ÖMG-Sandbox präsentiert neue Studie zu Vertrauen und authentischer Markenkommunikation
Eine aktuelle Marketagent-Studie zeigt: Mitarbeiter als Markenbotschafter schaffen mehr Vertrauen als klassische Werbung. Experten diskutieren Zukunft.
Die Art, wie Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren, durchlebt einen grundlegenden Wandel. Corporate Influencing – also die Nutzung eigener Mitarbeiter als authentische Markenbotschafter – entwickelt sich vom Nice-to-have zum strategischen Wettbewerbsfaktor. Dies zeigten sowohl aktuelle Studienergebnisse als auch eine hochkarätig besetzte Expertenrunde, die die Österreichische Marketing-Gesellschaft (ÖMG) gemeinsam mit Marketagent ins Leben gerufen hatte.
Am 19. Februar versammelten sich in der Vinothek des Palais Herzfeld im ersten Wiener Gemeindebezirk Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Medien und Agenturen, um über die Zukunft der Markenkommunikation zu diskutieren. Im Zentrum stand die Frage: Wie können Unternehmen in Zeiten von KI-generierten Inhalten und steigender Informationsflut noch glaubwürdig kommunizieren?
Die Antwort lieferte Thomas Schwabl, Gründer von Marketagent, mit aktuellen Studienergebnissen: "Konsument:innen vertrauen Mitarbeiter:innen und realen Persönlichkeiten deutlich stärker als klassischen Markenbotschaften. Besonders in Zeiten von KI-generierten Inhalten und steigender Informationsflut wird Glaubwürdigkeit zum entscheidenden Differenzierungsfaktor."
Die präsentierten Daten verdeutlichen einen klaren Trend: Authentische, persönliche Kommunikation gewinnt massiv an Relevanz. Alexander Oswald, Präsident der ÖMG, bringt es auf den Punkt: "Die Marketagent-Studie zeigt sehr klar: Vertrauen entsteht nicht durch Lautstärke, sondern durch Haltung und Persönlichkeit."
Diese Erkenntnis hat weitreichende Konsequenzen für die Unternehmenskommunikation. Corporate Influencer sind demnach nicht nur ein zusätzlicher Kommunikationskanal, sondern vielmehr ein strategischer Kulturindikator. Unternehmen, die interne Expertise sichtbar machen, stärken nicht nur ihre Marke nach außen, sondern fördern auch die Identifikation und den Stolz ihrer Mitarbeiter.
Die Studienergebnisse belegen, dass Corporate Influencer-Programme weit über reine Image- und Reichweiteneffekte hinausgehen. Sie haben direkten Einfluss auf die Markenwahrnehmung, die Kaufbereitschaft der Konsumenten und die Attraktivität als Arbeitgeber. Vertrauen entwickelt sich damit zur strategischen Währung moderner Markenführung.
Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da sie einen fundamentalen Paradigmenwechsel im Marketing widerspiegelt: Weg von kontrollierter Einwegkommunikation, hin zu dialogorientierter, menschenzentrierter Markenführung.
In der anschließenden ÖMG Sandbox diskutierten namhafte Vertreter österreichischer Unternehmen und Agenturen die praktischen Aspekte des Corporate Influencing. Mit dabei waren unter anderem:
Die Expertendiskussion konzentrierte sich auf vier zentrale Herausforderungen:
Strukturelle Verankerung: Wie lassen sich Corporate Influencer strukturell im Unternehmen verankern? Die Teilnehmer waren sich einig, dass erfolgreiche Programme klare Governance-Strukturen benötigen und nicht dem Zufall überlassen werden dürfen.
Kulturelle Voraussetzungen: Welche kulturellen Voraussetzungen braucht es für glaubwürdige Markenbotschafter? Hier wurde deutlich, dass Unternehmen eine Kultur des Vertrauens schaffen müssen, die echte Stimmen zulässt – mit Ecken, Kanten und einer klaren Wertebasis.
Rechtliche und ethische Grenzen: Wo liegen die Grenzen des Corporate Influencing? Die Diskussion zeigte, dass klare Richtlinien und Transparenz unerlässlich sind, um rechtliche Risiken zu minimieren und ethische Standards einzuhalten.
KI-Einfluss: Wie verändert Künstliche Intelligenz die Dynamik zwischen persönlicher Stimme und Markenbotschaft? Paradoxerweise verstärkt die zunehmende KI-Nutzung die Sehnsucht nach Authentizität und menschlicher Kommunikation.
Viktoria Zischka, Präsidentin der ÖMG, fasst die Erkenntnisse zusammen: "Gerade im Zeitalter von KI-generierten Inhalten wird Authentizität zur härtesten Währung im Marketing. Corporate Influencing funktioniert nur dann nachhaltig, wenn Unternehmen bereit sind, echte Stimmen zuzulassen."
Diese Aussage unterstreicht eine zentrale Erkenntnis der Veranstaltung: Erfolgreiche Corporate Influencer-Programme benötigen Mut zur Persönlichkeit und eine Unternehmenskultur, die Vertrauen ermöglicht statt kontrolliert. Vertrauen lässt sich nicht automatisieren, aber strategisch ermöglichen.
Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig: Corporate Influencing ist kein kurzfristiger Social-Media-Trend, sondern Ausdruck eines tiefergehenden Paradigmenwechsels in der Markenkommunikation. Unternehmen, die diesen Wandel verstehen und strategisch nutzen, können sich entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern.
Die Kombination aus fundierter Marktforschung durch Marketagent und strategischer Diskursplattform durch die ÖMG machte deutlich: "Voice x Trust" ist kein kommunikatives Add-on, sondern ein zentraler Wettbewerbsfaktor für Marken in einer zunehmend digitalen und KI-geprägten Welt.
Die Erkenntnisse der Veranstaltung fließen in die Publikationsreihe der ÖMG ein und werden somit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies unterstreicht das Ziel der ÖMG-Sandbox, konkrete Erkenntnisse für die Marketingpraxis zu erarbeiten.
Für Unternehmen, die Corporate Influencing strategisch nutzen möchten, ergeben sich aus der Diskussion klare Handlungsempfehlungen: Die Entwicklung einer vertrauensvollen Unternehmenskultur, die strukturelle Verankerung von Influencer-Programmen und der Mut, authentische Persönlichkeiten als Markenbotschafter zu etablieren.
Die ÖMG Sandbox als bewusst kuratiertes Diskussionsformat mit limitierter Teilnehmerzahl hat einmal mehr bewiesen, dass der Austausch unterschiedlicher Perspektiven zu wertvollen Erkenntnissen führt. Die Österreichische Marketing-Gesellschaft versteht sich als unabhängige Plattform für zukunftsrelevante Marketingthemen und übersetzt aktuelle Entwicklungen in konkrete Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft.