Qwien zeigt Eurovision Song Contest als queeres Kulturphänomen
Das Wiener Qwien präsentiert von Februar bis Mai 2026 die erste begleitende Ausstellung zum Eurovision Song Contest in Wien.
Wien bereitet sich auf den Eurovision Song Contest 2026 vor – und das nicht nur mit Bühnenshows und Proben. Erstmals in der Geschichte des internationalen Musikwettbewerbs wird eine begleitende Ausstellung gezeigt: Das Qwien – Zentrum für queere Kultur und Geschichte – präsentiert ab 19. Februar 2025 'United by Queerness – Die Song Contest Ausstellung'.
Bei der heutigen Pressekonferenz betonten Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und die Kuratoren die besondere Bedeutung dieser Ausstellung. "Der Eurovision Song Contest ist weit mehr als ein Musikwettbewerb", erklärte Kaup-Hasler. "Er ist seit Jahrzehnten ein Ort, an dem Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Sichtbarkeit öffentlich verhandelt werden."
Die Entscheidung, Wien als Gastgeberstadt des ESC 2026 mit einer eigenen Ausstellung zu begleiten, unterstreiche den kulturellen Anspruch der Hauptstadt. Wien zeigt damit, dass der Eurovision Song Contest nicht nur als Unterhaltungsveranstaltung, sondern auch als gesellschaftliches und kulturelles Phänomen verstanden wird.
Hannes Sulzenbacher, kuratorischer Leiter des Qwien, sieht die Ausstellung als logische Fortsetzung der Museumsarbeit: "Qwien versteht sich als Ort, an dem queere Geschichte dokumentiert und vermittelt wird. Mit 'United by Queerness' greifen wir ein internationales Pop-Phänomen auf und ordnen es historisch ein."
Der Eurovision Song Contest fungiere seit Jahrzehnten als kultureller Treffpunkt für verschiedene Generationen und schaffe ein einzigartiges Phänomen: Er funktioniere gleichzeitig als Familienshow und als queerer Ausnahmeevent. Diese gesellschaftliche Entwicklung sichtbar zu machen, sei Teil des Auftrags des Museums.
Die Ausstellung zeigt auf, wie eng Popkultur, Mediengeschichte und gesellschaftliche Veränderungen miteinander verbunden sind. Besonders für Menschen in Österreich habe der ESC oft identitätsstiftend gewirkt – ein Aspekt, der in der Schau besonders beleuchtet wird.
Die Kuratoren Marco Schreuder und Alkis Vlassakakis, beide ausgewiesene Song-Contest-Experten, haben einen umfassenden historischen Ansatz gewählt. "Wir erzählen den Eurovision Song Contest als Teil europäischer Zeitgeschichte", erklären sie ihr Konzept.
Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Spannungen des Kalten Kriegs ĂĽber politische Statements auf der ESC-BĂĽhne bis hin zu aktuellen Debatten rund um den ESC 2026. Dabei wird deutlich, wie eng Popkultur und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verflochten sind.
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen einzigartige Exponate aus sieben Jahrzehnten Eurovision-Geschichte:
Die Ausstellung verbindet persönliche Community-Erinnerungen mit politischen und kulturellen Entwicklungen. Sie richtet sich sowohl an eingefleischte ESC-Fans als auch an kulturhistorisch Interessierte und lädt dazu ein, den Wettbewerb als mehrschichtigen Resonanzraum neu zu entdecken.
Dabei wird der Eurovision Song Contest als Bühne gesellschaftlicher Aushandlung präsentiert – ein Ort, an dem über Jahrzehnte hinweg Themen wie Diversität, Toleranz und queere Sichtbarkeit verhandelt wurden, oft lange bevor diese in der breiten Gesellschaft angekommen waren.
Die Ausstellung "United by Queerness – Die Song Contest Ausstellung" läuft vom 19. Februar bis 24. Mai 2026 im Qwien in der Ramperstorffergasse 39 im 5. Wiener Gemeindebezirk.
Mit dieser ersten begleitenden ESC-Ausstellung setzt Wien ein deutliches Zeichen für seinen Anspruch als Kulturhauptstadt. Die Stadt zeigt, dass große internationale Ereignisse nicht nur wirtschaftlich und touristisch, sondern auch kulturell und gesellschaftlich genutzt werden können.
Die Ausstellung im Qwien wird voraussichtlich nicht nur ESC-Fans aus aller Welt anziehen, sondern auch dazu beitragen, das Verständnis für die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Eurovision Song Contest zu vertiefen. Sie unterstreicht Wiens Rolle als offene, tolerante und kulturell vielfältige Metropole im Herzen Europas.
Für 2026 wird Wien damit nicht nur Gastgeber des größten Musikwettbewerbs der Welt, sondern auch Schauplatz einer einzigartigen kulturhistorischen Reflexion über sieben Jahrzehnte europäische Popkultur und queere Geschichte.