David Schalkos Kultserie wird nach 14 Jahren fortgesetzt
Nach 14 Jahren kehrt die ORF-Erfolgsserie "Braunschlag" zurück. Das zweiteilige Special "Braunschlag 1986" läuft am 20. und 21. März 2026 auf ORF 1.
Die österreichische Fernsehlandschaft bekommt ein lang ersehntes Wiedersehen: Nach 14 Jahren kehrt die Kultserie "Braunschlag" von David Schalko auf die Bildschirme zurück. Das zweiteilige Special "Braunschlag 1986" feiert am Freitag, 20. März, und Samstag, 21. März 2026, jeweils um 20.15 Uhr seine Premiere auf ORF 1. Bereits 24 Stunden vor der TV-Ausstrahlung können die Folgen auf ORF ON gestreamt werden.
Die ursprüngliche Serie "Braunschlag" sorgte 2012 für Aufsehen und entwickelte sich schnell zu einem Publikumsliebling. Die fiktive, finanziell gebeutelte Gemeinde mit ihrer angeblichen Marienerscheinung und anderen wundersamen Ereignissen traf den Nerv der Zeit und etablierte sich als eine der erfolgreichsten österreichischen TV-Produktionen der letzten Jahre.
Jetzt, mehr als ein Jahrzehnt später, führt Regisseur und Drehbuchautor David Schalko die Zuschauer erneut in das skurrile Universum von Braunschlag - allerdings mit einem zeitlichen Sprung in die 1980er Jahre. Die zwei neuen Folgen sind jeweils in Spielfilmlänge konzipiert und versprechen eine intensive Auseinandersetzung mit Nostalgie, Vergangenheitsverklärung und der Frage, ob früher wirklich alles besser war.
Das Herzstück der Serie bleibt unverändert: Ein Großteil des ursprünglichen Ensembles kehrt für das Special zurück. Robert Palfrader schlüpft erneut in die Rolle des Bürgermeisters, während Maria Hofstätter, Nicholas Ofczarek und Nina Proll ihre charakteristischen Figuren wieder zum Leben erwecken. Auch Manuel Rubey, Sabrina Reiter, Christopher Schärf, Simon Schwarz, Raimund Wallisch, Branko Samarovski, Thomas Stipsits, Stefanie Reinsperger, Erol Nowak, Inge Maux und David Wurawa sind wieder mit von der Partie.
Als Neuzugang verstärkt Nora Waldstätten das bewährte Team. Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2025 statt - traditionsgemäß im nördlichen Waldviertel, wo bereits die erste Staffel entstanden war.
Bei Pressegesprächen im Wiener Café Rüdigerhof gewährten die Hauptakteure erste Einblicke in das neue Projekt. Nicholas Ofczarek, der die Rolle des Richard verkörpert, zeigte sich begeistert von der ungewöhnlichen Konstellation: "Richard kann weiterhin wenig und ist sich seiner selbst genug. In 14 Jahren gab es keinerlei Weiterentwicklung. Auf ihn kommen viele nahezu unlösbare Aufgaben zu, die auch nur teilweise bewältigt werden."
Besonders hob Ofczarek die "freudvolle Zusammenarbeit mit einer Gruppe österreichischer Filmschaffender" hervor, "auf die man nach 14 Jahren größtenteils wieder treffen durfte. Eine Fortsetzung nach so langer Zeit ist ungewöhnlich, aber interessant, da wir alle doch schon älter geworden sind. So auch die Charaktere."
Für Robert Palfrader bedeutete die Rückkehr nach Braunschlag mehr als nur einen beruflichen Auftrag: "Dass 'Braunschlag' in meinem Herzen einen besonderen Platz einnimmt, habe ich schon oft gesagt. Nach 14 Jahren an diesen Platz zurückzukehren, war nicht nur beruflich, auch emotional etwas ganz Besonderes."
Der Schauspieler lobte das harmonische Arbeitsklima: "Das Team, das Ensemble, der Drehort, alles hat sich vertraut und richtig angefühlt. Ein Satz, den ich von meinen Kolleginnen und Kollegen oft gehört habe, war: 'Als wäre kein Tag vergangen.'" Schalko habe es erneut geschafft, "eine wunderbare Geschichte zu erzählen, wunderbare Dialoge zu schreiben."
Nina Proll beschrieb die Arbeit an "Braunschlag 1986" als "lange gehegten Traum", der in Erfüllung gegangen sei. Das Publikum könne sich "auf eine Reise in die Vergangenheit freuen, die sowohl spannend, lustig, skurril, aber auch schmerzhaft ist", da sie der Frage nachgehe, "ob früher alles besser war und ob sich wirklich etwas verändert hat."
Für die Schauspielerin hatte das Projekt auch eine persönliche Dimension: "1986 war das Jahr, in dem ich – damals zwölf Jahre alt – vom Waldviertel nach Wien gezogen bin. So wie meine Rolle Elfi wollte ich irgendwie immer weg und gleichzeitig doch irgendwie dort bleiben."
Regisseur David Schalko nutzte das Special, um sich mit einem hochaktuellen gesellschaftlichen Phänomen auseinanderzusetzen: der Vergangenheitsverklärung. "'Braunschlag 1986' handelt von der Sehnsucht, in der guten alten Zeit zu leben, die vielleicht gar nicht so gut war, wie sie uns heute vorkommt", erklärte er.
Seine zentralen Fragen lauten: "War früher wirklich alles besser? Und wie würden wir diese Vergangenheit sehen, wenn wir sie heute nachstellen?" Das geheime Motto der Serie könnte laut Schalko lauten: "Wann wird es endlich so sein, wie es nie war?"
Der Regisseur sieht in dieser Sehnsucht eine "modernste politische Utopie": "Die Vergangenheit zu reinstallieren. Zumindest ist es eine, die nach 14 Jahren in Braunschlag Einzug hält. Die Zukunft liegt in der Vergangenheit. Zumindest 230 Minuten lang."
Maria Hofstätter, die die Rolle der Herta verkörpert, verriet interessante Details zur Entwicklung ihrer Figur: "Herta ist kaum wiederzuerkennen! Sie hat das Leben in den vergangenen 14 Jahren sehr genossen, bevor sie sich entschließt, Braunschlag einen Besuch abzustatten. Herta weiß nun, was sie glücklich macht – wenn nur Gerri nicht so stur wäre."
Die Schauspielerin hob die Qualität der Drehbücher hervor: "Wie schon in der ersten Staffel waren die Drehbücher ein Genuss zu lesen und erst recht zu spielen – anarchisch, humorvoll, jede Figur ein eigenes skurriles Universum!"
"Braunschlag 1986" ist eine Produktion von Superfilm in Koproduktion mit dem ORF. Das Projekt wurde vom Fernsehfonds Austria, FISA+ und dem Land Niederösterreich gefördert, was die Bedeutung der Serie für die österreichische Filmlandschaft unterstreicht.
Für alle, die sich auf das Special vorbereiten möchten, steht ab 12. Februar auch die erste Staffel von "Braunschlag" auf ORF ON zum Wiedersehen zur Verfügung. Nicholas Ofczarek empfahl bereits, sich "nochmals im Vorfeld die erste Staffel zu Gemüte zu führen", um die Kontinuität und Entwicklung der Charaktere besser zu verstehen.
Die Rückkehr von "Braunschlag" nach so langer Zeit ist in der österreichischen Fernsehlandschaft ein außergewöhnliches Ereignis. Selten werden erfolgreiche Serien nach mehr als einem Jahrzehnt fortgesetzt, was das Special zu einem besonderen kulturellen Ereignis macht.
Das zweiteilige Format in Spielfilmlänge ermöglicht es den Machern, die komplexen Themen rund um Nostalgie, gesellschaftliche Entwicklung und die Frage nach dem Fortschritt ausführlich zu behandeln. Die Verlegung der Handlung in die 1980er Jahre bietet dabei die Möglichkeit, sowohl zeitgenössische als auch historische Perspektiven zu vereinen.
Mit "Braunschlag 1986" beweist der ORF erneut sein Engagement für qualitativ hochwertige österreichische Produktionen. Das Special verspricht nicht nur Entertainment auf höchstem Niveau, sondern auch eine tiefgehende Reflexion über gesellschaftliche Entwicklungen und menschliche Sehnsüchte.
Die Ausstrahlung am 20. und 21. März 2026 wird zweifellos zu einem Fernsehereignis, das weit über die Grenzen Österreichs hinaus Aufmerksamkeit erregen dürfte. Für Fans der ursprünglichen Serie ist es ein lang ersehntes Wiedersehen, für Neuentdecker eine Gelegenheit, in ein einzigartiges österreichisches Fernsehuniversum einzutauchen.