International Nursing Center setzt Meilenstein in der Fachkräfteausbildung
30 vietnamesische Pflegeassistenten haben ihre Ausbildung am IMC Krems erfolgreich abgeschlossen und verstärken nun niederösterreichische Pflegeteams.
Am International Nursing Center (INC) des IMC Krems wurde ein bedeutender Meilenstein in der internationalen Fachkräfteausbildung gefeiert: Die ersten 30 Absolventinnen und Absolventen des Pflegeprojekts Vietnam erhielten ihre Zeugnisse als ausgebildete Pflegeassistenten. Diese feierliche Abschlusszeremonie am 23. Februar 2026 markiert nicht nur den erfolgreichen Start einer innovativen Bildungskooperation, sondern auch einen wichtigen Schritt zur Lösung des Fachkräftemangels in der österreichischen Pflege.
Das vom Land Niederösterreich initiierte Pflegeprojekt Vietnam wurde als Antwort auf den steigenden Bedarf an qualifizierten Pflegekräften entwickelt. Der innovative Ansatz kombiniert eine mehrjährige sprachliche Vorbereitung in Vietnam mit einer fachlichen Ausbildung nach österreichischen Standards in Niederösterreich. Diese Herangehensweise gewährleistet sowohl die notwendige Sprachkompetenz als auch die fachliche Qualifikation, die für eine erfolgreiche Integration in das österreichische Gesundheitssystem erforderlich ist.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchliefen zunächst in Vietnam ein strenges Auswahlverfahren, bevor sie eine intensive Deutschausbildung bis zum Niveau B2 absolvierten. Anschließend erfolgte die Fachausbildung zur Pflegeassistenz am International Nursing Center des IMC Krems, ergänzt durch praktische Einsätze in Einrichtungen der NÖ Landesgesundheitsagentur. Nach erfolgreich abgelegter kommissioneller Endprüfung treten die Absolventinnen und Absolventen nun ihre berufliche Tätigkeit in niederösterreichischen Pflegeheimen und Langzeitpflegeeinrichtungen an.
Die Abschlussfeier wurde von Ulrike Prommer, Geschäftsführerin des IMC Krems, eröffnet. In ihrer Ansprache betonte sie die besondere Bedeutung des Projekts: "Diese erste Abschlussfeier ist weit mehr als ein formaler Akt: sie steht für Mut, Ausdauer und gelebte internationale Partnerschaft. Unsere Absolventinnen und Absolventen haben sich bewusst für eine anspruchsvolle Ausbildung in einem neuen Land entschieden. Darauf können sie mit Recht stolz sein."
Besondere Ehre erwies Vũ Lê Thái Hoàng, Botschafter der Sozialistischen Republik Vietnam, den Absolventen durch seine Teilnahme an der Feier. Seine Grußworte unterstrichen die Bedeutung der österreichisch-vietnamesischen Bildungskooperation. Zusätzlich übermittelte das International Education Center der Hanoi University, eine langjährige Partnerinstitution des IMC Krems, eine Videobotschaft an die Feiernden.
NÖ Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister hielt die Festrede und hob die strategische Bedeutung des Projekts hervor: "Mir war von Beginn des Projekts an wichtig, dass die künftigen Fachkräfte nach unseren österreichischen Standards und Praktika in niederösterreichischen Pflegezentren ausgebildet werden, gepaart mit einer entsprechend sprachlichen Vorbereitung, die sie an der Universität in Hanoi genossen haben. Mit dieser Kombination sind die jungen Vietnamesinnen und Vietnamesen eine echte Unterstützung in der Pflegelandschaft und für die rund 4.000 Pflegekräfte in den NÖ Pflege- und Betreuungszentren."
Viktoria Engelmaier, Lehrgangsleitung des International Nursing Centers, würdigte in ihrer Rede besonders die fachliche Entwicklung und das persönliche Wachstum der Absolventengruppe. Die intensive Betreuung während der Ausbildungszeit hat maßgeblich zum Erfolg des Programms beigetragen.
Markus Golla, Prokurist des International Nursing Centers, unterstrich die Besonderheit des Projekts: "Das International Nursing Center ist ein Leuchtturmprojekt der internationalen Fachkräftegewinnung und dank der universitären Kooperation zwischen Hanoi und Krems einzigartig in Europa. Die Kombination aus sprachlicher Vorbereitung in Vietnam und fachlicher Ausbildung nach österreichischen Standards hier in Niederösterreich garantiert nicht nur jene Qualität, die unsere Pflegeeinrichtungen und vor allem die pflegebedürftigen Menschen erwarten, sie verspricht auch jenes Maß an Integration, die für ein nachhaltiges Gelingen dieses Projekts unerlässlich ist."
Golla betonte auch die Lernkurve des ersten Durchgangs: "Wir haben im ersten Durchgang ebenso viel gelernt, um diesen Weg noch effizienter zu gestalten. Solche Projekte sind zeit- und ressourcenintensiv und trotzdem eine wichtige Option, zusätzlich zu den etablierten Ausbildungsmöglichkeiten im Pflege- und Gesundheitswesen."
Ein besonderes Merkmal der Abschlussfeier war die digitale Übertragung via Livestream. Dadurch konnten Freunde, Verwandte und Bekannte der Absolventen in Vietnam an diesem besonderen Moment teilhaben. Diese technologische Verbindung symbolisierte auch die Brücke, die das Projekt zwischen den beiden Ländern geschlagen hat.
Die emotionale Verbindung zu den Heimatländern bleibt trotz der neuen beruflichen Herausforderung in Österreich bestehen. Gleichzeitig zeigt die Übertragung das Interesse und die Unterstützung, die das Projekt auch in Vietnam genießt.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Gruppe ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, doch das Projekt geht weiter. Ende Februar starteten bereits 30 neue Auszubildende aus Vietnam ihre Fachausbildung zur Pflegeassistenz in Niederösterreich. Diese Kontinuität zeigt den nachhaltigen Charakter der österreichisch-vietnamesischen Bildungspartnerschaft.
Die erste Absolventengruppe wird nun in verschiedenen niederösterreichischen Pflegeeinrichtungen ihre berufliche Laufbahn beginnen und dabei helfen, die Pflegeversorgung im Bundesland zu verbessern. Ihre Erfahrungen und ihr Feedback werden wertvoll für die Weiterentwicklung des Programms sein.
Das Pflegeprojekt Vietnam kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für das österreichische Gesundheitswesen. Der demografische Wandel führt zu einem steigenden Pflegebedarf, während gleichzeitig ein Mangel an qualifizierten Fachkräften herrscht. Internationale Kooperationen wie diese bieten eine nachhaltige Lösung, die sowohl den österreichischen Qualitätsansprüchen genügt als auch den beteiligten internationalen Fachkräften attraktive Karrieremöglichkeiten bietet.
Die 30 neuen Pflegeassistenten verstärken nicht nur die Teams in den niederösterreichischen Einrichtungen, sondern bringen auch kulturelle Vielfalt und neue Perspektiven in die Pflegelandschaft ein. Diese Diversität kann sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für die bestehenden Teams bereichernd sein.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor des Projekts ist die Einhaltung österreichischer Ausbildungsstandards. Dadurch wird gewährleistet, dass die vietnamesischen Fachkräfte dieselbe Qualifikation erhalten wie ihre österreichischen Kollegen. Die praktischen Einsätze in niederösterreichischen Pflegeeinrichtungen während der Ausbildung ermöglichen zudem eine frühzeitige Integration und das Erlernen spezifischer Arbeitsabläufe.
Die kommissionelle Endprüfung stellt sicher, dass alle Absolventen die erforderlichen fachlichen und praktischen Kompetenzen erworben haben. Diese Qualitätssicherung ist essentiell für das Vertrauen der Pflegeeinrichtungen und der zu betreuenden Personen.
Das International Nursing Center plant, das erfolgreiche Modell weiterzuentwickeln und möglicherweise auf andere Länder auszuweiten. Die Erfahrungen aus dem ersten Durchgang fließen bereits in die Optimierung der Ausbildungsprogramme ein. Dabei steht nicht nur die fachliche Qualifikation im Fokus, sondern auch die soziale und kulturelle Integration der internationalen Fachkräfte.
Die Kooperation zwischen dem IMC Krems und der Hanoi University könnte als Modell für weitere internationale Bildungspartnerschaften dienen. Solche Kooperationen tragen nicht nur zur Lösung des Fachkräftemangels bei, sondern fördern auch den kulturellen Austausch und die internationale Verständigung.
Die ersten 30 Absolventinnen und Absolventen des Pflegeprojekts Vietnam haben bewiesen, dass internationale Fachkräftegewinnung erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn sie professionell geplant und durchgeführt wird. Ihr Erfolg ebnet den Weg für weitere Gruppen und trägt zur nachhaltigen Stärkung der österreichischen Pflegelandschaft bei.