Am 13. September wird weltweit der Welttag der Ersten Hilfe begangen, ein Tag, der die lebenswichtige Bedeutung dieser grundlegend menschlichen Fähigkeit ins Rampenlicht rückt. In Österreich steht dieser Tag heuer unter einem besonderen Stern: Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) und der Österreichi
Am 13. September wird weltweit der Welttag der Ersten Hilfe begangen, ein Tag, der die lebenswichtige Bedeutung dieser grundlegend menschlichen Fähigkeit ins Rampenlicht rückt. In Österreich steht dieser Tag heuer unter einem besonderen Stern: Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) und der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) haben gemeinsam einen bahnbrechenden Online-Selbstlernkurs entwickelt, der Sprachbarrieren im Notfall überwinden soll.
In einer Notsituation kann jede Sekunde entscheidend sein. Doch was passiert, wenn Sprachbarrieren die Kommunikation behindern? Viele Menschen in Österreich, insbesondere jene mit Migrationshintergrund, stehen vor genau diesem Problem. Ein Atem-Kreislauf-Stillstand kann sich überall ereignen, und ohne schnelle Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit minütlich um zehn Prozent. In solchen Momenten zählt jede Sekunde, und die Fähigkeit, klare Anweisungen zu verstehen und zu geben, kann Leben retten.
Genau hier setzt der neue Online-Kurs „Deutsch für die Erste Hilfe“ an. Der Kurs ist darauf ausgelegt, die wichtigsten Begriffe und Phrasen für verschiedene Notfallsituationen zu vermitteln. Von der stabilen Seitenlage bis hin zu Herz-Kreislauf-Notfällen deckt der Kurs ein breites Spektrum ab. Nutzer können jederzeit und ohne Anmeldung auf Videos, Wortschatzkarten, Übungen und Quiz zugreifen. Wöchentliche Live-Einheiten mit Deutschtrainer:innen bieten zusätzliche Unterstützung und garantieren, dass Teilnehmer:innen im Notfall nicht nur handeln, sondern auch richtig handeln.
„Mit diesem Kurs schaffen wir die sprachlichen Grundlagen für Erste Hilfe und machen dieses so wichtige Thema für viele Menschen in Österreich zugänglicher“, erklärt Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. „Grundsätzlich gilt: Im Notfall ist entscheidend, dass Menschen handeln. Jeder Handgriff zählt – ganz gleich, welche Muttersprache die Helferin oder der Helfer spricht. Das Einzige, was sicher falsch ist, ist nichts zu tun!“
Viele Menschen haben Angst, im Notfall etwas falsch zu machen. Eine aktuelle Umfrage unter 1.000 Personen in Österreich zeigt, dass 53 Prozent der Befragten glauben, im Notfall Erste Hilfe leisten zu können. Dieser Wert steigt auf 61 Prozent, wenn Familie oder Freunde betroffen sind. Dies zeigt, dass die emotionale Nähe zu den Betroffenen die Hilfsbereitschaft und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten erhöht.
Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass man im Falle eines Fehlers rechtliche Konsequenzen befürchten muss. Doch diese Sorgen sind unbegründet. „Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen. Auch so mancher Mythos wie ‚Besser nichts tun, sonst werde ich verklagt‘ hält sich hartnäckig. Diese Sorgen sind unbegründet. Ein Kurs gibt Sicherheit, frischen Sie ihr Wissen alle vier Jahre auf!“, rät Opriesnig.
In Österreich haben im vergangenen Jahr rund 230.000 Menschen Erste-Hilfe-Kurse beim Roten Kreuz absolviert. Ob Grundkurs, Führerscheinkurs oder Kindernotfallkurs – das Rote Kreuz bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung. Viele Teilnehmer sind motiviert durch den Wunsch, im Ernstfall den liebsten Menschen helfen zu können. Die meisten Notfälle passieren zuhause, in der Freizeit oder beim Sport, was bedeutet, dass die betroffene Person häufig gut bekannt ist.
Vom Welttag der Ersten Hilfe am 13. September bis zum Welttag der Wiederbelebung am 16. Oktober macht das Rote Kreuz österreichweit auf die Bedeutung von Erster Hilfe aufmerksam. Im Fokus steht die Wiederbelebung: Mehr Menschen sollen einen Atem-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses überleben, weil ihnen geholfen wird. Opriesnig verweist auf diverse Aktivitäten in allen Bundesländern: „Etwa spezielle Erste-Hilfe-Trainings des Jugendrotkreuzes in Kärnten oder ein Weltrekordversuch der längsten Wiederbelebungsstaffel in Vorarlberg. Unterstützen Sie uns, indem Sie online Ihre Fotos und Geschichten rund um Erste Hilfe teilen und mit dem Hashtag #jetzterstehilfe kennzeichnen!“
Seit mehr als 10 Jahren ist Hansaplast ein starker Unternehmenspartner des Österreichischen Roten Kreuzes und unterstützt bei zahlreichen gemeinsamen Projekten rund um die Erste Hilfe. Diese Kooperationen sind entscheidend, um die Reichweite und Wirkung von Erste-Hilfe-Initiativen zu maximieren.
Die Initiativen des Roten Kreuzes und des Integrationsfonds sind ein wichtiger Schritt zur Förderung der Erste-Hilfe-Kenntnisse in der Bevölkerung. Die Verfügbarkeit von Online-Ressourcen und die Integration von Sprachkursen sind innovative Ansätze, die das Potenzial haben, die Erste Hilfe für alle zugänglich zu machen, unabhängig von Sprachkenntnissen oder kulturellem Hintergrund.
Die Zukunft der Ersten Hilfe in Österreich sieht vielversprechend aus. Mit der fortlaufenden Unterstützung von Unternehmen und der aktiven Teilnahme der Bevölkerung kann das Bewusstsein für die Bedeutung der Ersten Hilfe weiter gesteigert und die Bereitschaft, in Notfällen zu handeln, gefördert werden. Die Vision ist eine Gesellschaft, in der jeder Einzelne die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen hat, in einer Notsituation einzugreifen und möglicherweise ein Leben zu retten.
Zum Abschluss bleibt nur zu sagen: Erste Hilfe ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch eine Frage der Menschlichkeit. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass mehr Menschen in der Lage sind, in kritischen Momenten zu helfen – denn Leben retten ist keine Frage der Muttersprache!