ImmoScout24-Studie zeigt: Hohe Energiepreise belasten vor allem junge Mieter
37% der Österreicher nennen Energiekosten als größtes Wohnproblem. Eigentümer leben deutlich entspannter als Mieter.
Die Wohnkosten in Österreich bereiten den Menschen zunehmend Sorgen. Eine aktuelle Studie von ImmoScout24 zeigt deutlich: Hohe Energiepreise dominieren die Wohnsorgen der Österreicher und stehen an der Spitze der größten Herausforderungen rund ums Wohnen.
Für gut ein Drittel der Österreicher (37 Prozent) sind die hohen Energiepreise das wichtigste und zugleich problematischste Thema rund ums Wohnen. Die Integral-Trendstudie, die im Jänner 2025 unter 1.000 Österreichern durchgeführt wurde, zeigt ein klares Bild der aktuellen Wohnsituation im Land.
Besonders stark beschäftigt das Thema Menschen im Süden und Osten Österreichs. In der Steiermark nennen 45 Prozent die Energiekosten als größte Herausforderung, in Niederösterreich sind es 43 Prozent und in Kärnten rund 40 Prozent. Im Westen des Landes wird die Situation etwas entspannter gesehen - in Vorarlberg (28 Prozent) und Tirol (31 Prozent) bewerten vergleichsweise weniger Menschen Energiekosten als vordringliches Problem.
Die Studie offenbart einen markanten Unterschied zwischen Eigentümern und Mietern: Eigentümer leben offenbar deutlich sorgloser als Mietende. Während ein gutes Viertel der Eigentümer kein einziges Thema rund um das eigene Zuhause belastet, trifft das bei Mietern lediglich auf 8 Prozent zu.
Für rund jeden fünften Österreicher ist die eigene Wohnsituation aktuell völlig unproblematisch - ein Anteil, der mit zunehmendem Alter deutlich steigt. Diese Erkenntnis unterstreicht die unterschiedlichen Herausforderungen verschiedener Bevölkerungsgruppen beim Thema Wohnen.
Knapp ein Viertel der Österreicher ist derzeit mit hohen Miet- oder Kreditraten sowie steigenden Betriebskosten konfrontiert. Besonders betroffen zeigt sich die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Hier nennt rund ein Drittel (30 Prozent) die Wohnkosten als zentrales Problem.
Erwartungsgemäß betrifft dies vor allem Menschen in Mietverhältnissen (39 Prozent), aber auch Bewohner von Genossenschaftswohnungen berichten überdurchschnittlich häufig von finanziellen Belastungen (37 Prozent). Diese Zahlen verdeutlichen die besondere Herausforderung für junge Menschen beim Einstieg in den Wohnungsmarkt.
Steigende Betriebskosten belasten Eigentümer mit 24 Prozent sogar etwas stärker als Mieter (22 Prozent). Gleichzeitig empfinden 42 Prozent der aktuell Wohnungssuchenden die Suche nach einer Mietwohnung als schwierig, insbesondere aufgrund des begrenzten Angebots an leistbarem Wohnraum.
Neben den Kostenfaktoren zählt auch Lärmbelästigung durch Nachbarn zu den Themen, die die Wohnzufriedenheit spürbar beeinträchtigen: 22 Prozent berichten, dass sich Konflikte oder Lärm negativ auf ihr Wohngefühl auswirken.
Besonders häufig betrifft das Bewohner von Gemeindewohnungen (28 Prozent) sowie Genossenschaftswohnungen (26 Prozent). Ein gutes Viertel der aktuell Wohnungssuchenden nennt Lärmbelästigung als wichtigen Faktor bei der Wohnungssuche.
Regional treten Konflikte mit Nachbarn, Hausverwaltung oder Vermietern vor allem in Kärnten (21 Prozent) verstärkt auf, gefolgt von Vorarlberg (16 Prozent). Für die Generation 50plus gewinnen neben Energie- und Betriebskosten zunehmend auch Fragen der Barrierefreiheit an Bedeutung.
Die Studie macht auch strukturelle Veränderungen in der Wohnsituation deutlich. So berichten 9 Prozent der Befragten von zu wenig Wohnraum beziehungsweise akutem Platzmangel. Gründe dafür können etwa Familienzuwachs, veränderte Arbeitsmodelle wie Homeoffice oder beengte Wohnverhältnisse in Ballungsräumen sein.
Fehlender Raum wirkt sich dabei nicht nur auf den Komfort, sondern häufig auch auf das persönliche Wohlbefinden und die Lebensqualität aus. Dies zeigt, wie wichtig eine passende Wohnsituation für die allgemeine Lebenszufriedenheit ist.
Auf der anderen Seite geben 5 Prozent an, aktuell über zu viel Wohnraum zu verfügen oder in einer Wohnung zu leben, die nicht mehr zu ihrer gegenwärtigen Lebenssituation passt. Dies betrifft beispielsweise Personen, deren Kinder ausgezogen sind, oder Menschen, die sich nach einer Trennung beziehungsweise einem beruflichen Wechsel in einer veränderten Lebensphase befinden.
Zu große Wohnungen können neben höheren Kosten auch einen erhöhten organisatorischen und finanziellen Aufwand mit sich bringen. Diese Erkenntnis deutet auf ein Potenzial für flexiblere Wohnformen und bessere Vermittlung zwischen verschiedenen Wohnbedürfnissen hin.
Die ImmoScout24-Studie zeigt deutlich, dass das Thema Wohnen für viele Österreicher eine zentrale Herausforderung darstellt. Die hohen Energiepreise dominieren dabei die Sorgen, gefolgt von allgemeinen Wohnkosten und Betriebskosten.
Besonders bemerkenswert ist der deutliche Unterschied zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen: Junge Menschen und Mieter sind stärker belastet als ältere Personen und Eigentümer. Dies unterstreicht die Notwendigkeit zielgerichteter Maßnahmen zur Entlastung besonders betroffener Gruppen.
Die Studie verdeutlicht auch, dass neben den rein finanziellen Aspekten auch Faktoren wie Lärmbelästigung und die Passung der Wohngröße zur Lebenssituation wichtige Rolle für die Wohnzufriedenheit spielen. Eine ganzheitliche Betrachtung des Wohnens ist daher notwendig, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.
Die Integral-Trendstudie wurde im Jänner 2025 unter 1.000 Österreichern von 18 bis 69 Jahren online repräsentativ durchgeführt.