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Kultur

Enthüllt: Was Sie über Wiens geheime Stadtrundgänge zur jüdischen Geschichte wissen müssen!

16. September 2025 um 12:42
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Am 16. September 2025 markiert ein besonderes Jubiläum für die Stadt Wien: Zehn Jahre Stadtrundgang zur jüdischen Geschichte im Rahmen der BMB-Wien-Aktion. Diese Initiative, die seit 2015 läuft, hat sich als unverzichtbarer Bestandteil der Bildungslandschaft etabliert und bietet Schülerinnen und Sch

Am 16. September 2025 markiert ein besonderes Jubiläum für die Stadt Wien: Zehn Jahre Stadtrundgang zur jüdischen Geschichte im Rahmen der BMB-Wien-Aktion. Diese Initiative, die seit 2015 läuft, hat sich als unverzichtbarer Bestandteil der Bildungslandschaft etabliert und bietet Schülerinnen und Schülern aus ganz Österreich eine einzigartige Möglichkeit, die Geschichte der jüdischen Bevölkerung Wiens zu erforschen.

Die Geschichte hinter dem Rundgang

Der Stadtrundgang wurde 2015 als Teil des OeAD-Programmes ERINNERN:AT eingeführt. Diese Initiative zielt darauf ab, die Erinnerungskultur zu fördern und junge Menschen für die historischen Ereignisse des Holocaust zu sensibilisieren. Der Rundgang führt durch den zweiten Bezirk Wiens, bekannt als Leopoldstadt, der vor dem Zweiten Weltkrieg ein Zentrum des jüdischen Lebens war.

Ein lebendiges Geschichtslehrbuch

Der Rundgang bietet einen zweistündigen Spaziergang, der die Teilnehmer an Orte führt, die für das jüdische Leben vor 1938 stehen, sowie für die Ausgrenzung und Verfolgung während der NS-Zeit. Anhand von Fotografien und Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden wird die Geschichte lebendig. Diese Methode ermöglicht es den Schülern, die Verbindung zwischen konkreten Orten und historischen Ereignissen zu verstehen.

  • Über 11.000 Jugendliche haben bisher teilgenommen.
  • Jährlich sind es mehr als 1.500 Schülerinnen und Schüler.
  • Der Rundgang ist Teil des Jahresschwerpunkts „Kriegsende. Befreiung. Neuanfang?“

Die Bedeutung dieser Bildungsmaßnahme wird auch durch die Teilnahme hochrangiger Vertreter wie Bildungsminister Christoph Wiederkehr unterstrichen, der die Wichtigkeit solcher Angebote für die österreichische Erinnerungskultur betont.

Warum ist dieser Rundgang so wichtig?

Die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Wien ist eng mit den dunklen Kapiteln der europäischen Geschichte verknüpft. Der Holocaust, der systematische Massenmord an sechs Millionen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland, hinterließ tiefe Wunden, die bis heute spürbar sind. Der Stadtrundgang hilft jungen Menschen, diese Geschichte nicht nur zu lernen, sondern auch zu fühlen und zu verstehen.

„Angebote wie dieses sind essentielle Bestandteile der österreichischen Erinnerungskultur“, sagt ein Sprecher des Bildungsministeriums. „Sie fördern eine Sensibilisierung gegen Antisemitismus, Ausgrenzung Andersdenkender und Diskriminierungen aller Art.“

Ein Vergleich mit anderen Bundesländern

Während Wien mit diesem Rundgang einen Vorreiterrolle einnimmt, gibt es auch in anderen österreichischen Bundesländern ähnliche Initiativen. Zum Beispiel finden in Salzburg regelmäßig Gedenkveranstaltungen an historischen Stätten statt, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. In Graz gibt es jährliche Workshops zu den Themen Antisemitismus und Rassismus, die ebenfalls von Schülern besucht werden können.

Diese Initiativen zeigen, wie wichtig es ist, die Vergangenheit nicht zu vergessen und die Lehren daraus in die Gegenwart zu übertragen. Sie tragen dazu bei, dass junge Menschen die Bedeutung von Toleranz und Menschenrechten verstehen.

Die Auswirkungen auf die Teilnehmer

Für viele Schülerinnen und Schüler, die an dem Rundgang teilnehmen, ist es eine tiefgreifende Erfahrung. Sie berichten oft von einer veränderten Sichtweise auf die Geschichte und einem besseren Verständnis der Notwendigkeit, gegen Diskriminierung und Intoleranz einzutreten.

„Es ist eine Sache, über Geschichte zu lesen, aber eine ganz andere, an den Orten zu stehen, an denen sie stattfand“, sagt ein Teilnehmer. „Es macht alles realer und zwingt einen, darüber nachzudenken, wie man selbst in der heutigen Welt einen Unterschied machen kann.“

Ein Blick in die Zukunft

Der Erfolg des Stadtrundgangs zur jüdischen Geschichte Wiens lässt hoffen, dass ähnliche Bildungsprogramme in Zukunft weiter ausgebaut werden. Insbesondere in einer Zeit, in der antisemitische Vorfälle weltweit zunehmen, ist es wichtiger denn je, junge Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren.

„Unsere Gesellschaft kann nur dann stark sein, wenn wir aus der Vergangenheit lernen und uns aktiv für eine bessere Zukunft einsetzen“, sagt ein Experte für Erinnerungskultur. „Programme wie dieser Stadtrundgang sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Politische Unterstützung und Zusammenarbeit

Die BMB-Wien-Aktion und der OeAD haben in den letzten zehn Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit etabliert, die von der österreichischen Regierung stark unterstützt wird. Diese Kooperation zeigt, wie wichtig es ist, Bildung und Politik zu verbinden, um nachhaltige Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken.

„Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist ein zentraler Bestandteil unserer politischen Kultur“, erklärt ein Sprecher des Bildungsministeriums. „Wir müssen sicherstellen, dass die kommenden Generationen die Lehren der Vergangenheit verstehen und anwenden.“

Ein globales Vorbild

Der Wiener Stadtrundgang könnte als Modell für andere Städte weltweit dienen, die ähnliche Programme entwickeln möchten. Die Kombination aus historischem Lernen und persönlicher Erfahrung hat sich als äußerst effektiv erwiesen, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Erinnerung und Toleranz zu schärfen.

„Wir hoffen, dass unser Ansatz auch international Beachtung findet und andere inspiriert, ähnliche Initiativen zu starten“, sagt ein Vertreter des OeAD.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Stadtrundgang zur jüdischen Geschichte Wiens ein leuchtendes Beispiel dafür ist, wie Bildung dazu beitragen kann, eine tolerantere und informierte Gesellschaft zu schaffen. In einer Welt, die häufig von Spaltung und Vorurteilen geprägt ist, sind solche Programme wichtiger denn je.

Schlagworte

#Bildungsministerium#Erinnerungskultur#Holocaust#jüdische Geschichte#OeAD#Stadtrundgang#Wien

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