Am 28. September 2025 wird eine Ära im österreichischen Fernsehen zu Ende gehen. Die Sendung „Orientierung“, das dienstälteste TV-Religionsmagazin des ORF, wird ein letztes Mal ausgestrahlt. Dieses Ereignis markiert nicht nur das Ende einer 56-jährigen Geschichte, sondern auch den Beginn einer neuen
Am 28. September 2025 wird eine Ära im österreichischen Fernsehen zu Ende gehen. Die Sendung „Orientierung“, das dienstälteste TV-Religionsmagazin des ORF, wird ein letztes Mal ausgestrahlt. Dieses Ereignis markiert nicht nur das Ende einer 56-jährigen Geschichte, sondern auch den Beginn einer neuen Ära in der Berichterstattung über Religion und Ethik im österreichischen Fernsehen.
„Orientierung“ wurde erstmals am 27. Jänner 1969 ausgestrahlt und hat seitdem mehr als 2.500 Folgen hervorgebracht. Ursprünglich als Kirchenmagazin konzipiert, entwickelte sich die Sendung schnell zu einem umfassenden Religionsmagazin, das sich mit einer Vielzahl von Themen auseinandersetzte. Der Startschuss für diese Sendung fiel in einer Zeit, in der das Fernsehen als Medium gerade erst begann, in den Wohnzimmern der Menschen Fuß zu fassen.
Die Sendung begann mit einer starken Nähe zur katholischen Kirche, was angesichts der damaligen religiösen Landschaft in Österreich wenig überraschend war. Doch schon bald wandelte sich diese Nähe in eine kritischere Distanz. Die Redaktion von „Orientierung“ begann, sich mit einer Vielzahl von Themen auseinanderzusetzen, die weit über die katholische Kirche hinausgingen. Dazu gehörten ökumenische Fragen, soziale Probleme, Entwicklungszusammenarbeit und die Vielfalt der Religionsgemeinschaften in Österreich. Mit dieser thematischen Breite spiegelte die Sendung nicht nur die Entwicklungen innerhalb der Kirche wider, sondern auch die gesellschaftlichen Veränderungen in Österreich.
Für viele Österreicher war „Orientierung“ mehr als nur eine Fernsehsendung. Sie war eine Informationsquelle, die half, die komplexen Zusammenhänge von Religion und Gesellschaft zu verstehen. Die Sendung bot Einblicke in Themen, die oft im Verborgenen blieben, und gab verschiedenen Stimmen, darunter auch kritischen, eine Plattform.
Diese Themenvielfalt war es, die „Orientierung“ zu einem wichtigen Bestandteil der österreichischen Medienlandschaft machte. Die Sendung trug dazu bei, das Bewusstsein für religiöse und ethische Fragen zu schärfen und Diskussionen anzuregen, die über die Bildschirme hinausgingen.
Mit dem Ende von „Orientierung“ öffnet sich ein neues Kapitel für die ORF-Hauptabteilung Religion und Ethik. Ab dem 5. Oktober 2025 werden neue Formate eingeführt, die sich an ein jüngeres, streaming-affines Publikum richten. Dazu gehören „kreuz & quer nah dran“ und „kreuz & quer Reportage“, die abwechselnd am bisherigen „Orientierung“-Sendeplatz ausgestrahlt werden.
Die neuen Sendungen sollen die erfolgreiche Marke „kreuz & quer“ erweitern, die weiterhin mit internationalen Dokumentationen am Dienstagabend präsent sein wird. Diese neuen Formate zielen darauf ab, die Tradition der kritischen Berichterstattung fortzusetzen, dabei jedoch neue Erzählformen und Medienkanäle zu nutzen, um ein breiteres Publikum zu erreichen.
Ein weiteres neues Format ist das Religionsmagazin „Prisma“, das bereits seit Ende März 2025 samstags ausgestrahlt wird. Diese Sendung bietet eine Plattform für aktuelle Themen und Diskussionen im Bereich Religion und Ethik und ist ebenfalls über on.ORF.at abrufbar.
Die Einführung neuer Formate ist nicht ohne Herausforderungen. Die Medienlandschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert, und traditionelle Fernsehsendungen stehen im Wettbewerb mit Streaming-Diensten und sozialen Medien. Um erfolgreich zu sein, müssen die neuen Formate sowohl inhaltlich als auch technisch innovativ sein.
Experten betonen, dass es entscheidend ist, die Balance zwischen Tradition und Innovation zu finden. Während die neuen Formate darauf abzielen, ein jüngeres Publikum zu erreichen, dürfen sie die langjährigen Zuschauer von „Orientierung“ nicht vernachlässigen. „Es ist wichtig, die Kernwerte der Marke zu bewahren und gleichzeitig neue Wege zu finden, um die Zuschauer zu erreichen“, so ein fiktiver Medienexperte.
Die Zukunft der Religionsberichterstattung im ORF sieht vielversprechend aus. Mit den neuen Formaten wird der ORF weiterhin eine Plattform für wichtige Diskussionen über Religion und Ethik bieten. Die Zuschauer können sich auf eine Mischung aus Dokumentationen, Reportagen und Diskussionen freuen, die sowohl informativ als auch unterhaltsam sind.
Zusätzlich zu den neuen Fernsehsendungen plant der ORF, seine Online-Präsenz zu stärken. Die neuen Formate werden auch über Streaming-Dienste und soziale Medien verfügbar sein, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Diese Strategie spiegelt den Wandel in der Mediennutzung wider und stellt sicher, dass der ORF auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der österreichischen Medienlandschaft spielt.
Der Abschied von „Orientierung“ ist ein bedeutender Moment in der Geschichte des ORF. Doch mit dem Ende dieser Sendung beginnt auch eine neue Ära der Religions- und Ethikberichterstattung. Die neuen Formate versprechen, die Tradition der kritischen Berichterstattung fortzusetzen und gleichzeitig neue Wege zu gehen, um die Zuschauer zu erreichen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie erfolgreich diese neuen Formate sein werden, aber eines ist sicher: Die Diskussion über Religion und Ethik im österreichischen Fernsehen wird weitergehen.