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BMW Group Österreich knackt 9,67 Mrd. Euro Umsatzrekord trotz schwierigem Marktumfeld

5. März 2026 um 23:47
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Die österreichische Automobilbranche kann sich über einen bemerkenswerten Erfolg freuen: Die BMW Group in Österreich hat im Jahr 2025 einen neuen Umsatzrekord von 9,67 Milliarden Euro erzielt – ein

Die österreichische Automobilbranche kann sich über einen bemerkenswerten Erfolg freuen: Die BMW Group in Österreich hat im Jahr 2025 einen neuen Umsatzrekord von 9,67 Milliarden Euro erzielt – ein Wachstum von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Erfolg kommt zu einem Zeitpunkt, da die gesamte Automobilindustrie mit erheblichen Herausforderungen kämpft, von Lieferkettenproblemen bis hin zum komplexen Übergang zur Elektromobilität. Mit 21.072 Neuzulassungen behauptet sich BMW weiterhin als führender Premiumanbieter in Österreich und unterstreicht dabei seine Position als stärkste Elektroauto-Marke des Landes.

Steyr als Motor des österreichischen BMW-Erfolgs

Das Herzstück des BMW-Erfolgs in Österreich liegt in Oberösterreich: Die BMW Motoren GmbH in Steyr konnte ihre Produktion um zwei Prozent auf über 1,2 Millionen Motoren steigern. Diese Zahlen verdeutlichen die immense wirtschaftliche Bedeutung des Standorts nicht nur für das Bundesland Oberösterreich, sondern für ganz Österreich. Steyr hat sich in den vergangenen Jahren zu einem unverzichtbaren Baustein im globalen BMW-Produktionsnetzwerk entwickelt.

Die Produktionskapazität von über 1,2 Millionen Motoren pro Jahr macht das Werk Steyr zu einem der wichtigsten Motorenproduktionsstandorte der BMW Group weltweit. Diese Motoren finden ihren Weg in BMW-Fahrzeuge auf der ganzen Welt – von München bis Shanghai, von den USA bis nach Südafrika. Die Komplexität moderner Automobilproduktion erfordert dabei höchste Präzision: Jeder Motor durchläuft hunderte von Qualitätskontrollprozessen, bevor er das Werk verlässt.

Elektromobilität als Wachstumstreiber

Besonders bemerkenswert ist BMWs Fokus auf die Elektromobilität. Die Marke BMW ist bereits heute die stärkste Elektroauto-Marke Österreichs – eine Position, die das Unternehmen durch massive Investitionen in die E-Motorenproduktion weiter ausbauen will. Der Begriff „E-Motorenproduktion" bezeichnet dabei die Herstellung von Elektromotoren für batteriebetriebene Fahrzeuge, die sich grundlegend von herkömmlichen Verbrennungsmotoren unterscheiden. Während ein Verbrennungsmotor aus hunderten beweglichen Teilen besteht und Kraftstoff in mechanische Energie umwandelt, arbeitet ein Elektromotor mit elektromagnetischen Feldern und hat deutlich weniger Verschleißteile.

Die verstärkte Nachfrage nach dem BMW iX3, einem vollelektrischen Sport Activity Vehicle, und die geplanten neuen Modelle der „Neuen Klasse" – darunter der kommende BMW i3 – treiben diese Entwicklung voran. Die „Neue Klasse" ist BMWs Bezeichnung für eine kommende Generation von Elektrofahrzeugen, die ab 2025 auf einer völlig neuen, ausschließlich für Elektroantriebe konzipierten Plattform basieren werden.

Rekordinvestitionen von über 450 Millionen Euro

Die BMW Group hat 2025 über 450 Millionen Euro in Österreich investiert, wobei ein wesentlicher Teil dieser Summe in den Ausbau der E-Motorenproduktion in Steyr geflossen ist. Diese Investitionssumme entspricht etwa dem Jahresbudget einer mittelgroßen österreichischen Stadt und verdeutlicht das Vertrauen des deutschen Automobilkonzerns in den Standort Österreich.

Um diese Dimension zu verdeutlichen: 450 Millionen Euro entsprechen dem Bau von etwa 15 Kilometern Autobahn oder der Errichtung von rund 1.500 Wohnungen. Diese Mittel fließen jedoch in hochmoderne Produktionsanlagen, Forschung und Entwicklung sowie die Qualifizierung der Mitarbeiter. Solche Investitionen haben einen enormen Multiplikatoreffekt: Jeder direkt investierte Euro generiert typischerweise zusätzliche 2-3 Euro an indirekter Wirtschaftsleistung durch Zulieferer, Dienstleister und Konsumausgaben der Beschäftigten.

Vergleich mit anderen Automobilstandorten

Im Vergleich zu anderen europäischen BMW-Standorten zeigt Österreich eine beeindruckende Performance. Während das BMW-Werk in München hauptsächlich Fahrzeuge produziert und die Zentrale beherbergt, hat sich Steyr als Kompetenzzentrum für Motorenproduktion etabliert. In Deutschland beschäftigt BMW etwa 120.000 Mitarbeiter, in Österreich sind es 5.600 – eine verhältnismäßig hohe Produktivität pro Kopf.

Auch im Vergleich zu anderen Automobilherstellern in Österreich steht BMW gut da: Während andere internationale Konzerne ihre österreichischen Aktivitäten teilweise reduziert haben, baut BMW kontinuierlich aus. Dies zeigt sich auch im Vergleich mit der Schweiz, wo BMW zwar einen wichtigen Markt bedient, aber keine Produktionsstandorte betreibt.

Arbeitsmarkt und Ausbildung: Stabiler Arbeitgeber in unsicheren Zeiten

Mit 5.600 Beschäftigten bleibt die BMW Group ein stabiler und verlässlicher Arbeitgeber in Österreich. Diese Zahl hat besondere Bedeutung in Zeiten, in denen viele Industrieunternehmen Arbeitsplätze abbauen oder ins Ausland verlagern. Die Automobilindustrie befindet sich global im Umbruch, und viele traditionelle Arbeitsplätze in der Verbrennungsmotorenproduktion stehen zur Disposition.

Besonders beeindruckend ist das Engagement in der Nachwuchsförderung: Mehr als 550 Lehrlinge befanden sich 2025 in Ausbildung, einschließlich der Lehrlinge bei den BMW-Händlern in ganz Österreich. Eine Lehrlingsquote von fast zehn Prozent ist in der modernen Industrieproduktion außergewöhnlich hoch und zeigt BMWs langfristige Commitment zum Standort Österreich.

Die Lehrausbildung bei BMW umfasst verschiedenste Bereiche: von der klassischen Kfz-Technik über Mechatronik bis hin zu modernen IT-Berufen. Mit der zunehmenden Digitalisierung und Elektrifizierung der Automobilproduktion ändern sich auch die Anforderungen an die Fachkräfte. Moderne Automobilmechatroniker müssen nicht nur mechanische Systeme verstehen, sondern auch komplexe Elektronik, Softwarediagnose und Hochvolt-Systeme beherrschen.

Wirtschaftliche Verflechtung mit österreichischen Zulieferern

Die wirtschaftliche Bedeutung der BMW Group für Österreich zeigt sich auch in der Zusammenarbeit mit heimischen Zulieferern. Rund 1,3 Milliarden Euro flossen 2025 an über 110 österreichische Zulieferer – eine Summe, die die tiefe Verwurzelung des Unternehmens in der österreichischen Wirtschaftslandschaft unterstreicht. Diese Zahl entspricht etwa einem Prozent des österreichischen Bruttoinlandsprodukts und macht BMW zu einem der wichtigsten Industriekunden des Landes.

Die Zuliefererlandschaft reicht von Großunternehmen wie der voestalpine, die hochwertige Stähle liefert, bis hin zu mittelständischen Spezialisten für Kunststoffteile, Elektronikkomponenten oder Oberflächenbehandlung. Diese Verflechtung schafft Arbeitsplätze weit über die direkten BMW-Beschäftigten hinaus und stärkt ganze Industrieregionen, insbesondere in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark.

Elektromobilitätstrend und Marktführerschaft

BMWs Position als stärkste Elektroauto-Marke Österreichs ist bemerkenswert, da der Elektroauto-Markt in Österreich erst in den vergangenen Jahren richtig Fahrt aufgenommen hat. Der Begriff „Elektroauto" umfasst dabei verschiedene Antriebskonzepte: reine Batterieelektrofahrzeuge (BEV), Plug-in-Hybride (PHEV) und Brennstoffzellenfahrzeuge. BMW konzentriert sich dabei hauptsächlich auf die ersten beiden Kategorien.

Die österreichische Elektroauto-Landschaft hat sich dramatisch gewandelt: Während 2020 noch weniger als fünf Prozent aller Neuzulassungen elektrisch angetrieben waren, liegt dieser Anteil 2025 bereits bei über 20 Prozent. BMW profitiert dabei von seinem breiten Elektrofahrzeug-Portfolio, das vom kompakten BMW i3 bis zum luxuriösen BMW iX reicht.

Der Erfolg des BMW iX3, einem vollelektrischen SUV, zeigt, dass österreichische Konsumenten bereit sind, für Elektromobilität auch Premiumpreise zu zahlen. Der iX3 kostet in der Basisausstattung rund 70.000 Euro und konkurriert mit Fahrzeugen wie dem Audi e-tron oder dem Mercedes EQC. Diese Preisklasse war lange Zeit eine Domäne der Verbrennungsmotor-Fahrzeuge, wird aber zunehmend von Elektrofahrzeugen erobert.

Herausforderungen und Chancen der Elektromobilität

Die Transformation zur Elektromobilität bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Auf der einen Seite eröffnet sie neue Geschäftsfelder und Märkte, auf der anderen Seite erfordert sie massive Investitionen in neue Technologien und die Umschulung der Belegschaft. Die Batterietechnologie, das Herzstück jedes Elektrofahrzeugs, entwickelt sich rasant weiter. Moderne Lithium-Ionen-Batterien erreichen mittlerweile Reichweiten von über 500 Kilometern und können in weniger als 30 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen werden.

Für Österreich als Binnenland mit guter Infrastruktur ist die Elektromobilität besonders attraktiv. Die durchschnittliche Tagesstrecke österreichischer Autofahrer liegt bei unter 40 Kilometern – ein Wert, den auch die ersten Elektrofahrzeuge problemlos bewältigen konnten. Heute erreichen moderne E-Autos Reichweiten, die auch für Urlaubsreisen ausreichen.

Zukunftsperspektiven und Ausblick 2026

Für 2026 plant BMW eine weitere Steigerung der E-Motorenproduktion in Steyr. Diese Pläne basieren auf der anhaltend starken Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und der Einführung neuer Modelle der „Neuen Klasse". Der kommende BMW i3 – nicht zu verwechseln mit dem bereits eingestellten Stadtauto gleichen Namens – wird als eines der ersten Fahrzeuge auf der neuen Elektroplattform gebaut.

Die „Neue Klasse" stellt einen Paradigmenwechsel in BMWs Elektrostrategie dar. Während bisherige Elektrofahrzeuge oft auf bestehenden Verbrennungsmotor-Plattformen basierten und nachträglich elektrifiziert wurden, entsteht die Neue Klasse von Grund auf als Elektrofahrzeug. Dies ermöglicht optimierte Aerodynamik, bessere Gewichtsverteilung und effizientere Raumnutzung.

Die Produktionskapazitäten in Steyr werden entsprechend angepasst. Während traditionelle Verbrennungsmotoren aus hunderten verschiedenen Teilen bestehen, sind Elektromotoren deutlich einfacher aufgebaut, erfordern aber andere Fertigungsverfahren und Materialien. Die Wicklungen der Elektromotoren beispielsweise müssen mit höchster Präzision gefertigt werden, um optimale Effizienz zu erreichen.

Nachhaltigkeit und Umweltauswirkungen

BMW hat sich zu ehrgeizigen Nachhaltigkeitszielen verpflichtet. Bis 2030 soll die Produktion in allen BMW-Werken klimaneutral werden. Das Werk Steyr spielt dabei eine wichtige Rolle, da hier bereits heute ein erheblicher Teil des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammt. Österreichs hoher Anteil an Wasserkraft macht das Land zu einem idealen Standort für die klimaneutrale Produktion von Elektromotoren.

Die Elektromobilität ist jedoch nur so umweltfreundlich wie der verwendete Strom. In Österreich stammen bereits über 75 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen – hauptsächlich Wasserkraft, aber auch Wind und Solar. Dies macht österreichische Elektrofahrzeuge deutlich klimafreundlicher als in Ländern mit hohem Kohleanteil im Strommix.

Wirtschaftliche Bedeutung für Österreich im europäischen Kontext

Die BMW Group ist zu einem wichtigen Pfeiler der österreichischen Exportwirtschaft geworden. Die in Steyr produzierten Motoren gehen zu über 95 Prozent in den Export, was Österreich zu einem wichtigen Lieferanten für die weltweite BMW-Produktion macht. Diese internationale Verflechtung bringt Devisen ins Land und stärkt die Handelsbilanz.

Im Vergleich zu anderen EU-Ländern zeigt sich Österreichs Attraktivität als Industriestandort. Während Länder wie Italien oder Spanien in den vergangenen Jahren Automobilproduktionen verloren haben, konnte Österreich seine Position behaupten und ausbauen. Die Kombination aus hochqualifizierten Arbeitskräften, stabilen politischen Verhältnissen und der geografischen Nähe zu wichtigen Märkten macht Österreich für internationale Konzerne attraktiv.

Die Lohnkosten in Österreich liegen zwar über dem EU-Durchschnitt, werden aber durch höhere Produktivität und Qualität kompensiert. Ein österreichischer BMW-Arbeiter produziert im Durchschnitt deutlich mehr Wert pro Stunde als seine Kollegen in Niedriglohnländern – ein Faktor, der bei hochwertigen Produkten wie BMW-Motoren entscheidend ist.

Der Erfolg der BMW Group in Österreich zeigt, dass das Land auch im Zeitalter der Globalisierung seine Position als wichtiger Industriestandort behaupten kann. Mit über 9,67 Milliarden Euro Umsatz, 5.600 Arbeitsplätzen und 1,3 Milliarden Euro Zuliefervolumen ist BMW zu einem unverzichtbaren Teil der österreichischen Wirtschaft geworden. Die geplante Expansion in der Elektromobilität verspricht weitere Wachstumschancen und bestätigt Österreichs Rolle als Innovationsstandort in der Automobilindustrie. Für Verbraucher bedeutet dies eine größere Auswahl an hochwertigen Elektrofahrzeugen, für die Wirtschaft zusätzliche Impulse und Arbeitsplätze in einem zukunftsträchtigen Sektor.

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