Binnen 48 Stunden ein Start-up gründen und europaweit durchstarten – was bisher ein Wunschtraum vieler Unternehmer war, könnte schon bald Realität werden. Die Europäische Kommission hat einen Geset...
Binnen 48 Stunden ein Start-up gründen und europaweit durchstarten – was bisher ein Wunschtraum vieler Unternehmer war, könnte schon bald Realität werden. Die Europäische Kommission hat einen Gesetzesvorschlag für eine neue EU-weite Rechtsform namens "EU Inc." vorgelegt, die eine Unternehmensgründung binnen 48 Stunden online überall in Europa ermöglichen soll. Österreichische ÖVP-Europaabgeordnete begrüßen den Vorstoß, mahnen aber gleichzeitig zur Vorsicht bei der Umsetzung.
Der OTS berichtet, dass die neue EU-weite Rechtsform das Gründen vereinfachen und günstiger machen soll, damit das Potenzial des Binnenmarkts besser ausgeschöpft werden kann. Mandl und Winzig betonen, dass der "Fleckerlteppich an Vorschriften für Gründer in Europa" gegenüber großen Mitbewerbern hinderlich sei.
Lukas Mandl, der die ÖVP im Europaparlament im zuständigen Rechtsausschuss vertritt, sagt: „Die neue europäische Rechtsform für Unternehmen wird den Zusammenhalt im Binnenmarkt stärken. Es wird einfacher sein, ein Unternehmen zu gründen und europaweit sowie außerhalb Europas aktiv zu sein. Das wird neue Chancen eröffnen. Gleichzeitig müssen Risiken vermieden werden. Gewachsene bewährte Rechtsformen in Mitgliedsstaaten, wie es sie etwa in Österreich gibt, dürfen nicht gefährdet werden. Und die neue Rechtsform löst nicht das Problem der Investitionslücke. Dafür braucht es einen stärkeren Kapital-Binnenmarkt und mehr Investitionsanreize.“
Angelika Winzig, Wirtschaftssprecherin der ÖVP im Europaparlament und selbst Unternehmerin, sagt: "Wer heute mit seinem Unternehmen in einen anderen EU-Mitgliedstaat expandieren will, steht vor 27 Rechtsordnungen und mehr als 60 verschiedenen Gesellschaftsformen. Das schreckt ab – vor allem den Mittelstand. Die EU Inc. löst genau dieses Problem: Eine Rechtsform, ein Regelwerk, gültig im gesamten Binnenmarkt. Gründen und Expandieren wird damit so einfach, wie es in einem echten Binnenmarkt sein sollte. Entscheidend ist jetzt, dass die EU Inc. auch in der Praxis hält, was sie auf dem Papier verspricht. Dafür werden wir im Europaparlament sorgen."