Die Industriellenvereinigung (IV) hat mit dem "Campaigning Industries"-Format im Wiener Haus der Industrie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Medien und Politik zusammengebracht, um zu diskutieren, wie strategisches Campaigning heute funktioniert und welchen Beitrag es zum Unternehmenserfolg leisten kann.
Die Industriellenvereinigung (IV) hat mit dem "Campaigning Industries"-Format im Wiener Haus der Industrie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Medien und Politik zusammengebracht, um zu diskutieren, wie strategisches Campaigning heute funktioniert und welchen Beitrag es zum Unternehmenserfolg leisten kann. Ziel der Veranstaltung war es, politisches Campaigning neu zu denken und weiterzuentwickeln: als Fusion aus klassischer PR, Marketing und strategischer Kampagnenarbeit. Im Mittelpunkt stand der Anspruch, voneinander zu lernen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und dadurch die eigene Wirksamkeit kontinuierlich zu verbessern.
"Campaigning ist ein strategisches Führungsinstrument", betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. "Es geht darum, Exzellenz sichtbar zu machen und Narrative mit der nötigen Geschwindigkeit zu setzen." Neumayer hob hervor, dass es darum geht, über den eigenen Stakeholder-Kreis hinaus Wirkung zu entfalten und Kommunikation von einer einzelnen Botschaft hin zu echter Bewegung weiterzuentwickeln. Erfolgreiches Campaigning sei ein kontinuierlicher Lernprozess.
Keynote-Speaker Julius van de Laar brachte internationale Perspektiven aus den USA mit und betonte, dass erfolgreiche Kampagnen beim Kern beginnen: "Jede Kampagne muss zwei Fragen beantworten: Warum ich, und warum jetzt? Daraus entsteht Relevanz." Van de Laar unterstrich außerdem, dass Narrativ stärker wirke als reine Zahlen und dass erfolgreiche Kampagnen das Problem herausstellen, das sie lösen.
Im zweiten Block wurden Best-Practice-Beispiele aus der Industrie vorgestellt. Anhand von Kampagnen wie "WIR macht’s möglich" von Raiffeisen oder der digitalen Vignetten-Offensive der ASFINAG wurde diskutiert, wie gezielte Kommunikation auch bei etablierten Produkten neue Dynamik entfalten kann.
Im Panel "The Business of Belief: Why Campaigning Pays Off" wurde thematisiert, dass Kampagnen heute über klassische Verkaufsziele hinausgehen: Sie stärken Marken, schaffen emotionale Relevanz und helfen, komplexe Themen verständlich zu machen. Gleichzeitig wurde die wachsende Bedeutung der Messbarkeit von Markenwirkung betont. Auch Employer Branding und Transformation standen im Fokus.
Am Nachmittag rückte politisches Campaigning in den Mittelpunkt. IV-Bereichsleiter Dominik Futschik betonte in seinem Deep Dive, dass erfolgreiches Campaigning dort beginne, wo Kommunikation strategisch werde: Wer relevante Stakeholder wirklich erreichen will, muss ihre Perspektiven verstehen, klare Botschaften formulieren und diese intern wie extern konsequent in Wirkung übersetzen. Ergänzend gab Kommunikationsexperte Gerald Fleischmann Einblicke in das Zusammenspiel von Botschaft, Macht und Medien sowie in die Logiken politischer Kommunikation.
Im abschließenden Panel "Politics that Moves" wurde Vertrauen als zentraler Erfolgsfaktor thematisiert. Es wurde diskutiert, wie politische und unternehmerische Kommunikation sich annähern und wie wichtig Konsistenz, Dialog und Authentizität sind. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass im digitalen Raum Aufmerksamkeitsspannen sinken und komplexe Inhalte verständlich vermittelt werden müssen – im Zusammenspiel von digitalen und persönlichen Formaten.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass erfolgreiches Campaigning Strategie, Kreativität und klare Zielorientierung verbindet. Unternehmen, die Kampagnen gezielt einsetzen, können damit Sichtbarkeit und Impact erzielen – sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich.
Fotos der Veranstaltung (Copyright: IV) finden Sie HIER.