Wien, 2. Juli 2025 – Die Hoffnung auf ein eigenes Zuhause bleibt für viele Österreicher auch nach dem Ende der KIM-Verordnung unerfüllt. Trotz sinkender Zinsen und einem leichten Anstieg der Einkommen sind die hohen Immobilienpreise der entscheidende Stolperstein. Der aktuelle Immo-Leistbarkeitsinde
Wien, 2. Juli 2025 – Die Hoffnung auf ein eigenes Zuhause bleibt für viele Österreicher auch nach dem Ende der KIM-Verordnung unerfüllt. Trotz sinkender Zinsen und einem leichten Anstieg der Einkommen sind die hohen Immobilienpreise der entscheidende Stolperstein. Der aktuelle Immo-Leistbarkeitsindex von durchblicker zeigt, dass Durchschnittshaushalte immer noch über die Hälfte ihres Einkommens für die Kredittilgung aufwenden müssen. Doch was bedeutet das für die Zukunft der Wohnträume in Österreich?
Die KIM-Verordnung, offiziell als Kreditinstitute-Mindestanforderungsverordnung bekannt, wurde eingeführt, um die Vergabepraxis von Wohnbaukrediten zu regulieren. Ziel war es, die Risiken für Kreditnehmer und Banken zu minimieren, indem strenge Vorgaben für das Verhältnis von Einkommen zu Schulden und Eigenkapitalanteil gemacht wurden. Die Verordnung lief Ende Juni 2025 aus, doch die Finanzmarktaufsicht (FMA) hält an den strengen Richtlinien fest.
Die FMA ist die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde, die die Aufgabe hat, die Stabilität des Finanzmarktes zu gewährleisten. Auch ohne die Verordnung empfiehlt sie weiterhin einen Eigenkapitalanteil von 20 Prozent und eine Schuldendienstquote von 40 Prozent. Diese Vorgaben sind für viele junge Familien, die nicht auf Erbschaften oder große Ersparnisse zurückgreifen können, schwer zu erfüllen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in den letzten Jahren die Leitzinsen mehrfach gesenkt, um die Wirtschaft zu stimulieren. Dies führte zu günstigeren Kreditkonditionen, die theoretisch den Erwerb von Wohneigentum erleichtern sollten. Doch wie der durchblicker Immo-Leistbarkeitsindex zeigt, hat sich die Situation für viele Haushalte nur marginal verbessert. Ein durchschnittlicher Doppelverdienerhaushalt in Wien muss immer noch 53 Prozent seines Nettoeinkommens zur Kredittilgung aufwenden.
Ein wesentlicher Grund für die hohen Immobilienpreise in Österreich ist die starke Nachfrage, die das Angebot übersteigt. Besonders in Ballungszentren wie Wien sind Baugrundstücke knapp und teuer. Zudem haben Investoren aus dem In- und Ausland Immobilien als sichere Kapitalanlage entdeckt, was die Preise weiter in die Höhe treibt.
In ländlichen Regionen Österreichs sind die Immobilienpreise zwar niedriger, doch auch hier gibt es Herausforderungen. Die wirtschaftliche Attraktivität und die Infrastruktur sind oft weniger entwickelt, was viele Menschen in die Städte zieht. Dadurch entsteht ein Teufelskreis: Die Landflucht treibt die Preise in den Städten weiter an, während die ländlichen Gegenden stagnieren.
Ein Immobilienexperte erklärt: „Die ungleiche Verteilung von Arbeitsplätzen und Bildungsangeboten zwischen Stadt und Land verstärkt die Diskrepanz der Immobilienpreise. Ohne gezielte Maßnahmen zur Entwicklung der ländlichen Infrastruktur wird sich an dieser Situation wenig ändern.“
Für viele Österreicher bleibt der Traum vom Eigenheim genau das: ein Traum. Besonders junge Familien und Durchschnittsverdiener sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, entweder ihre Wohnansprüche zu senken oder in Mietverhältnissen zu bleiben. Dies hat auch soziale Auswirkungen, da der Besitz eines Eigenheims oft mit einem Gefühl von Sicherheit und Stabilität verbunden ist.
Eine unabhängige Beratung kann helfen, die bestmöglichen Konditionen zu finden und Ausnahmen bei Banken zu nutzen. Das sogenannte Ausnahmekontingent erlaubt es Banken, einen Teil ihrer Kredite außerhalb der strengen Richtlinien zu vergeben. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, da die Konditionen stark variieren können.
Ein weiterer Ansatzpunkt wäre eine stärkere Förderung des sozialen Wohnungsbaus und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Dies könnte durch staatliche Subventionen oder steuerliche Anreize für Bauprojekte erreicht werden, die sich an den Bedürfnissen von Durchschnittsverdienern orientieren.
Die durchblicker GmbH prognostiziert, dass sich die Lage auf dem Immobilienmarkt in den nächsten Jahren nicht grundlegend ändern wird, solange die strukturellen Probleme nicht angegangen werden. Die Politik steht vor der Herausforderung, Maßnahmen zu ergreifen, die sowohl Angebot als auch Nachfrage adressieren.
Die Immobilienpolitik in Österreich ist stark von den politischen Entscheidungen auf nationaler und regionaler Ebene abhängig. Maßnahmen zur Lockerung der Bauvorschriften, Investitionen in die Infrastruktur und gezielte Förderprogramme könnten helfen, die Situation zu entspannen. Doch diese Schritte erfordern politischen Willen und oft langwierige Verhandlungen zwischen verschiedenen Interessengruppen.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass der Weg zum Eigenheim für viele Österreicher weiterhin steinig ist. Die Kombination aus hohen Preisen, strengen Kreditvergaberichtlinien und unzureichendem Angebot macht es notwendig, neue Wege zu finden, um den Traum vom eigenen Zuhause zu realisieren.
Weitere Informationen und Beratungsmöglichkeiten finden Sie auf der Webseite von durchblicker unter durchblicker.at.