Am 11. Dezember 2025 erlebte die österreichische Photovoltaik-Branche einen bedeutenden Moment: Nach mehr als vier Jahren intensiver Verhandlungen und einem drohenden Vertragsverletzungsverfahren der EU wurde der Kompromiss zum Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) im Nationalrat beschlossen. Dieses
Am 11. Dezember 2025 erlebte die österreichische Photovoltaik-Branche einen bedeutenden Moment: Nach mehr als vier Jahren intensiver Verhandlungen und einem drohenden Vertragsverletzungsverfahren der EU wurde der Kompromiss zum Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) im Nationalrat beschlossen. Dieses Ereignis markiert einen Meilenstein für die heimische Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und bringt Klarheit für die Zukunft der Photovoltaik in Österreich.
Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) ist das zentrale Regelwerk für die Stromversorgung in Österreich. Es legt die Rahmenbedingungen für die Erzeugung, Verteilung und den Verbrauch von Elektrizität fest. Seit seiner Einführung hat das Gesetz zahlreiche Anpassungen erfahren, um den sich wandelnden Anforderungen des Energiemarktes gerecht zu werden. In den letzten Jahren stand das ElWG vermehrt im Fokus, da die EU vermehrt Druck auf Österreich ausübte, die Integration erneuerbarer Energien zu verbessern.
Photovoltaik, die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie, spielt eine entscheidende Rolle in der österreichischen Energiewende. Mit über 1,5 Millionen installierten Solarmodulen ist Österreich auf einem guten Weg, seine Klimaziele zu erreichen. Die Photovoltaik trägt nicht nur zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei, sondern stärkt auch die Energieunabhängigkeit des Landes.
Während Österreich nun einen Kompromiss beim ElWG gefunden hat, haben Deutschland und die Schweiz bereits seit Jahren fortschrittliche Regelwerke für die Förderung erneuerbarer Energien implementiert. In Deutschland etwa sorgt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für eine garantierte Einspeisevergütung, die den Ausbau der Photovoltaik erheblich beschleunigt hat. Die Schweiz hingegen setzt auf ein Fördersystem, das sowohl die Installation als auch den Eigenverbrauch von Solarstrom unterstützt.
Der ElWG-Kompromiss bringt für österreichische Haushalte und Unternehmen zahlreiche Vorteile. Die Einführung der 70-Prozent-Kappung der Einspeiseleistung bei neuen Photovoltaikanlagen fördert den Eigenverbrauch und entlastet das Stromnetz. Für private Haushalte bedeutet dies lediglich eine geringfügige Reduzierung der Stromeinspeisung, während gleichzeitig die Netzkapazität gesteigert wird. Zudem sorgt der fixierte Versorgungsinfrastrukturbeitrag für Planungssicherheit bei größeren Anlagen.
Die neue Strommarktreform sieht vor, dass Photovoltaikanlagen mit einer Leistung bis 20 kW weiterhin kostenfrei in das Netz einspeisen können. Ab 2027 wird für größere Anlagen ein fixer Beitrag von 0,05 ct/kWh erhoben. Diese Regelung schafft klare Verhältnisse und beseitigt Unsicherheiten, die bislang die Investitionsbereitschaft in der Branche gebremst haben.
Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria, betont die Bedeutung des neuen Gesetzes: „Mit dem Beschluss des ElWG herrscht nun zumindest Klarheit über die neuen Spielregeln für erneuerbare Stromerzeuger. Die E-Control ist nun gefordert, im Netzbereich rasch für Effizienz zu sorgen und die Einhaltung dieser neuen Spielregeln zu überwachen.“
Der ElWG-Kompromiss legt den Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung der Photovoltaik in Österreich. Experten prognostizieren, dass die Branche in den kommenden Jahren ein signifikantes Wachstum erleben wird. Die klaren Rahmenbedingungen und die Unterstützung durch den Bundesverband Photovoltaic Austria werden dazu beitragen, dass Österreich seine Klimaziele erreicht und die Energiewende erfolgreich gestaltet.
Die Geschäftsführerin von PV Austria, Vera Immitzer, sieht optimistisch in die Zukunft: „Die letzten Monate waren von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen. Wir werden die Branche bestmöglich unterstützen, damit sie schnell und sicher mit dem neuen Gesetz arbeiten kann.“
Der Kompromiss beim Elektrizitätswirtschaftsgesetz stellt einen wichtigen Schritt für die Energiewende in Österreich dar. Er schafft Klarheit und Planungssicherheit für die Photovoltaik-Branche und trägt dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie effektiv die neuen Regelungen umgesetzt werden und welchen Beitrag sie zur Erreichung der Klimaziele leisten können.
Für weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen besuchen Sie die Webseite des Bundesverbands Photovoltaic Austria.