Finanzministerium stellt aktualisiertes Online-Tool mit neuen Steuertarifen und verdreifachtem Pendlereuro bereit
Der neue Brutto-Netto-Rechner für 2026 ist online. Pendler profitieren besonders: Der Pendlereuro steigt von zwei auf sechs Euro pro Kilometer.
Wer wissen möchte, wie viel vom Gehalt 2026 tatsächlich am Konto landet, kann das ab sofort online berechnen. Das Bundesministerium für Finanzen hat seinen Brutto-Netto-Rechner auf der Website bmf.gv.at aktualisiert und an die steuerlichen Änderungen des kommenden Jahres angepasst.
Das kostenlose Online-Tool richtet sich an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich. Die Bedienung ist denkbar einfach: Man gibt das monatliche Bruttoeinkommen ein und erhält eine detaillierte Aufschlüsselung aller Abzüge. Alternativ funktioniert die Berechnung auch umgekehrt – wer ein bestimmtes Nettoeinkommen anstrebt, kann ermitteln, welches Bruttogehalt dafür notwendig wäre.
Der Rechner zeigt transparent, welche Beträge für Lohnsteuer, Sozialversicherung und andere Abgaben anfallen. Das Ergebnis wird sowohl für den einzelnen Monat als auch für das gesamte Jahr dargestellt, inklusive Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Mit dem Jahreswechsel treten mehrere steuerliche Änderungen in Kraft, die der aktualisierte Rechner bereits berücksichtigt. Die wichtigste Neuerung betrifft die sogenannte kalte Progression: Um zu verhindern, dass Gehaltserhöhungen durch steigende Steuersätze aufgefressen werden, werden die Tarifgrenzen regelmäßig an die Inflation angepasst.
Für 2026 bedeutet das eine Anhebung der Einkommensgrenzen um 1,73 Prozent. Konkret verschiebt sich damit jener Betrag nach oben, ab dem ein höherer Steuersatz greift. Wer also eine moderate Gehaltserhöhung bekommt, rutscht nicht automatisch in eine höhere Steuerklasse.
Neben den Tarifgrenzen werden auch mehrere Absetzbeträge um 1,73 Prozent angehoben. Diese Beträge reduzieren direkt die zu zahlende Lohnsteuer und bringen damit bares Geld. Zu den angepassten Absetzbeträgen zählen unter anderem:
Die Anpassung erfolgt automatisch – Beschäftigte und Pensionisten müssen nichts beantragen. Der Arbeitgeber bzw. die Pensionsversicherung berücksichtigt die neuen Werte automatisch bei der monatlichen Abrechnung.
Die wohl spürbarste Änderung für viele Österreicherinnen und Österreicher betrifft den Pendlereuro. Dieser wird mit Jahresbeginn 2026 von bisher zwei Euro auf sechs Euro pro Kilometer der einfachen Wegstrecke angehoben – eine Verdreifachung.
Der Pendlereuro steht allen zu, die Anspruch auf das Pendlerpauschale haben. Er wird zusätzlich zum Pendlerpauschale gewährt und direkt von der Lohnsteuer abgezogen. Anders als das Pendlerpauschale, das die Steuerbemessungsgrundlage senkt, reduziert der Pendlereuro die Steuerlast unmittelbar.
Wer etwa 35 Kilometer zur Arbeit fährt, erhält künftig 210 Euro pro Jahr statt bisher 70 Euro – ein Plus von 140 Euro. Bei größeren Entfernungen fällt die Ersparnis entsprechend höher aus. Eine Pendlerin mit 50 Kilometer Arbeitsweg kommt auf 300 Euro jährlich, 200 Euro mehr als zuvor.
Wichtig: Der Pendlereuro gilt unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel. Egal ob jemand mit dem eigenen PKW, mit der Bahn oder einer Kombination aus beidem zur Arbeit kommt – die Entlastung steht jedem zu, der die Voraussetzungen für das Pendlerpauschale erfüllt.
Der Brutto-Netto-Rechner des Finanzministeriums führt durch mehrere Eingabefelder. Neben dem Einkommen können weitere Parameter angegeben werden, die sich auf die Berechnung auswirken:
Je mehr Angaben gemacht werden, desto genauer fällt das Ergebnis aus. Für eine grobe Orientierung reicht allerdings bereits die Eingabe des Bruttogehalts.
Gerade bei Gehaltsverhandlungen oder einem Jobwechsel ist es hilfreich zu wissen, was von einer Gehaltserhöhung tatsächlich übrig bleibt. Oft zeigt sich dabei, dass ein höheres Bruttogehalt nicht linear zu mehr Netto führt – je nach Einkommensstufe kann die Steuerbelastung unterschiedlich stark zuschlagen.
Auch für Pensionistinnen und Pensionisten ist der Rechner aufschlussreich. Er zeigt, wie sich die jährliche Pensionsanpassung auf das verfügbare Einkommen auswirkt und ob sich durch geänderte Lebensumstände steuerliche Vorteile ergeben.
Wer seine Werte aus 2025 noch im Kopf hat, kann den direkten Vergleich anstellen. Die Anhebung der Tarifgrenzen bedeutet, dass bei gleichem Bruttogehalt 2026 etwas weniger Lohnsteuer anfällt als im Vorjahr. Bei einem durchschnittlichen Einkommen macht das zwar nur einige Euro im Monat aus, über das Jahr summiert sich der Effekt aber durchaus.
Der Brutto-Netto-Rechner arbeitet rein auf Basis der eingegebenen Daten. Es werden keine persönlichen Informationen gespeichert oder an das Finanzamt übermittelt. Die Berechnung erfolgt anonym und dient ausschließlich der Information.
Das Tool ist für alle gängigen Browser optimiert und funktioniert auch auf Smartphones und Tablets. Eine Registrierung oder Anmeldung ist nicht erforderlich – der Rechner ist frei zugänglich unter bmf.gv.at/brutto-netto-rechner.
Finanzminister Markus Marterbauer betont den Servicecharakter des Angebots: „Der Brutto-Netto-Rechner ist ein zentrales Serviceangebot des Finanzministeriums. Er zeigt transparent, wie sich steuerliche Änderungen und Entlastungsmaßnahmen auf das persönliche Einkommen auswirken."
Mit dem aktualisierten Rechner setzt das Ministerium auf Transparenz bei einem Thema, das alle Beschäftigten und Pensionisten betrifft. Die regelmäßige Anpassung an neue gesetzliche Rahmenbedingungen stellt sicher, dass die Berechnungen stets dem aktuellen Stand entsprechen.
Der aktualisierte Brutto-Netto-Rechner ermöglicht bereits jetzt einen Blick auf das kommende Jahr. Insbesondere Pendlerinnen und Pendler können sich auf eine spürbare Entlastung durch den verdreifachten Pendlereuro freuen. Die Anhebung der Tarifgrenzen und Absetzbeträge federt zudem die Auswirkungen der Inflation ab.
Wer seine finanzielle Situation für 2026 planen möchte, findet im Brutto-Netto-Rechner des Finanzministeriums ein praktisches und zuverlässiges Werkzeug.