In der Wiener Donaustadt hat ein bemerkenswertes Projekt das Licht der Welt erblickt. Am 12. November 2025 verkündete die Gemüse-Erzeugergemeinschaft „LGV Sonnengemüse“ den Erntebeginn in ihrem neuen, hochmodernen Gewächshaus. Dieses Projekt, das von der Familie Merschl in fünfter Generation geführt
In der Wiener Donaustadt hat ein bemerkenswertes Projekt das Licht der Welt erblickt. Am 12. November 2025 verkündete die Gemüse-Erzeugergemeinschaft „LGV Sonnengemüse“ den Erntebeginn in ihrem neuen, hochmodernen Gewächshaus. Dieses Projekt, das von der Familie Merschl in fünfter Generation geführt wird, setzt neue Maßstäbe in der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Gemüsebau. Mit einem umfassenden Energie-Konzept wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch die Qualität der Produkte gesteigert. Diese Innovation ist nicht nur für Wien, sondern für ganz Österreich von Bedeutung.
Das neue Gewächshaus erstreckt sich über eine Fläche von 12.300 m² und ist ein Paradebeispiel für den Einsatz modernster Technologien im Gemüsebau. Die Wärme für die Kultivierung der Cherry- und Midi-Rispenparadeiser stammt aus Biomasse, was den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu fossilen Energieträgern um bis zu 93% reduziert. Der verbleibende CO₂-Ausstoß wird im Rahmen der Carbon Capture and Use-Technologie als Pflanzennährstoff wiederverwendet. Diese innovative Methode trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck erheblich zu verkleinern.
Biomasse ist ein biologisch abbaubares Material, das aus Pflanzen oder tierischen Abfällen besteht und zur Energieerzeugung genutzt werden kann. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen ist Biomasse erneuerbar und trägt zur Reduzierung von Treibhausgasen bei. Carbon Capture and Use (CCU) bezeichnet Technologien, die CO₂ aus der Atmosphäre oder industriellen Prozessen auffangen und für industrielle Anwendungen oder als Pflanzennährstoff wiederverwenden.
Die Bemühungen um Energieeffizienz im Gemüsebau reichen weit zurück. Bereits in den 1970er Jahren, mit der ersten Ölkrise, begann ein Umdenken in der Landwirtschaft. Der Fokus lag zunächst auf der Reduzierung des Energieverbrauchs durch effizientere Heizsysteme und die Nutzung von Abwärme. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Technologie rasant weiterentwickelt. Heute stehen uns fortschrittliche Methoden wie die Nutzung von Biomasse und Solarenergie zur Verfügung, die den Energieverbrauch weiter senken und die Nachhaltigkeit erhöhen.
Österreich ist nicht das einzige Land, das auf nachhaltige Landwirtschaft setzt. In Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Bestrebungen, die Energieeffizienz im Gemüsebau zu verbessern. In Deutschland beispielsweise wird verstärkt auf die Kombination von Solarenergie und Geothermie gesetzt, um den Energieverbrauch in Gewächshäusern zu minimieren. Die Schweiz hingegen hat sich auf die Entwicklung von energieeffizienten LED-Beleuchtungssystemen spezialisiert, die den Energieverbrauch um bis zu 70% senken können. Diese Ansätze zeigen, dass es viele Wege gibt, um die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.
Die Auswirkungen dieser Maßnahmen sind vielfältig. Zum einen profitieren die Konsumenten von frischen, lokal produzierten Paradeisern, die das ganze Jahr über verfügbar sind. Das reduziert nicht nur die Abhängigkeit von Importen, sondern stärkt auch die lokale Wirtschaft. Zudem werden durch die kurzen Transportwege die CO₂-Emissionen weiter reduziert. Ein weiteres Beispiel ist die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region, da die Pflege und Ernte der Pflanzen händisch erfolgt.
Die LGV Sonnengemüse produziert jährlich rund 37.000 Tonnen Frischgemüse, das fast vollständig an heimische Handelspartner und den Großmarkt geht. Der Umsatz im Jahr 2024 betrug beeindruckende 97 Millionen Euro. Diese Zahlen verdeutlichen die Bedeutung der Erzeugergemeinschaft für die österreichische Landwirtschaft und Wirtschaft.
Die Zukunft des Gemüsebaus in Österreich sieht vielversprechend aus. Mit der fortschreitenden Entwicklung von Technologien zur Energieeffizienz und Nachhaltigkeit könnten ähnliche Projekte in anderen Regionen des Landes entstehen. Dies würde nicht nur zur Erreichung der nationalen Klimaziele beitragen, sondern auch die Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von Importen weiter stärken.
Die Eröffnung des neuen Gewächshauses der LGV Sonnengemüse ist ein bedeutender Schritt in Richtung nachhaltiger Landwirtschaft in Österreich. Durch den Einsatz modernster Technologien wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch die Qualität und Verfügbarkeit von Frischgemüse verbessert. Diese Entwicklungen sind ein Gewinn für Konsumenten, Erzeuger und die Umwelt gleichermaßen. Bleibt zu hoffen, dass diese Innovationen auch in anderen Bereichen der Landwirtschaft Schule machen.
Mehr Informationen zu diesem spannenden Projekt finden Sie auf der Website der LGV Sonnengemüse.