ORF-Magazin 'Thema' deckt schwere Vorwürfe gegen Tiroler Top-Arbeitgeber auf
13 Kochlehrlinge erheben schwere Vorwürfe gegen ein Tiroler Nobelhotel. Sexuelle Belästigung und Erniedrigungen sollen an der Tagesordnung gewesen sein.
Das ORF-Magazin "Thema" wirft am kommenden Montag, 23. Februar, einen kritischen Blick auf die österreichische Gastronomie-Branche. In der Sendung um 21.10 Uhr in ORF 2 kommen schwere Vorwürfe gegen ein renommiertes Tiroler Nobelhotel zur Sprache, die das Image der gesamten Branche erschüttern könnten.
"Ich habe mich nicht mehr sicher gefühlt", berichtet eine junge Frau über ihre Erfahrungen als Lehrling in der Küche eines Tiroler Nobelhotels. Sie ist nicht allein mit ihren Vorwürfen: Insgesamt 13 junge Menschen erheben schwere Anschuldigungen gegen das als Top-Arbeitgeber gelistete Haus.
Die Vorwürfe wiegen schwer und umfassen verschiedene Formen des Machtmissbrauchs:
Im Zentrum der Kritik stehen der langjährige Küchenchef sowie mehrere seiner Führungskräfte. Die Rechercheplattform DOSSIER hat den Fall aufgedeckt, der nun die Frage aufwirft: Wie konnte es in einem renommierten Vorzeigebetrieb zu derartigen Verhältnissen kommen?
Die Schwere der Vorwürfe wird durch die Tatsache unterstrichen, dass die Arbeiterkammer Tirol bereits Interventionen bestätigt hat. Dies deutet darauf hin, dass die Probleme bereits über längere Zeit bekannt waren und entsprechende Schritte eingeleitet wurden.
Die Reporter Pia Bichara und Markus Waibel haben für "Thema" umfassend recherchiert und werden in ihrer Reportage Licht in die Verhältnisse des betroffenen Hotels bringen.
Ein weiterer Beitrag der Sendung beschäftigt sich mit illegalem Welpenhandel. "Ich habe ihr vertraut, schließlich ist sie Tierärztin, da gehe ich nicht davon aus, dass die Welpen krank sind", erzählt Alexandra, eine Ergotherapeutin, die ihren Kleinpudel Adoro aus einer vermeintlich seriösen Zucht kaufte.
Kurz nach dem Kauf erkrankte der Welpe schwer. Die verantwortliche Tierärztin steht im Verdacht, Welpen illegal gekauft und unter dem falschen Vorwand, sie stammten aus ihrer eigenen Zucht, teuer weiterverkauft zu haben. Bei einer Polizeikontrolle wurden bis zu 35 Hunde in einem alten Bauernhof entdeckt.
Der Fall zeigt, wie skrupellose Händler das Vertrauen von Tierliebhabern ausnutzen. Gerade weil es sich um eine Tierärztin handelte, gingen die Käufer von seriösen Zuchtbedingungen aus. Reporterin Savanka Schwarz beleuchtet die Hintergründe dieses betrügerischen Systems.
"Ich hatte ein perfektes Leben mit Traumjob und eigener Wohnung", erinnert sich Yeveniiha Demenko an ihr Leben vor dem Krieg. Einen Tag nach Beginn des russischen Angriffskriegs floh sie mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Sohn aus der Ukraine. Heute leben sie im niederösterreichischen Würmla.
Die Geschichte der Familie Demenko steht stellvertretend für tausende ukrainische Flüchtlinge in Österreich:
Auch die 25-jährige Myroslava Kovalenko kämpft sich durch den österreichischen Alltag. Sie arbeitet in zwei Jobs und macht ihr Deutschzertifikat, um weiterstudieren zu können. Gleichzeitig erkennt sie ihre alte Heimat nicht wieder.
Die Reportage von Andrea Poschmaier und Matteo Glaser zeigt eindrucksvoll, wie sich das Leben der Geflüchteten in den vergangenen vier Jahren entwickelt hat und welche Herausforderungen sie täglich meistern.
"Ich will einen lebendigen Käse machen, der sich weiterentwickelt und reifen kann, wie wir", beschreibt Anton Sutterlüty seine Leidenschaft. 2001 gewann er als erster Kandidat bei der Millionenshow 10 Millionen Schilling - und investierte das Geld nicht in Luxus, sondern in seine Berufung.
"Ich will nichts besitzen. Besitz macht mich unfrei", erklärt der ehemalige Kunstvermittler seine Philosophie. Statt ein Leben in Saus und Braus zu führen, pachtete er eine Alm in seiner Heimat Vorarlberg und stellt dort seither Käse nach der Tradition seiner Vorfahren her.
Susanne Kainberger besuchte den einstigen Schilling-Millionär auf seiner Alm im Bregenzerwald. Ihre Reportage zeigt einen Mann, der trotz seines Reichtums bodenständig geblieben ist und seine wahre Erfüllung in der traditionellen Käseherstellung gefunden hat.
Die aktuelle Ausgabe von "Thema" behandelt vier völlig unterschiedliche Geschichten, die jedoch alle eines gemeinsam haben: Sie zeigen Menschen in besonderen Lebenssituationen und gesellschaftliche Missstände auf.
Besonders der Fall des Tiroler Nobelhotels dürfte für Aufsehen sorgen. Die Vorwürfe gegen den renommierten Betrieb werfen Fragen über die Arbeitsbedingungen in der österreichischen Gastronomie auf und könnten weitreichende Konsequenzen haben.
"Thema" wird am Montag, 23. Februar 2026, um 21.10 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt und ist auch auf ORF ON verfügbar. Moderiert wird die Sendung von Christoph Feurstein.