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Erste ESC-Begleitausstellung in Wien: 'United by Queerness'

Qwien zeigt Eurovision Song Contest als queeres Kulturphänomen

18. Februar 2026 um 11:48
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Das Wiener Qwien präsentiert von Februar bis Mai 2026 die erste begleitende Ausstellung zum Eurovision Song Contest in Wien.

Wien bereitet sich auf den Eurovision Song Contest 2026 vor – und das nicht nur mit Bühnenshows und Proben. Erstmals in der Geschichte des internationalen Musikwettbewerbs wird eine begleitende Ausstellung gezeigt: Das Qwien – Zentrum für queere Kultur und Geschichte – präsentiert ab 19. Februar 2025 'United by Queerness – Die Song Contest Ausstellung'.

Kultureller Anspruch der Stadt Wien

Bei der heutigen Pressekonferenz betonten Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und die Kuratoren die besondere Bedeutung dieser Ausstellung. "Der Eurovision Song Contest ist weit mehr als ein Musikwettbewerb", erklärte Kaup-Hasler. "Er ist seit Jahrzehnten ein Ort, an dem Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Sichtbarkeit öffentlich verhandelt werden."

Die Entscheidung, Wien als Gastgeberstadt des ESC 2026 mit einer eigenen Ausstellung zu begleiten, unterstreiche den kulturellen Anspruch der Hauptstadt. Wien zeigt damit, dass der Eurovision Song Contest nicht nur als Unterhaltungsveranstaltung, sondern auch als gesellschaftliches und kulturelles Phänomen verstanden wird.

Queere Geschichte trifft Popkultur

Hannes Sulzenbacher, kuratorischer Leiter des Qwien, sieht die Ausstellung als logische Fortsetzung der Museumsarbeit: "Qwien versteht sich als Ort, an dem queere Geschichte dokumentiert und vermittelt wird. Mit 'United by Queerness' greifen wir ein internationales Pop-Phänomen auf und ordnen es historisch ein."

Der Eurovision Song Contest fungiere seit Jahrzehnten als kultureller Treffpunkt für verschiedene Generationen und schaffe ein einzigartiges Phänomen: Er funktioniere gleichzeitig als Familienshow und als queerer Ausnahmeevent. Diese gesellschaftliche Entwicklung sichtbar zu machen, sei Teil des Auftrags des Museums.

Identitätsstiftende Wirkung in Österreich

Die Ausstellung zeigt auf, wie eng Popkultur, Mediengeschichte und gesellschaftliche Veränderungen miteinander verbunden sind. Besonders für Menschen in Österreich habe der ESC oft identitätsstiftend gewirkt – ein Aspekt, der in der Schau besonders beleuchtet wird.

Sieben Jahrzehnte europäische Geschichte

Die Kuratoren Marco Schreuder und Alkis Vlassakakis, beide ausgewiesene Song-Contest-Experten, haben einen umfassenden historischen Ansatz gewählt. "Wir erzählen den Eurovision Song Contest als Teil europäischer Zeitgeschichte", erklären sie ihr Konzept.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Spannungen des Kalten Kriegs über politische Statements auf der ESC-Bühne bis hin zu aktuellen Debatten rund um den ESC 2026. Dabei wird deutlich, wie eng Popkultur und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verflochten sind.

Historische Schätze und legendäre Kostüme

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen einzigartige Exponate aus sieben Jahrzehnten Eurovision-Geschichte:

  • Die originale Siegermedaille des Eurovision Song Contest von 1961 – zum ersten Mal öffentlich zu sehen
  • Legendäre Kostüme aus mehreren ESC-Jahrzehnten
  • Das bekannte "Equality"-T-Shirt von Philipp Hansa
  • Zahlreiche historische Objekte und Fotografien
  • Audiovisuelle Stationen mit seltenen Aufnahmen

Community-Erinnerungen und politische Dimensionen

Die Ausstellung verbindet persönliche Community-Erinnerungen mit politischen und kulturellen Entwicklungen. Sie richtet sich sowohl an eingefleischte ESC-Fans als auch an kulturhistorisch Interessierte und lädt dazu ein, den Wettbewerb als mehrschichtigen Resonanzraum neu zu entdecken.

Dabei wird der Eurovision Song Contest als Bühne gesellschaftlicher Aushandlung präsentiert – ein Ort, an dem über Jahrzehnte hinweg Themen wie Diversität, Toleranz und queere Sichtbarkeit verhandelt wurden, oft lange bevor diese in der breiten Gesellschaft angekommen waren.

Praktische Informationen für Besucher

Die Ausstellung "United by Queerness – Die Song Contest Ausstellung" läuft vom 19. Februar bis 24. Mai 2026 im Qwien in der Ramperstorffergasse 39 im 5. Wiener Gemeindebezirk.

Öffnungszeiten:

  • Reguläre Zeiten: Donnerstag 13-20 Uhr, Freitag bis Sonntag 13-18 Uhr
  • Erweiterte Öffnungszeiten während des ESC (4. bis 17. Mai): Täglich 13-18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr

Wien als Kulturhauptstadt

Mit dieser ersten begleitenden ESC-Ausstellung setzt Wien ein deutliches Zeichen für seinen Anspruch als Kulturhauptstadt. Die Stadt zeigt, dass große internationale Ereignisse nicht nur wirtschaftlich und touristisch, sondern auch kulturell und gesellschaftlich genutzt werden können.

Die Ausstellung im Qwien wird voraussichtlich nicht nur ESC-Fans aus aller Welt anziehen, sondern auch dazu beitragen, das Verständnis für die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Eurovision Song Contest zu vertiefen. Sie unterstreicht Wiens Rolle als offene, tolerante und kulturell vielfältige Metropole im Herzen Europas.

Für 2026 wird Wien damit nicht nur Gastgeber des größten Musikwettbewerbs der Welt, sondern auch Schauplatz einer einzigartigen kulturhistorischen Reflexion über sieben Jahrzehnte europäische Popkultur und queere Geschichte.

Schlagworte

#Eurovision Song Contest#Qwien#Queere Kultur#Wien#Ausstellung

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