Am 16. Januar 2026 wurde in Wien ein wegweisender EU-Bericht vorgestellt, der die Bedeutung von Kunst und Kultur als Gesundheitsfaktoren betont. Diese Initiative, die von ARTS for HEALTH AUSTRIA, dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie der Gesundheit Österreich GmbH g
Am 16. Januar 2026 wurde in Wien ein wegweisender EU-Bericht vorgestellt, der die Bedeutung von Kunst und Kultur als Gesundheitsfaktoren betont. Diese Initiative, die von ARTS for HEALTH AUSTRIA, dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie der Gesundheit Österreich GmbH getragen wird, zielt darauf ab, kulturelle Aktivitäten systematisch in die Gesundheitsförderung zu integrieren. Der Bericht, der auf einem mehrjährigen Koordinierungsprozess basiert, fordert dauerhafte Strukturen und eine nachhaltige Finanzierung, um die positiven Effekte von Kultur auf die Gesundheit zu sichern.
Kulturelle Aktivitäten haben das Potenzial, Stress abzubauen, das Wohlbefinden zu steigern und soziale Isolation zu verringern. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant angesichts der zunehmenden Herausforderungen wie Einsamkeit und mentale Gesundheitsprobleme. Der Bericht hebt hervor, dass Kultur kein Luxus ist, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsförderung und Prävention.
Die Verknüpfung von Kultur und Gesundheit hat eine lange Tradition. Bereits in der Antike wurden kulturelle Aktivitäten als Mittel zur Förderung des Wohlbefindens angesehen. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verständnis dafür, wie Kunst und Kultur zur Gesundheit beitragen können, erheblich erweitert. Der aktuelle EU-Bericht ist das erste offizielle Dokument, das diese Beziehung systematisch auf EU-Ebene verankert.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, wie Deutschland und der Schweiz, zeigt sich, dass Österreich bereits gute Ansätze verfolgt. In Großbritannien beispielsweise ist das Konzept des Social Prescribing, bei dem kulturelle Aktivitäten als Teil der Gesundheitsversorgung angeboten werden, weit verbreitet. Diese Praxis zeigt einen hohen Return on Investment und dient als Vorbild für die Implementierung in Österreich.
Die Integration von Kultur in die Gesundheitsversorgung kann direkte positive Auswirkungen auf die Bürger haben. Beispielsweise haben Pilotprojekte in Österreich gezeigt, dass Patienten, die an kulturellen Aktivitäten teilnehmen, eine höhere Zufriedenheit und eine bessere psychische Gesundheit berichten. Dies führt nicht nur zu einer Entlastung der medizinischen Versorgung, sondern auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen.
Laut dem Eurobarometer geben 87 Prozent der Europäer an, dass kulturelle Teilhabe ihr emotionales und körperliches Wohlbefinden verbessert. Der Bericht stützt sich auf eine breite Evidenzbasis, darunter der WHO-Scoping-Review von 2019, der über 3.000 Studien umfasst. Diese Studien belegen die positiven Effekte von Kunst und Kultur auf Gesundheit und Wohlbefinden.
Die Zukunftsperspektive für die Verankerung von Kultur als Gesundheitsfaktor in Österreich ist vielversprechend. Die Veranstalter der Tagung sehen die Einführung von Social Prescribing als zentralen Umsetzungshebel. Ziel ist es, kulturelle und gemeinschaftliche Angebote strukturiert in Gesundheits- und Versorgungssysteme zu integrieren. Ein nationaler Call von ARTS for HEALTH AUSTRIA im Jahr 2026 soll die Entwicklung und Professionalisierung von Kultur- und Gesundheitsinitiativen weiter vorantreiben.
Der EU-Bericht „Culture and Health: Time to Act“ markiert einen wichtigen Schritt in der Anerkennung von Kultur als wesentlichem Gesundheitsfaktor. Die Herausforderungen liegen nun in der Umsetzung und der Schaffung nachhaltiger Strukturen. Österreich hat die Chance, eine Vorreiterrolle in der Integration von Kultur in die Gesundheitsförderung einzunehmen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Empfehlungen des Berichts in die Praxis umzusetzen. Weitere Informationen finden Sie auf der EU-Website und im nationalen Call 2026.