In unserer rasanten digitalen Welt ist das ständige Ping und Vibrieren des Smartphones für viele Menschen in Österreich zur alltäglichen Belastung geworden. Der 15. Dezember 2025 markiert einen Wendepunkt, an dem das Gesundheitsmagazin 'Apotheken Umschau' Wege aufzeigt, wie man dem digitalen Stress
In unserer rasanten digitalen Welt ist das ständige Ping und Vibrieren des Smartphones für viele Menschen in Österreich zur alltäglichen Belastung geworden. Der 15. Dezember 2025 markiert einen Wendepunkt, an dem das Gesundheitsmagazin 'Apotheken Umschau' Wege aufzeigt, wie man dem digitalen Stress entkommen kann. Dieser Stress, der durch die ständige Erreichbarkeit und den Druck, sofort zu reagieren, entsteht, betrifft alle Altersgruppen und soziale Schichten in Österreich. Doch es gibt Hoffnung und praktikable Lösungen, um dem digitalen Dauergehetze zu entfliehen.
Digitaler Stress beschreibt das Gefühl der Überforderung, das durch die ständige Nutzung digitaler Technologien entsteht. Diese Technologien, die eigentlich unser Leben erleichtern sollen, führen oft zu einem ständigen Gefühl der Erreichbarkeit und der Verpflichtung, sofort zu reagieren. Der Begriff selbst ist relativ neu, doch die Auswirkungen sind weitreichend. Mehr dazu hier.
Mit der Einführung des Internets in den 1990er Jahren begann eine neue Ära der Kommunikation. E-Mails und später Smartphones revolutionierten die Art und Weise, wie wir arbeiten und interagieren. Während diese Technologien unbestreitbare Vorteile bieten, wie z.B. die Möglichkeit, von überall aus zu arbeiten, haben sie auch eine neue Art von Stress mit sich gebracht. In den frühen 2000er Jahren wurde der Begriff 'digitaler Stress' in wissenschaftlichen Kreisen diskutiert, als die negativen Auswirkungen der ständigen Vernetzung auf die psychische Gesundheit deutlicher wurden.
In Österreich, wie auch in anderen Ländern, hat die Digitalisierung der Arbeitswelt zu einem Anstieg der Burnout-Fälle geführt. Studien zeigen, dass Arbeitnehmer, die ständig erreichbar sind, ein höheres Risiko haben, an Stress und Erschöpfung zu leiden. Die Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt, da Homeoffice und digitale Meetings zur Norm wurden.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo ähnliche Trends zu beobachten sind, hat Österreich spezifische Herausforderungen. Während in Deutschland bereits umfassende Studien zu den Auswirkungen des digitalen Stresses durchgeführt wurden, ist die Forschung in Österreich noch im Aufbau. Die Schweiz hingegen hat frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um die Work-Life-Balance ihrer Bürger zu schützen, was als Vorbild für Österreich dienen könnte.
Für viele Österreicher bedeutet digitaler Stress mehr als nur ein Gefühl der Überforderung. Er kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, darunter Schlafstörungen, Angstzustände und Depressionen. Ein Beispiel ist Anna, eine 35-jährige Marketing-Managerin aus Wien, die berichtet, dass sie sich nie wirklich entspannen kann, weil sie ständig das Gefühl hat, auf E-Mails und Nachrichten reagieren zu müssen. Diese ständige Erreichbarkeit hat zu einem erhöhten Stressniveau geführt, das sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt.
Ein weiteres Beispiel ist Thomas, ein 45-jähriger Lehrer aus Graz, der feststellt, dass die ständige Nutzung digitaler Plattformen seine Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt. Er hat begonnen, bewusste Pausen einzulegen, um seine geistige Gesundheit zu schützen.
Statistiken zeigen, dass in Österreich etwa 60% der Arbeitnehmer regelmäßig digitalem Stress ausgesetzt sind. Eine Umfrage des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung ergab, dass 45% der Befragten angeben, dass die ständige Erreichbarkeit ihre Produktivität und Lebensqualität beeinträchtigt. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln.
Der Neurowissenschaftler Dr. Volker Busch betont die Wichtigkeit von digitalen Pausen. In seinem Buch 'Kopf frei' empfiehlt er tägliche Auszeiten von 15 bis 30 Minuten. Diese Pausen helfen, die 'geistige Verstopfung' zu lösen und die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Prof. Dr. Mascha Will-Zocholl von der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit hebt hervor, dass die Digitalisierung nicht nur Vorteile bringt. Sie fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, wie viel Digitalisierung tatsächlich wünschenswert ist.
Die Zukunft des digitalen Stresses hängt stark von den Maßnahmen ab, die jetzt ergriffen werden. Es ist wichtig, dass Unternehmen und Regierungen die Bedeutung der Work-Life-Balance erkennen und entsprechende Richtlinien entwickeln. In Österreich könnten flexible Arbeitszeiten und die Förderung von digitalen Auszeiten Teil einer nationalen Strategie zur Stressbewältigung werden.
Ein weiterer Ansatz könnte die Förderung von nicht-digitalen Aktivitäten sein. Handarbeiten, wie das Stricken oder Töpfern, sowie Spaziergänge in der Natur bieten effektive Möglichkeiten, sich von der digitalen Welt zu lösen und den Geist zu beruhigen. Diese Aktivitäten fördern nicht nur die Entspannung, sondern auch die Kreativität und das Wohlbefinden.
Digitaler Stress ist ein ernstes Problem, das viele Österreicher betrifft. Es liegt an uns allen, Wege zu finden, um diesem Stress entgegenzuwirken. Ob durch bewusste digitale Pausen, die Förderung von Offline-Aktivitäten oder die Entwicklung neuer Arbeitsrichtlinien – jeder Schritt zählt. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, eine gesunde Balance zwischen digitaler Vernetzung und persönlichem Wohlbefinden zu finden. Weitere Informationen und Tipps finden Sie in der aktuellen Ausgabe der 'Apotheken Umschau' und auf deren Website.