Wien, 21. November 2025 – In der lebendigen Hauptstadt Österreichs sind täglich rund 4.500 Taxis unterwegs, die das Bild der Stadt prägen. Doch wer sind die Menschen, die rund um die Uhr am Steuer dieser Fahrzeuge sitzen? Die Mehrheit der Taxilenkerinnen und Taxilenker in Wien hat eine Migrationsbio
Wien, 21. November 2025 – In der lebendigen Hauptstadt Österreichs sind täglich rund 4.500 Taxis unterwegs, die das Bild der Stadt prägen. Doch wer sind die Menschen, die rund um die Uhr am Steuer dieser Fahrzeuge sitzen? Die Mehrheit der Taxilenkerinnen und Taxilenker in Wien hat eine Migrationsbiografie. Für viele von ihnen ist das Taxifahren nicht der Traumberuf, sondern eine Übergangslösung, die manchmal zur Dauerlösung wird. Trotz der Herausforderungen wie unregelmäßige Arbeitszeiten und hoher Konkurrenzdruck bleiben sie in der Branche. Doch was treibt sie an?
Adriana Jurić begleitet in der aktuellen Ausgabe von „betrifft: uns“ Taxifahrerinnen und Taxifahrer auf ihren Schichten. Die Reportage, die am 22. November 2025 auf ORF 2 und am 26. November 2025 auf ORF 1 ausgestrahlt wird, beleuchtet die Arbeitswelt zwischen Standplatz, Kundschaft und App-Konkurrenz. Diese Reportage ist nicht nur ein Blick hinter die Kulissen der Wiener Taxiindustrie, sondern auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Herausforderungen, denen die Fahrer täglich begegnen.
Die Branche kämpft mit zahlreichen Vorurteilen: Illegale Fahrer, ungepflegte Fahrzeuge und mangelnde Deutschkenntnisse sind nur einige der Probleme, die das Image der Taxifahrer belasten. Resul Ekrem Gönültas, Obmann der Wiener Taxi-Innung, ist regelmäßig mit seinem Team unterwegs, um auf den Standplätzen Ordnung zu schaffen und das Ansehen der Branche zu wahren.
Das Taxigewerbe hat in Wien eine lange Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert waren Fiaker ein fester Bestandteil des städtischen Verkehrs. Mit der Motorisierung Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich die ersten motorisierten Taxis. Seitdem hat sich viel verändert: Die Digitalisierung hat die Branche revolutioniert, Apps wie Uber und Bolt haben den Konkurrenzdruck erhöht und die Anforderungen an die Fahrer verändert.
Im Vergleich zu anderen Städten wie Berlin oder Zürich steht Wien vor ähnlichen Herausforderungen. In Berlin beispielsweise sind ebenfalls viele Fahrer mit Migrationshintergrund tätig, und auch dort ist der Konkurrenzdruck durch Fahrdienst-Apps hoch. In der Schweiz hingegen ist das Taxigewerbe strenger reguliert, was zu einer anderen Dynamik führt.
Für die Bürger Wiens sind Taxis ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Verkehrs. Sie bieten eine flexible und bequeme Alternative zu Bus und Bahn, besonders in den späten Nachtstunden. Doch die Herausforderungen der Branche können auch die Qualität der Dienstleistung beeinflussen. Lange Wartezeiten und unzureichender Service sind häufige Beschwerden, die das Vertrauen der Kunden beeinträchtigen.
Laut aktuellen Statistiken sind etwa 80% der Wiener Taxifahrer Männer, und die Mehrheit von ihnen stammt aus Ländern wie der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien oder Polen. Die Einkommen der Fahrer sind oft niedrig, und viele arbeiten als Selbstständige, was die finanzielle Unsicherheit erhöht.
Die Zukunft des Taxigewerbes in Wien hängt stark von der Fähigkeit ab, sich an neue Technologien und veränderte Marktbedingungen anzupassen. Die Digitalisierung bietet Chancen, aber auch Risiken. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Fahrer und Unternehmen innovative Lösungen finden, um den Service zu verbessern und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Herausforderungen für die Wiener Taxifahrer vielfältig sind. Dennoch bleibt die Branche ein wichtiger Bestandteil der städtischen Infrastruktur. Die Reportage von Adriana Jurić bietet einen wertvollen Einblick in eine oft übersehene Welt und regt zur Diskussion über die Zukunft des Taxigewerbes an. Was denken Sie, wie könnte sich die Branche weiterentwickeln?