Am 21. Januar 2026 wurde in Davos der European Future Readiness Index von Roland Berger vorgestellt, der erstmals seit Jahren eine positive Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit Europas signalisiert. Diese Nachricht ist besonders für Österreich von Bedeutung, da das Land als Teil der Europäischen Uni
Am 21. Januar 2026 wurde in Davos der European Future Readiness Index von Roland Berger vorgestellt, der erstmals seit Jahren eine positive Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit Europas signalisiert. Diese Nachricht ist besonders für Österreich von Bedeutung, da das Land als Teil der Europäischen Union direkt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Entwicklungen in Europa betroffen ist. Die Studie zeigt, dass die Bereiche Humankapital, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Resilienz und Infrastruktur nach Jahren des Rückgangs erstmals ins Plus drehen.
Der European Future Readiness Index ist ein umfassendes Instrument zur Messung der Zukunftsfähigkeit europäischer Länder. Er basiert auf sechs Teilindizes: Humankapital, Nachhaltigkeit, Digitalisierung/Innovation, Resilienz, Infrastruktur und Institutionen. Diese Teilindizes werden aus 24 Kennzahlen berechnet, die die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegens, der Schweiz und Großbritanniens über die letzten 20 Jahre analysieren.
Humankapital bezieht sich auf die Fähigkeiten und Kenntnisse, die Menschen durch Bildung und Erfahrung erlangen. Seit 2018 zeigt der Humankapital-Index einen Aufwärtstrend, der vor allem durch höhere öffentliche Bildungsausgaben getrieben wird. Diese Investitionen haben zu einer stärkeren Einbeziehung von Frauen in Führungspositionen und einer höheren Quote von Hochschulabsolventen geführt.
Nachhaltigkeit umfasst die Fähigkeit, wirtschaftliches Wachstum mit der Erhaltung der Umwelt in Einklang zu bringen. Zwischen 2014 und 2021 war der Nachhaltigkeitsindex rückläufig, zeigt jedoch seitdem wieder eine positive Entwicklung. Diese Veränderung ist entscheidend, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Europas sicherzustellen.
Digitalisierung und Innovation sind Schlüsselbereiche für die Zukunftsfähigkeit Europas. Trotz eines leichten Aufschwungs im Jahr 2024 bleibt dieser Bereich problematisch. Europa muss in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Patente aufholen, um nicht weiter hinter die USA und China zurückzufallen.
Ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern und globalen Akteuren wie den USA und China zeigt, dass Europa in einigen Bereichen hinterherhinkt. Während Länder wie Deutschland und die Schweiz in puncto Innovation und Bildung gut abschneiden, hat Österreich insbesondere im Bereich Digitalisierung Aufholbedarf. Die USA und China sind führend bei der Nutzung von KI und industriellen Datenpools, was ihre wirtschaftliche Dominanz weiter stärkt.
Die Entwicklungen im European Future Readiness Index haben direkte Auswirkungen auf die Bürger in Österreich. Verbesserungen im Humankapital und in der Infrastruktur können zu besseren Arbeitsbedingungen und höherer Lebensqualität führen. Gleichzeitig kann die Digitalisierung neue Arbeitsplätze schaffen, erfordert aber auch eine Anpassung der Arbeitskräfte an neue Technologien. Die Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit betreffen alle Bürger, da sie langfristig die Umwelt und damit die Lebensqualität beeinflussen.
Der European Future Readiness Index zeigt, dass fünf der sechs Teilindizes ihren langjährigen Mittelwert erstmals wieder überschritten haben. Dies ist ein ermutigendes Zeichen, zeigt aber auch, dass Europa noch immer auf einem relativ niedrigen Niveau operiert. Die Studie hebt hervor, dass die Reduzierung regulatorischer Komplexität, die Stärkung von Innovationen und ein unabhängigeres europäisches Finanzsystem entscheidend für die Verfestigung der Trendumkehr sind.
Die Zukunft Europas hängt maßgeblich von der Fähigkeit ab, die identifizierten Herausforderungen zu meistern. Roland Berger empfiehlt Maßnahmen in vier zentralen Handlungsfeldern: Bürokratieabbau, Schließen von Innovationslücken, Vollendung der Kapitalmarktunion und Nutzung industrieller Datenpools. Diese Schritte könnten Europa helfen, seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Europa trotz positiver Signale noch einen langen Weg vor sich hat. Die Herausforderungen sind jedoch überwindbar, wenn entschlossen und koordiniert gehandelt wird. Österreich kann von diesen Entwicklungen profitieren, muss jedoch auch eigene Anstrengungen unternehmen, um im internationalen Wettbewerb nicht zurückzufallen.
Interessierte Leser finden die vollständige Studie auf der Webseite von Roland Berger. Wie sehen Sie die Zukunft Europas? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren oder auf unseren Social-Media-Kanälen.