Am 15. Januar 2026 veröffentlichte die Österreichische Lungenunion eine alarmierende Studie zu einer vielfach unterschätzten Atemwegserkrankung: den Bronchiektasen. Diese chronische Erkrankung, die durch dauerhafte Erweiterungen der Bronchien gekennzeichnet ist, führt zu hartnäckigem Husten, Schleim
Am 15. Januar 2026 veröffentlichte die Österreichische Lungenunion eine alarmierende Studie zu einer vielfach unterschätzten Atemwegserkrankung: den Bronchiektasen. Diese chronische Erkrankung, die durch dauerhafte Erweiterungen der Bronchien gekennzeichnet ist, führt zu hartnäckigem Husten, Schleimbildung und häufigen Lungeninfektionen. Trotz ihrer Schwere bleibt die Krankheit in Österreich oft unzureichend diagnostiziert und behandelt. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass es erhebliche Versorgungslücken gibt, die dringend angegangen werden müssen.
Bronchiektasen sind dauerhafte Aussackungen und Erweiterungen der Bronchien, die zu chronischen Entzündungen führen. Diese Entzündungen verursachen Symptome wie hartnäckigen Husten, das Abhusten von Schleim, Kurzatmigkeit und häufige Lungeninfektionen. Im Gegensatz zur akuten Bronchitis, die vorübergehend ist, verursachen Bronchiektasen dauerhafte Veränderungen in der Lunge. Diese Veränderungen führen zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und einer Verschlechterung der Lungenfunktion. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber durch geeignete Therapieansätze gut behandelbar.
Die Geschichte der Bronchiektasen reicht weit zurück. Bereits im 19. Jahrhundert wurden die ersten Fälle dokumentiert, doch erst mit den Fortschritten in der Medizintechnik, wie der Erfindung des Röntgens, konnten Ärzte die Krankheit besser verstehen und diagnostizieren. Früher wurden Bronchiektasen oft mit Tuberkulose verwechselt, da beide Erkrankungen ähnliche Symptome aufweisen. Heutzutage wird die Diagnose meist durch bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) gestellt, die detaillierte Einblicke in die Struktur der Atemwege bietet.
In Österreich ist die Diagnose und Behandlung von Bronchiektasen noch nicht so weit fortgeschritten wie in einigen Nachbarländern. In Deutschland und der Schweiz gibt es umfassendere Therapieprogramme und eine höhere Bekanntheit der Erkrankung. Diese Länder haben spezialisierte Zentren, die sich auf die Behandlung von Bronchiektasen konzentrieren und eng mit Forschern zusammenarbeiten, um neue Behandlungsmethoden zu entwickeln. In Österreich hingegen fehlt es noch an einer flächendeckenden Versorgung und spezialisierter medizinischer Infrastruktur.
Die Auswirkungen von Bronchiektasen auf das tägliche Leben der Betroffenen können erheblich sein. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Atemnot, anhaltender Husten und extreme Müdigkeit. Diese Symptome beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich und führen zu Einschränkungen in der Freizeitgestaltung und im beruflichen Alltag. Eine Umfrage der Österreichischen Lungenunion zeigt, dass viele Betroffene ihre Erkrankung als emotional belastend empfinden, was zu sozialem Rückzug und Depressionen führen kann. Der Zugang zu geeigneten Therapieangeboten ist oft erschwert, was die Situation zusätzlich verschärft.
Die aktuelle Umfrage der Österreichischen Lungenunion, an der 4.149 Personen ab 45 Jahren teilnahmen, enthüllte, dass 9 % der Befragten an diagnostizierten Bronchiektasen leiden. Besonders betroffen sind Menschen mit zusätzlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis (36,6 %) und Reflux (31,1 %). Die Studie zeigt auch, dass nur ein Drittel der nicht betroffenen Personen jemals von Bronchiektasen gehört hat, was auf ein großes Informationsdefizit hinweist.
Die Zukunft der Behandlung von Bronchiektasen in Österreich hängt von einer verbesserten Aufklärung und der Integration moderner Therapieansätze ab. Die Österreichische Lungenunion fordert mehr Aufklärungskampagnen und eine stärkere Vernetzung der medizinischen Versorgung. Auch die Forschung spielt eine entscheidende Rolle, um neue Behandlungsmethoden zu entwickeln und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Internationale Kooperationen könnten dazu beitragen, den Wissensaustausch zu fördern und innovative Ansätze nach Österreich zu bringen.
Die Bronchiektasen-Erkrankung stellt eine ernsthafte Herausforderung für das österreichische Gesundheitssystem dar. Um die Versorgungslücken zu schließen, sind gezielte Maßnahmen erforderlich, die von der Aufklärung bis zur Bereitstellung spezialisierter Behandlungszentren reichen. Die Österreichische Lungenunion hat bereits wichtige Schritte unternommen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Doch es bedarf eines gemeinsamen gesellschaftlichen Engagements, um die Situation nachhaltig zu verbessern. Interessierte können weitere Informationen auf der Website der Österreichischen Lungenunion finden.