Am heutigen 29. Juli 2025 haben die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) eine bahnbrechende Initiative angekündigt, die den österreichischen Finanzsektor revolutionieren könnte. Die beiden Institutionen haben den Startschuss für verpflichtende simuli
Am heutigen 29. Juli 2025 haben die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) eine bahnbrechende Initiative angekündigt, die den österreichischen Finanzsektor revolutionieren könnte. Die beiden Institutionen haben den Startschuss für verpflichtende simulierte Cyberangriffe auf ausgewählte Finanzunternehmen gegeben, um die Cyberresilienz in einer zunehmend digitalisierten Welt zu stärken.
In einer Welt, in der Cyberbedrohungen immer raffinierter werden, sind traditionelle Sicherheitsmaßnahmen oft nicht mehr ausreichend. Genau hier setzen die neuen Maßnahmen der OeNB und FMA an. Durch den Einsatz sogenannter „ethischer Hacker“ sollen Schwachstellen in den IT-Systemen von Finanzunternehmen aufgedeckt werden, bevor echte Cyberkriminelle diese ausnutzen können.
Das Herzstück dieser Initiative ist der aktualisierte TIBER-AT Implementation Guide. TIBER, das für Threat Intelligence-Based Ethical Red Teaming steht, ist ein Rahmenwerk, das vom Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) entwickelt wurde. Es zielt darauf ab, Cyberrisiken zu bekämpfen, indem es simulierte Angriffe auf IT-Systeme von Finanzunternehmen durchführt.
Mit der Einführung des TIBER-AT Implementation Guide setzen die OeNB und FMA eine wesentliche Vorgabe des Digital Operational Resilience Act (DORA) um. Dieses Gesetz verpflichtet systemrelevante Finanzunternehmen in der EU, regelmäßig Cyberangriffe unter kontrollierten Bedingungen zu simulieren.
Österreich ist nicht das erste Land, das solche Maßnahmen einführt. Andere europäische Länder haben bereits ähnliche Programme implementiert, um ihre Finanzmärkte zu schützen. Doch was bedeutet das konkret für Österreichs Bürger und Unternehmen?
Die Bedrohung durch Cyberkriminalität ist kein neues Phänomen. Bereits in den frühen 2000er Jahren begannen Unternehmen, ihre IT-Infrastrukturen zu stärken, als die ersten großen Hackerangriffe Schlagzeilen machten. Doch im Laufe der Jahre haben sich die Methoden der Angreifer weiterentwickelt, was zu einer ständigen Anpassung der Abwehrmaßnahmen führte.
Historisch gesehen waren die ersten Cyberangriffe oft einfach strukturiert und zielten hauptsächlich auf den Diebstahl von Informationen oder das Lahmlegen von Diensten ab. Mit der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung stieg jedoch auch die Komplexität und Häufigkeit der Angriffe.
In der Vergangenheit konzentrierten sich viele Unternehmen auf präventive Maßnahmen wie Firewalls und Antivirensoftware. Doch diese allein sind in der heutigen Zeit nicht mehr ausreichend. Die Einführung von TIBER-AT markiert einen Paradigmenwechsel hin zu einer proaktiven Verteidigungsstrategie.
„Die Zeiten, in denen man sich nur auf präventive Maßnahmen verlassen konnte, sind vorbei. Wir müssen einen Schritt vorausdenken und unsere Systeme aktiv testen, um Schwachstellen zu identifizieren, bevor es die Angreifer tun“, erklärt ein Experte für Cybersecurity.
Die Einführung der verpflichtenden Cyberangriffe ist nur der Anfang. In den kommenden Jahren könnten weitere Maßnahmen folgen, um die Cyberresilienz weiter zu stärken. Doch was bedeutet das für die Zukunft des Finanzsektors?
„Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Ära der Cyberabwehr. Die Maßnahmen, die heute eingeführt werden, könnten den Unterschied zwischen einem sicheren und einem gefährdeten Finanzsektor ausmachen“, so ein weiterer Experte.
Die Umsetzung solcher Maßnahmen ist nicht nur eine technische, sondern auch eine politische Herausforderung. Die Zusammenarbeit zwischen OeNB, FMA und anderen europäischen Institutionen zeigt, wie wichtig eine koordinierte Strategie zur Bekämpfung von Cyberbedrohungen ist.
Der Digital Operational Resilience Act (DORA), der die rechtliche Grundlage für diese Maßnahmen bildet, ist ein Beispiel für die zunehmende Regulierung im Bereich der Cyberabwehr auf EU-Ebene. Diese Regulierung stellt sicher, dass alle Mitgliedstaaten auf einem einheitlichen Niveau arbeiten und somit eine starke, kollektive Verteidigungslinie bilden.
„Die Politik spielt eine entscheidende Rolle bei der Schaffung eines sicheren digitalen Umfelds. Ohne klare gesetzliche Vorgaben und internationale Zusammenarbeit wären solche Initiativen kaum umsetzbar“, betont ein politischer Analyst.
Die heute angekündigten Maßnahmen der OeNB und FMA sind ein entscheidender Schritt zur Stärkung der Cyberresilienz des österreichischen Finanzsektors. Durch die verpflichtende Durchführung von simulierten Cyberangriffen werden nicht nur Schwachstellen aufgedeckt, sondern auch das Vertrauen in die Sicherheit des Finanzsystems gestärkt.
In einer Zeit, in der Cyberbedrohungen allgegenwärtig sind, setzen Österreichs Finanzinstitutionen ein starkes Zeichen für Sicherheit und Innovation. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie effektiv diese Maßnahmen sind und welchen Einfluss sie auf den internationalen Finanzsektor haben werden.
Weitere Informationen zu den neuen Maßnahmen und ihrer Umsetzung finden Sie auf den Webseiten der FMA und der OeNB.