RTR-Evaluierung zeigt positive Bilanz - Privatsenderverband fordert Verlängerung
Der Digitaltransformationsfonds hat in fünf Jahren Arbeitsplätze gesichert und Innovationen ermöglicht. Doch die Transformation ist noch nicht abgeschlossen.
Eine aktuelle Evaluierung der RTR Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH bestätigt den Erfolg des Digitaltransformationsfonds: Die Förderung hat in den vergangenen fünf Jahren entscheidend zur digitalen Weiterentwicklung privater Medienunternehmen in Österreich beigetragen. Gleichzeitig konnten trotz des anhaltenden Kosten- und Restrukturierungsdrucks zahlreiche Arbeitsplätze in strategisch relevanten Bereichen gesichert werden.
Die Ergebnisse der RTR-Studie zeigen deutlich, dass die Digitaltransformationsförderung bei privaten Medienunternehmen nachhaltige Investitionen in digitale Technologien, neue Formate und innovative Distributionswege bewirkt hat. In einem von raschem Strukturwandel geprägten Umfeld fungierte der Fonds als entscheidender Stabilitätsfaktor für private Rundfunkveranstalter.
Besonders bemerkenswert ist, dass diese Fördermaßnahmen nicht nur technische Innovationen vorangetrieben haben, sondern auch zur Beschäftigungssicherung beigetragen haben. Dies ist umso bedeutsamer, als die gesamte Medienbranche unter erheblichem Kostendruck steht und viele Unternehmen weltweit Stellenabbau betreiben mussten.
Trotz der bisherigen Erfolge macht die Studie eines deutlich: Die digitale Transformation des österreichischen Medienmarktes ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Dynamik hat sich zuletzt sogar weiter beschleunigt, was neue Herausforderungen mit sich bringt.
Insbesondere die rasanten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz erhöhen den Transformationsdruck auf Medienhäuser erheblich. KI-Technologien verändern nicht nur die Art der Contentproduktion, sondern auch die Distributionswege und die Interaktion mit dem Publikum grundlegend.
Ohne gezielte weitere Investitionen droht eine strukturelle Wettbewerbsverzerrung zulasten österreichischer Anbieter. Internationale Tech-Konzerne und globale Medienplattformen verfügen über erheblich größere Ressourcen für Forschung und Entwicklung im digitalen Bereich.
Um Qualität, Unabhängigkeit und Innovationskraft der österreichischen Medien auch künftig sicherzustellen, sind daher weitere entschlossene und rasche Transformationsschritte notwendig. Dies betrifft nicht nur technische Aspekte, sondern auch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Vertriebsstrategien.
VÖP-Präsident Christian Stögmüller zeigt sich von den Studienergebnissen bestätigt: "Die Studie zeigt klar: Der Digitaltransformationsfonds wirkt. Er hat Investitionen ermöglicht, Innovationen angestoßen und Beschäftigung gesichert. Angesichts der technologischen Umbrüche, insbesondere durch KI, sollte dieser Weg konsequent fortgesetzt werden."
Stögmüller betont weiter: "Österreichische Medienunternehmen müssen ihre digitalen Angebote weiterhin ausbauen und weiterentwickeln, um im intensiven Wettbewerb mit globalen Online-Plattformen bestehen zu können."
Vor diesem Hintergrund erachtet der Verband Österreichischer Privatsender die Fortführung der Digitaltransformationsförderung für sinnvoll und notwendig. Der Verband spricht sich daher klar dafür aus, die Notifizierung des Fonds möglichst rasch zu verlängern und seine Dotierung abzusichern.
Diese Forderung ist nicht nur wirtschaftlich begründet, sondern hat auch eine medienpolitische Dimension: Nur durch kontinuierliche Unterstützung kann gewährleistet werden, dass österreichische Medien auch künftig wettbewerbsfähig bleiben und ihren unverzichtbaren Beitrag zur Meinungsvielfalt und demokratischen Öffentlichkeit leisten können.
Der Digitaltransformationsfonds hat sich als wichtiges Instrument zur Stärkung der österreichischen Medienlandschaft erwiesen. In Zeiten, in denen traditionelle Geschäftsmodelle unter Druck stehen und neue digitale Herausforderungen entstehen, bietet er privaten Medienunternehmen die notwendige Unterstützung für den Wandel.
Die Förderung kommt dabei nicht nur den Unternehmen zugute, sondern letztendlich auch den Konsumentinnen und Konsumenten, die von innovativen digitalen Medienangeboten profitieren. Gleichzeitig trägt sie zur Aufrechterhaltung einer vielfältigen Medienlandschaft bei, die für eine funktionierende Demokratie unerlässlich ist.
Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie sich die österreichische Medienlandschaft im digitalen Wandel positioniert. Die RTR-Evaluierung zeigt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist, aber auch, dass weitere Anstrengungen notwendig sind.
Besonders im Bereich der künstlichen Intelligenz, aber auch bei der Entwicklung neuer interaktiver Formate und der Optimierung von Online-Angeboten besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. Hier wird sich zeigen, ob österreichische Medienunternehmen den Anschluss an internationale Entwicklungen halten können.
Die Verlängerung und angemessene Dotierung des Digitaltransformationsfonds wird daher zu einem wichtigen medienpolitischen Thema der kommenden Monate. Von der Entscheidung der Politik hängt wesentlich ab, wie erfolgreich sich Österreichs private Medien in der digitalen Zukunft positionieren können.