Am 30. November 2025 berichtet die ARGE Eigenheim über eine kritische Entwicklung im Burgenland, die das Potenzial hat, leistbares Wohnen und Arbeitsplätze massiv zu gefährden. Der geplante Verkauf von Wohnbauförderungsdarlehen im Wert von 700 Millionen Euro destabilisiert die Wohnzukunft der Burgen
Am 30. November 2025 berichtet die ARGE Eigenheim über eine kritische Entwicklung im Burgenland, die das Potenzial hat, leistbares Wohnen und Arbeitsplätze massiv zu gefährden. Der geplante Verkauf von Wohnbauförderungsdarlehen im Wert von 700 Millionen Euro destabilisiert die Wohnzukunft der Burgenländerinnen und Burgenländer und gefährdet die regionale Bauwirtschaft. Seit 2022 wurden keine Wohnbauförderungsmittel mehr für den Neubau an gemeinnützige Bauträger vergeben, was weitreichende wirtschaftliche und soziale Konsequenzen nach sich zieht.
Die Wohnbauförderung in Österreich ist ein zentrales Instrument zur Schaffung leistbaren Wohnraums. Bürgerinnen und Bürger leisten durch ihre Beiträge – 1 Prozent ihres Einkommens – einen kontinuierlichen Beitrag zur Finanzierung dieser Projekte. Diese Mittel sollen den Bau von Neubauwohnungen unterstützen, die wiederum den Mietmarkt stabilisieren und die Wohnkosten senken. Doch im Burgenland fließen diese Mittel seit Jahren nicht mehr in den vorgesehenen Zweck, was zu einem Investitionsstau führt.
Die Wohnbauförderung hat in Österreich eine lange Tradition, die bis in die Nachkriegszeit zurückreicht. Damals wurde sie eingeführt, um den Wohnraummangel zu beheben und die Bauwirtschaft anzukurbeln. In den letzten Jahrzehnten hat sie sich zu einem komplexen System entwickelt, das nicht nur den Neubau, sondern auch die Sanierung von Bestandsgebäuden fördert. Im Burgenland jedoch wurden seit 2022 keine neuen Mittel mehr für gemeinnützige Bauträger freigegeben, was zu einem Rückgang des leistbaren Wohnraums führte.
Im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Niederösterreich und der Steiermark, wo die Wohnbauförderung weiterhin aktiv genutzt wird, zeigt sich im Burgenland ein deutlicher Rückgang der Neubauaktivitäten. Auch in Deutschland und der Schweiz wird der gemeinnützige Wohnbau stark gefördert, um den Wohnungsmarkt zu stabilisieren und soziale Ungleichheiten zu verringern. Diese internationalen Vergleiche verdeutlichen, dass das Burgenland mit seiner derzeitigen Politik hinterherhinkt.
Die Auswirkungen des Förderstopps sind für die Burgenländerinnen und Burgenländer direkt spürbar. Ohne den Bau neuer, geförderter Wohnungen steigen die Mietpreise. Der Verlust von Arbeitsplätzen in der Bauwirtschaft trifft die Region besonders hart, da viele Arbeitsplätze von der Bauindustrie abhängen. Zudem fehlen den Gemeinden wichtige Einnahmen, die durch den Bau neuer Wohnprojekte generiert werden könnten.
Statistiken belegen die Dramatik der Situation: Seit dem Einfrieren der Fördermittel ist die Anzahl der neu gebauten Wohnungen um über 30 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote im Baugewerbe ist gestiegen, und die Mietpreise haben sich in den letzten drei Jahren um durchschnittlich 15 Prozent erhöht. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit, die Wohnbauförderung wiederzubeleben.
Isabella Stickler, Obfrau der ARGE Eigenheim, kritisiert die derzeitige Politik scharf. Sie betont, dass die Menschen ihre Beiträge für leistbaren Wohnraum zahlen, dieser jedoch nicht bereitgestellt wird. Die ARGE fordert eine klare Zweckwidmung der Fördermittel und eine Rückkehr zu einem stabilen Fördersystem, das Neubau, Sanierung, Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze sichert.
Die Zukunft des leistbaren Wohnens im Burgenland hängt maßgeblich von politischen Entscheidungen ab. Sollte der Verkauf der Darlehen wie geplant durchgeführt werden, drohen weitere Preissteigerungen und ein Rückgang der regionalen Wertschöpfung. Eine mögliche Lösung könnte in der Wiedereinführung eines revolvierenden Fördersystems liegen, das kontinuierlich Mittel für neue Wohnbauprojekte generiert und so langfristig stabile Mietpreise sichert.
Die aktuelle Situation im Burgenland zeigt, wie wichtig eine funktionierende Wohnbauförderung für die regionale Wirtschaft und die soziale Stabilität ist. Die ARGE Eigenheim fordert daher dringende Maßnahmen zur Sicherung des leistbaren Wohnens. Es liegt nun an der Politik, die Weichen für eine nachhaltige Wohnungsbaupolitik zu stellen, die sowohl den Bedürfnissen der Bevölkerung als auch der Wirtschaft gerecht wird.
Für weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen besuchen Sie bitte die Originalquelle der ARGE Eigenheim.