Am 27. Januar 2026, exakt 81 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee, fand im österreichischen Parlament eine bewegende Gedenkveranstaltung statt. Diese Veranstaltung, die jährlich am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust began
Am 27. Januar 2026, exakt 81 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee, fand im österreichischen Parlament eine bewegende Gedenkveranstaltung statt. Diese Veranstaltung, die jährlich am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen wird, steht im Zeichen der Erinnerung und der Mahnung. Sie zielt darauf ab, das kulturelle Erbe der Opfer des Nationalsozialismus sichtbar zu machen und als lebendigen Auftrag zu verstehen.
Die Veranstaltung im Parlament war geprägt von einer Mischung aus literarischen Lesungen, musikalischen Darbietungen und eindringlichen Reden. Die Schauspielerin Martina Ebm las Passagen aus Ruth Klügers Autobiografie „weiter leben. Eine Jugend“, einem Werk, das die Erfahrungen einer Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung schildert. Diese Lesung wurde begleitet von musikalischen Stücken jüdischer Komponisten, die unter dem NS-Regime verfolgt wurden. Renata Schmidtkunz moderierte die Veranstaltung, die nicht nur der Erinnerung, sondern auch der Aufklärung und Sensibilisierung dient.
Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten, hielt die Keynote der Veranstaltung. In seiner Rede betonte Rosen, dass der Holocaust kein plötzlicher Zivilisationsbruch war, sondern ein schleichender Prozess, der mit Worten und der Normalisierung von Hass begann. Er warnte vor den Gefahren des Rechtsextremismus und des gewaltlegitimierenden Islamismus, die heute die Demokratie bedrohen. Rosen hob die Notwendigkeit hervor, soziale Medien zur Verteidigung der Demokratie zu nutzen und forderte entschlossenes rechtsstaatliches Handeln gegen Extremismus.
Der 27. Januar wurde 2005 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. Diese Entscheidung unterstreicht die globale Verantwortung, die Erinnerung an die Gräueltaten des Nationalsozialismus wachzuhalten. In Österreich, wie auch in Deutschland und der Schweiz, werden an diesem Tag zahlreiche Veranstaltungen abgehalten, die das Gedenken und die Aufklärung fördern.
Österreich hat eine besondere historische Verantwortung, da es während der NS-Zeit ein Teil des Deutschen Reiches war. Der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, gegründet 1995, ist ein Ausdruck dieser Verantwortung. Ziel des Fonds ist es, die Erinnerung wachzuhalten und die Opfer zu würdigen.
In Deutschland wird der 27. Januar ebenfalls als Gedenktag begangen. Dort finden zahlreiche Veranstaltungen in Schulen, Gedenkstätten und öffentlichen Einrichtungen statt. Die Schweiz, die während des Zweiten Weltkriegs neutral blieb, hat ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um die Erinnerung wachzuhalten und die Aufklärung über die NS-Zeit zu fördern. Diese länderübergreifenden Bemühungen zeigen, dass das Gedenken an die Opfer des Holocaust eine universelle Aufgabe ist.
Die Gedenkveranstaltungen haben nicht nur symbolischen Charakter, sondern auch konkrete Auswirkungen auf die Gesellschaft. Sie fördern das Bewusstsein für die Gefahren von Extremismus und Antisemitismus. In Österreich wird durch solche Veranstaltungen die gesellschaftliche Sensibilität gegenüber diesen Themen gestärkt. Ein Beispiel dafür ist die Kampagne #WeRemember, bei der der Schriftzug auf die Fassade des Parlaments projiziert wird, um das öffentliche Bewusstsein zu schärfen.
Die Digitalisierung der Archivarbeit von Yad Vashem, wie von Peter Haubner angekündigt, ist ein weiteres Beispiel für die konkreten Auswirkungen solcher Gedenkveranstaltungen. Diese Digitalisierung ermöglicht es jüngeren Generationen, die Geschichten von NS-Opfern im Internet zu recherchieren und somit die Erinnerung lebendig zu halten.
Die systematische Ermordung von über sechs Millionen Juden während des Holocaust ist eine der dunkelsten Kapitel der Geschichte. In Österreich wurden während der NS-Zeit etwa 65.000 Juden ermordet. Diese Zahlen sind nicht nur statistische Daten, sondern stehen für individuelle Schicksale und unermessliches Leid.
Die Arbeit von Institutionen wie Yad Vashem und dem Nationalfonds der Republik Österreich ist entscheidend, um diese Schicksale zu dokumentieren und die Erinnerung wachzuhalten. Die Digitalisierung von Dokumenten und die Verfügbarkeit dieser Informationen im Internet sind wichtige Schritte, um die Aufklärung über den Holocaust zu fördern.
Die Zukunft der Holocaust-Erinnerung liegt in der fortwährenden Aufklärung und Sensibilisierung der Gesellschaft. Die Digitalisierung von Archivmaterialien und die Nutzung sozialer Medien bieten neue Möglichkeiten, die Erinnerung lebendig zu halten. Diese Technologien ermöglichen es, die Geschichten der Opfer einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und die Lehren aus der Geschichte zu verbreiten.
In einer Zeit, in der Extremismus und Antisemitismus wieder auf dem Vormarsch sind, ist es wichtiger denn je, die Erinnerung an die Gräueltaten des Nationalsozialismus wachzuhalten. Die Gedenkveranstaltungen und die Arbeit von Institutionen wie Yad Vashem und dem Nationalfonds sind entscheidende Elemente in diesem Prozess.
Die Gedenkveranstaltung im österreichischen Parlament ist ein eindringliches Beispiel dafür, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer des Holocaust wachzuhalten. Sie zeigt, dass Erinnerung kein Selbstzweck ist, sondern ein lebendiger Auftrag, der uns alle betrifft. Die Verantwortung, die Lehren aus der Geschichte zu ziehen und gegen Extremismus und Antisemitismus vorzugehen, liegt bei uns allen.
Wie können wir als Gesellschaft sicherstellen, dass die Erinnerung an den Holocaust lebendig bleibt und zukünftige Generationen aus der Geschichte lernen? Diese Frage bleibt offen, doch die Antwort liegt in der fortwährenden Aufklärung und Sensibilisierung. Weitere Informationen und Aufzeichnungen der Veranstaltung sind im Webportal des Parlaments verfügbar.