 informierten LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und die Landesfeuerwehrführung in St. Pölten über die umfassenden Maßnahmen zur Blackout-Vorsorge in Niederösterreich.
In Niederösterreich wurde in den letzten Jahren gezielt vorgesorgt, um den Herausforderungen eines möglichen Blackouts gewachsen zu sein. Die Stromversorgung ist in Österreich anders strukturiert als in anderen Ländern. Stephan Pernkopf betonte die Vorteile der besseren Redundanzen und der geringeren Anzahl an Starkstrom-Verkabelungen. Dennoch bleibt die Gefahr eines Ausfalls bestehen, weshalb eine stabile und krisensichere Kommunikation essenziell ist. Redundante Systeme wurden aufgebaut, um im Ernstfall die Informationsweitergabe sicherzustellen.
Ein zentraler Aspekt der Vorsorge ist die technische Ausstattung. Derzeit werden 120 Notstromaggregate angeschafft, um den Digitalfunk blackoutsicher zu machen. Ein eigener Richtfunk entlang der Strecke Wien – Tulln – St. Pölten wird fertiggestellt, um die Kommunikation auch bei Ausfällen aufrechtzuerhalten. Zudem wird das Pagernetz für die Alarmierung verbessert, mit 150 Sendern, die noch im ersten Halbjahr 2026 in Betrieb genommen werden.
Die Genehmigungspflicht für private Notstromaggregate wurde abgeschafft, um Betrieben und Haushalten eine unkomplizierte Vorsorge zu ermöglichen.
Ein weiterer wesentlicher Baustein sind die Katastrophenschutzpläne in den Gemeinden. Diese Pläne regeln, wie bei außergewöhnlichen Ereignissen vorzugehen ist. Sie umfassen Gefahrenanalysen, Zuständigkeiten und Einsatzleitungen bis hin zur Sicherstellung von Trinkwasser und medizinischer Betreuung. Alle 573 Gemeinden in Niederösterreich verfügen über solche Pläne, und 300 davon haben sich speziell auf Blackout-Szenarien vorbereitet.
Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner betonte die Bedeutung der Eigenvorsorge: „Gut vorbereitete Haushalte entlasten Einsatzkräfte und Gemeinden.“ Die Bevölkerung wird ermutigt, selbst Vorsorge zu treffen, um die Einsatzkräfte zu entlasten und die Gemeinschaft zu stärken.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich spezifische Maßnahmen ergriffen, um die Energieversorgung sicherzustellen. Während Deutschland durch seine zentrale Lage in Europa oft stärker von internationalen Stromflüssen abhängig ist, hat Österreich durch seine geografische Lage und die dezentrale Energiepolitik Vorteile. In der Schweiz sind ähnliche Vorsorgemaßnahmen wie in Österreich zu beobachten, insbesondere in den bergigen Regionen, wo die Infrastruktur oft schwer zugänglich ist.
Die Blackout-Vorsorge in Niederösterreich ist ein fortlaufender Prozess. Die Herausforderungen der Zukunft liegen in der ständigen Anpassung und Verbesserung der bestehenden Systeme. Mit der fortschreitenden Digitalisierung und der Abhängigkeit von elektronischen Systemen wird die Bedeutung einer stabilen Energieversorgung weiter zunehmen. Es ist zu erwarten, dass in den kommenden Jahren weitere Investitionen in die Infrastruktur und die technische Ausstattung erfolgen werden.
Abschließend bleibt zu sagen, dass die Blackout-Vorsorge in Niederösterreich ein Beispiel für proaktive Krisenvorsorge ist. Die Bevölkerung ist aufgerufen, sich aktiv an der Vorsorge zu beteiligen und die bereitgestellten Informationen zu nutzen, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.
Für weiterführende Informationen und Hilfestellungen steht das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung zur Verfügung. Sie können sich jederzeit an die zuständigen Stellen wenden, um Unterstützung und Informationen zu erhalten.