Am Abend des 29. Januar 2026 hat die Parlamentarische Versammlung des Europarates einen bedeutenden Beschluss gefasst, der weitreichende Konsequenzen für die Rechte von LGBTIQ+ Personen in Europa haben könnte. Mit einer deutlichen Mehrheit, die auch Stimmen aus dem konservativen Lager umfasste, wurd
Am Abend des 29. Januar 2026 hat die Parlamentarische Versammlung des Europarates einen bedeutenden Beschluss gefasst, der weitreichende Konsequenzen für die Rechte von LGBTIQ+ Personen in Europa haben könnte. Mit einer deutlichen Mehrheit, die auch Stimmen aus dem konservativen Lager umfasste, wurde eine Resolution angenommen, die ein umfassendes Verbot von Konversionstherapien in allen Mitgliedsstaaten des Europarates fordert. Diese Entscheidung unterstreicht die Bedeutung des Schutzes der Selbstbestimmung und Gesundheit von LGBTIQ+ Personen und stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen diskriminierende Praktiken dar.
Konversionstherapien, auch als 'Reparativtherapien' bekannt, zielen darauf ab, die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität einer Person zu ändern. Diese Praktiken sind weithin als unwissenschaftlich und schädlich anerkannt. Sie können zu schwerwiegenden psychischen Gesundheitsproblemen führen, darunter Depressionen, Angstzustände und posttraumatische Belastungsstörungen. Die Resolution des Europarates hebt hervor, dass solche Praktiken nicht nur ineffektiv, sondern auch gefährlich sind. Der SPÖ-LGBTIQ+ Sprecher Mario Lindner betonte, dass die Abstimmung des Europarates die Wichtigkeit eines Verbots solcher Maßnahmen im österreichischen Regierungsprogramm unterstreicht.
Die Praxis der Konversionstherapie hat eine lange und umstrittene Geschichte. Ursprünglich in der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt, basierten diese Therapien auf der Annahme, dass Homosexualität eine psychische Störung sei, die behandelt werden könne. Diese Annahme wurde jedoch von der modernen Psychologie widerlegt. Bereits 1973 entfernte die American Psychiatric Association Homosexualität aus ihrem Diagnostischen und Statistischen Manual psychischer Störungen (DSM). In den letzten Jahrzehnten haben zahlreiche Länder begonnen, gesetzliche Maßnahmen gegen Konversionstherapien zu ergreifen, da deren schädliche Auswirkungen immer deutlicher wurden.
In Europa gibt es bereits einige Länder, die Konversionstherapien gesetzlich verboten haben. Deutschland hat 2020 ein Verbot für Minderjährige eingeführt, während die Schweiz derzeit über ähnliche Maßnahmen diskutiert. Im Vergleich dazu hat Österreich im Rahmen seines Regierungsprogramms ebenfalls ein Verbot vorgesehen, das durch die aktuelle Resolution des Europarates zusätzlichen Rückenwind erhält. Diese Entwicklungen zeigen einen klaren Trend in Europa, der die Rechte von LGBTIQ+ Personen stärkt und den Schutz vor schädlichen Praktiken erhöht.
Ein Verbot von Konversionstherapien hätte weitreichende positive Auswirkungen auf die betroffenen Personen und die Gesellschaft insgesamt. LGBTIQ+ Personen würden vor schädlichen und unwissenschaftlichen Praktiken geschützt, die ihr psychisches Wohlbefinden gefährden. Ein solches Verbot würde auch ein starkes Signal gegen Diskriminierung und für die Akzeptanz und Gleichberechtigung aller Menschen senden. Beispiele aus Ländern, in denen solche Verbote bereits existieren, zeigen, dass die Akzeptanz von LGBTIQ+ Personen in der Gesellschaft steigt und die psychische Gesundheit dieser Gruppen sich verbessert.
Laut einer Studie der Europäischen Union haben etwa 5% der LGBTIQ+ Personen in Europa Erfahrungen mit Konversionstherapien gemacht. Diese Zahl variiert jedoch stark zwischen den Ländern. In Österreich liegt der Anteil bei etwa 3%, was zeigt, dass auch hier Handlungsbedarf besteht. Die Resolution des Europarates könnte dazu beitragen, diese Praktiken weiter zu reduzieren und den Schutz für betroffene Personen zu erhöhen.
Die Annahme der Resolution durch den Europarat könnte den Weg für weitere gesetzliche Maßnahmen in ganz Europa ebnen. In Österreich wird erwartet, dass das geplante Verbot im Regierungsprogramm zügig umgesetzt wird. Dies könnte ein Vorbild für andere Länder sein und den internationalen Druck erhöhen, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Langfristig könnte dies zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität von LGBTIQ+ Personen und einer stärkeren gesellschaftlichen Akzeptanz führen.
Die Entscheidung des Europarates ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer diskriminierungsfreien Gesellschaft. Sie zeigt, dass der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der Gleichberechtigung weiterhin zentrale Themen auf der europäischen Agenda sind. Es bleibt zu hoffen, dass diese Resolution den Anstoß für weitere positive Entwicklungen in Europa gibt.