In einer spektakulären Wendung der Naturgeschichte hat sich das weißbindige Wiesenvögelchen, eine der seltensten Schmetterlingsarten Österreichs, eindrucksvoll zurückgemeldet. Am malerischen Ufer des Bodensees, mitten in Fußach, hat der engagierte Citizen Scientist Wolfgang Frey das schillernde Inse
In einer spektakulären Wendung der Naturgeschichte hat sich das weißbindige Wiesenvögelchen, eine der seltensten Schmetterlingsarten Österreichs, eindrucksvoll zurückgemeldet. Am malerischen Ufer des Bodensees, mitten in Fußach, hat der engagierte Citizen Scientist Wolfgang Frey das schillernde Insekt entdeckt. Diese Entdeckung sorgt nicht nur für Aufsehen unter Schmetterlingsliebhabern, sondern hat auch weitreichende Bedeutung für den Naturschutz in Österreich.
Das weißbindige Wiesenvögelchen, wissenschaftlich als Coenonympha arcania bekannt, galt lange als nahezu verschwunden. Diese Schmetterlingsart ist in Vorarlberg als „vom Aussterben bedroht“ gelistet, was den jüngsten Fund umso spektakulärer macht. Dr. Peter Huemer, Vorstand von Blühendes Österreich und renommierter Schmetterlingsexperte der Tiroler Landesmuseen, unterstreicht die Bedeutung dieser Entdeckung: „Aus Vorarlberg liegen bisher nur zwei gesicherte Funde dieser Art vor. Dank der Schmetterlingsapp ist uns nun der dritte Nachweis gelungen.“
Die erwähnte Schmetterlingsapp ist ein zentraler Bestandteil des Citizen-Science-Projekts „Schmetterlinge Österreichs“, das von Blühendes Österreich in Zusammenarbeit mit der NÖ-Umweltbewegung „Natur im Garten“ betrieben wird. Diese Plattform ermöglicht es Bürgern, ihre Beobachtungen von Schmetterlingen zu melden und zu dokumentieren. Mit über 59.000 Downloads ist die App das größte Naturbeobachtungsinstrument in Österreich. Die neue Beta-Version ist sogar mit KI-gestützter Bilderkennung ausgestattet, um das Bestimmen und Melden von Schmetterlingen noch einfacher zu machen.
Im Jahr 2024 haben 27.268 Menschen in ganz Österreich an diesem Projekt teilgenommen und insgesamt 128.865 Schmetterlinge gemeldet. Diese beeindruckende Zahl zeigt das wachsende Interesse und Engagement der Bevölkerung für den Naturschutz. Ronald Würflinger, Generalsekretär von Blühendes Österreich, freut sich über diesen Erfolg: „Unsere Gemeinschaft wächst weiter: Über 1,1 Millionen Likes und mehr als 73.000 Kommentare allein im letzten Jahr zeigen, wie groß das Interesse an Schmetterlingen ist.“
Rund die Hälfte der 4.070 in Österreich vorkommenden Schmetterlingsarten ist in ihrem Bestand gefährdet. Dank der breiten Beteiligung der Bevölkerung konnten 2024 insgesamt 2.418 Tagfalter-Meldungen von 33 Arten als besonders naturschutzrelevant eingestuft werden. Zu den bemerkenswerten Funden gehören auch zwei Nachweise des östlichen Großen Fuchses und 18 Meldungen des blauschillernden Feuerfalters.
Niederösterreich führt die Liste der artenreichsten Bundesländer mit 139 gemeldeten Tagfalterarten an, gefolgt von Tirol mit 120 Arten. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Niederösterreich weiterhin eine wahre Schmetterlingsoase ist.
Das Projekt „Schmetterlinge Österreichs“ ist das Ergebnis einer erfolgreichen Kooperation zwischen Blühendes Österreich und „Natur im Garten“. Diese Partnerschaft symbolisiert eine europaweite Leuchtturmzusammenarbeit zwischen einer öffentlichen und einer privatwirtschaftlichen Institution, die sich für den Klimaschutz und die Förderung der Biodiversität einsetzen.
Die Entdeckung des weißbindigen Wiesenvögelchens in Vorarlberg ist ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft der Schmetterlinge in Österreich. Experten sind optimistisch, dass durch die fortgesetzte Unterstützung der Öffentlichkeit und die Nutzung moderner Technologie, wie der Schmetterlingsapp, weitere bedrohte Arten gerettet werden können. Die Beteiligung der Bürger spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn sie ermöglicht es, wertvolle Daten zu sammeln und den Naturschutz aktiv zu gestalten.
Mit dem Engagement von Blühendes Österreich und „Natur im Garten“ sowie der aktiven Teilnahme der Bürger könnte Österreich in naher Zukunft ein noch bunterer und artenreicherer Ort werden. Der Schutz der Schmetterlinge beginnt im eigenen Garten und wird durch das Engagement der Gemeinschaft nachhaltig gestärkt. Der vollständige Jahresreport mit Detailauswertungen für jedes Bundesland steht bereit und lädt Interessierte ein, sich umfassend zu informieren und Teil der Bewegung zu werden.