Münchner Unternehmen Cubepools setzt auf recycelte Seecontainer und erobert mit nachhaltigen Schwimmbecken den europäischen Markt
Cubepools verwandelt ausgediente Seecontainer in Premium-Pools – ohne Beton, ohne Baustelle und in nur fünf Wochen einsatzbereit.
Der Traum vom eigenen Pool im Garten scheitert für viele Österreicherinnen und Österreicher an denselben Hürden: monatelange Bauarbeiten, hohe Kosten, komplizierte Genehmigungsverfahren und der massive Einsatz von Beton. Das Münchner Unternehmen Cubepools präsentiert nun eine Alternative, die all diese Probleme elegant umgeht – den Containerpool. Was zunächst nach einer improvisierten Lösung klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als durchdachtes Konzept, das Nachhaltigkeit, Design und Praktikabilität vereint.
Das Grundprinzip ist so einfach wie clever: Ausgediente One-Way Seecontainer, die normalerweise nach einer einzigen Ăśberfahrt verschrottet wĂĽrden, erhalten ein zweites Leben als hochwertige Schwimmbecken. Cubepools kauft diese Container auf und verwandelt sie in maĂźgeschneiderte Pools, die technisch auf dem neuesten Stand sind.
Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Fertigpools oder klassischen Betonbecken liegt im vollständig integrierten System. Technikraum, Filteranlage, Heizung und die gesamte Steuerung sind bereits ab Werk eingebaut. Der Pool wird als fertiges Produkt geliefert – ein echter Plug-and-Play-Ansatz, der die Installation auf wenige Stunden reduziert.
"Wir verkaufen nicht nur Pools – wir liefern Freiheit, Design und Planungssicherheit in Rekordzeit", erklärt Marcin Schmidt, Geschäftsführer von Cubepools. Diese Aussage mag zunächst nach typischem Marketing-Sprech klingen, doch die Zahlen sprechen für sich: Seit der Gründung 2018 hat das Unternehmen über 700 Pools in zehn europäischen Ländern realisiert – darunter auch in Österreich, Deutschland und der Schweiz.
Wer jemals einen klassischen Pool hat bauen lassen, kennt das Szenario: Erst die Planungsphase, dann der Aushub, das Gießen der Betonwanne, die Trocknungszeiten, der Einbau der Technik, die Verfliesung – und irgendwo dazwischen noch diverse Genehmigungsverfahren. Ein halbes Jahr Bauzeit ist keine Seltenheit, ein Jahr durchaus möglich.
Der Containerpool verkürzt diesen Prozess radikal. Die Lieferzeit beträgt maximal fünf Wochen, die eigentliche Installation vor Ort ist an einem einzigen Tag abgeschlossen. Ein Kran hebt den fertigen Pool an seinen Bestimmungsort, Wasser- und Stromanschlüsse werden verbunden – fertig.
Dieser Zeitvorteil schlägt sich auch finanziell nieder. Weniger Arbeitszeit auf der Baustelle bedeutet geringere Lohnkosten. Der Verzicht auf ein massives Betonfundament spart Material und Aushubarbeiten. Und die klare Kalkulierbarkeit schützt vor unliebsamen Überraschungen, die bei klassischen Bauprojekten fast schon zum Standard gehören.
Ein besonders attraktiver Aspekt für österreichische Poolinteressenten: In den meisten europäischen Ländern gilt der Containerpool als genehmigungsfreies mobiles Objekt. Anders als ein fest im Boden verankertes Betonbecken, das als bauliche Anlage eingestuft wird, lässt sich der Container als mobile Struktur klassifizieren.
Das bedeutet: kein Gang zum Bauamt, keine Einreichpläne, keine wochenlangen Wartezeiten auf Bescheide. Lediglich in der Schweiz ist eine Einzelfallprüfung auf Gemeindeebene erforderlich – eine Ausnahme, die die Regel bestätigt.
Für Österreich ergeben sich daraus interessante Möglichkeiten. Gerade in Bundesländern mit strengen Bauvorschriften oder in Gebieten mit komplizierten Grundstücksverhältnissen kann der Containerpool eine praktikable Lösung darstellen, wo ein klassischer Pool nicht oder nur mit erheblichem bürokratischem Aufwand realisierbar wäre.
Was den Containerpool grundlegend von allen anderen Pooltypen unterscheidet, ist seine Mobilität. Ein Betonpool ist für die Ewigkeit gebaut – oder zumindest für die Lebensdauer des Hauses. Wer umzieht, lässt den Pool zurück. Wer den Garten umgestalten möchte, muss um das Becken herum planen.
Der Containerrahmen hingegen bleibt prinzipiell versetzbar. Theoretisch kann der Pool bei einem Umzug mitgenommen werden, praktisch lässt er sich an einen neuen Standort im Garten versetzen, wenn sich die Nutzungsgewohnheiten ändern. Diese Flexibilität macht das Konzept besonders interessant für Vermieter, Betreiber von Ferienimmobilien und die Eventbranche.
Dass dieses Argument nicht nur für private Nutzer zieht, beweist ein aktuelles Vorzeigeprojekt: Seit November 2024 steht ein Cubepools-Container im Trainingszentrum des englischen Premier-League-Clubs FC Brentford. Der Profifußball hat offenbar erkannt, welche Vorteile ein Pool bietet, der sich bei Bedarf versetzen oder bei einem Stadionwechsel mitnehmen lässt.
Ein besonderes Augenmerk verdient die neue Kooperation zwischen Cubepools und dem österreichischen Unternehmen Biotop P&P International GmbH. Biotop gilt als weltweiter Pionier für Naturpools und chlorfreie Badeanlagen – das Unternehmen hat das Konzept des Schwimmteichs maßgeblich entwickelt und international etabliert.
Gemeinsam bringen die beiden Unternehmen nun den ersten Bio-Aufstellpool auf Containerbasis auf den Markt. Die Idee: Die praktischen Vorteile des Containersystems – schnelle Installation, keine Bauarbeiten, Mobilität – kombiniert mit der chlorfreien, biologischen Wasseraufbereitung, für die Biotop bekannt ist.
Statt chemischer Desinfektion übernehmen natürliche Filterprozesse die Wasserreinigung. Das Ergebnis ist Wasser, das frei von Chlor und anderen Chemikalien ist – schonender für Haut und Augen, besser für die Umwelt und näher am natürlichen Badeerlebnis.
Die ersten kommerziellen Bio-Containerpools sollen ab März 2026 verfügbar sein. Für Österreich dürfte dieses Produkt besonders interessant sein, da Biotop hier als heimisches Unternehmen bereits einen hervorragenden Ruf genießt und das Bewusstsein für ökologisch verträgliche Alternativen im Poolbereich gewachsen ist.
Der Begriff "Upcycling" wird heute inflationär verwendet, doch im Fall der Containerpools trifft er tatsächlich zu. One-Way Seecontainer sind in der globalen Logistik ein massives Umweltproblem. Der Transport von Gütern von Asien nach Europa ist oft so günstig, dass sich der Rücktransport leerer Container nicht lohnt. Die Folge: Millionen von Containern stapeln sich in den Häfen der Welt und rosten vor sich hin oder werden energieaufwändig eingeschmolzen.
Indem Cubepools diese Container einer neuen Nutzung zuführt, wird aus Abfall ein hochwertiges Produkt. Der energetische Aufwand für die Umarbeitung ist deutlich geringer als für die Neuproduktion eines vergleichbaren Stahlbehälters. Und im Vergleich zum klassischen Betonpool, der erhebliche Mengen an CO2-intensivem Zement benötigt, fällt die Ökobilanz noch günstiger aus.
Allerdings sollte man die Nachhaltigkeit nicht überbewerten: Auch ein Containerpool benötigt Energie für Heizung und Filterpumpen, verbraucht Wasser und hat eine begrenzte Lebensdauer. Doch im Vergleich zu den Alternativen schneidet das Upcycling-Konzept durchaus respektabel ab.
Ein häufiges Vorurteil gegenüber Containerlösungen lautet: Das sind doch alle gleich. Tatsächlich bietet Cubepools eine erstaunliche Bandbreite an Individualisierungsmöglichkeiten. Größe, Farbe und Ausstattung lassen sich nach Kundenwunsch anpassen.
Gegenstromanlagen für sportliche Schwimmer, verschiedene Beleuchtungssysteme, unterschiedliche Heiztechniken – die Optionen ähneln denen klassischer Premium-Pools. Auch die Integration ins Gelände ist flexibel: freistehend, teilversenkt oder bündig mit dem Bodenniveau – der Container passt sich dem Grundstück an, nicht umgekehrt.
Diese Individualisierung ist möglich, weil die grundlegende Containerstruktur standardisiert ist. Die Anpassungen erfolgen in der Werkstatt, nicht auf der Baustelle. Das spart Zeit und Geld, ohne die gestalterischen Möglichkeiten einzuschränken.
Die Zielgruppe für Containerpools ist vielfältiger, als man zunächst vermuten würde. Natürlich sind da die klassischen Eigenheimbesitzer, die einen Pool wollen, aber keine Lust auf monatelange Baustellen haben. Doch das Konzept spricht auch andere Nutzergruppen an.
Vermieter von Ferienimmobilien profitieren von der schnellen Installation und der Möglichkeit, den Pool als Investition bei einem Verkauf mitzunehmen. Hotels und Pensionen können ihr Angebot aufwerten, ohne massive Umbaumaßnahmen stemmen zu müssen. Und im Eventbereich – von Firmenfeiern bis zu Pop-up-Konzepten – eröffnet die Mobilität völlig neue Möglichkeiten.
Auch für Mieter größerer Grundstücke kann der Containerpool interessant sein. Mit Zustimmung des Vermieters lässt sich ein Pool aufstellen, der beim Auszug wieder mitgenommen werden kann – eine Option, die mit einem klassischen Pool undenkbar wäre.
Konkrete Preisangaben macht Cubepools in der Pressemitteilung nicht – ein Umstand, der zeigt, dass sich das Unternehmen im Premium-Segment positioniert. Erfahrungsgemäß bewegen sich Containerpools preislich im oberen Mittelfeld: günstiger als ein individuell geplanter Betonpool mit vergleichbarer Ausstattung, aber teurer als einfache Aufstellpools aus dem Baumarkt.
Der eigentliche finanzielle Vorteil liegt in den Nebenkosten. Keine Aushubarbeiten, kein Fundament, keine wochenlangen Handwerkerkolonnen – diese eingesparten Posten können durchaus den Unterschied zum vermeintlich günstigeren Betonpool ausmachen. Hinzu kommt die Planungssicherheit: Der Festpreis ist tatsächlich fest, unangenehme Nachforderungen wegen unvorhergesehener Probleme fallen weg.
Der europäische Poolmarkt befindet sich im Wandel. Die Nachfrage nach privaten Pools ist seit der Corona-Pandemie stark gestiegen, gleichzeitig wächst das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Containerpools treffen offenbar einen Nerv.
Cubepools expandiert kontinuierlich in weitere europäische Märkte und hat mit der Biotop-Kooperation einen strategisch klugen Partner an Bord geholt. Die Kombination aus deutschem Engineering, österreichischem Bio-Know-how und dem wachsenden Interesse an nachhaltigen Alternativen könnte dem Containerpool-Konzept weiteren Auftrieb geben.
Ob der Containerpool den klassischen Betonpool jemals vollständig ablösen wird, bleibt abzuwarten. Für bestimmte Anwendungen – große, individuell geformte Becken etwa – wird Beton wohl die erste Wahl bleiben. Doch als praktische, schnelle und vergleichsweise nachhaltige Alternative hat sich der Pool aus dem Container seinen Platz am Markt erobert.