Die Globalisierung ist ein zweischneidiges Schwert, das sich immer tiefer in die österreichische Wirtschaft eingräbt. Während sie einerseits neue Märkte eröffnet, frisst sie andererseits Arbeitsplätze in einem erschreckenden Tempo. Besonders betroffen sind dabei Frauen in der Buchhaltungsbranche, wi
Die Globalisierung ist ein zweischneidiges Schwert, das sich immer tiefer in die österreichische Wirtschaft eingräbt. Während sie einerseits neue Märkte eröffnet, frisst sie andererseits Arbeitsplätze in einem erschreckenden Tempo. Besonders betroffen sind dabei Frauen in der Buchhaltungsbranche, wie eine aktuelle Pressemitteilung der Freiheitlichen Wirtschaft (FWS) eindringlich warnt.
„Die Globalisierung frisst unsere Arbeitsplätze und Österreich schaut tatenlos zu.“ Diese eindringlichen Worte stammen von Norbert Ranftler, dem Landesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft Salzburg (FWS) und Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer Salzburg. Er reagiert damit auf die immer stärkere Verlagerung von administrativen Tätigkeiten wie Buchhaltung an Billiglohnländer wie Indien.
Doch was bedeutet das konkret für die heimische Wirtschaft? Laut Ranftler handelt es sich um nichts weniger als einen Ausverkauf der österreichischen Wirtschaft. Während große Konzerne von der Auslagerung profitieren, verlieren tausende Frauen in Österreich – die traditionell im Buchhaltungsbereich tätig sind – ihre sichere Existenzgrundlage. Besonders betroffen sind Teilzeitkräfte und Mütter, die als erste Opfer dieser Entwicklung gelten.
Billiglohnländer wie Indien sind für viele internationale Konzerne ein attraktiver Standort. Geringe Lohnkosten und eine wachsende Anzahl an qualifizierten Fachkräften machen es Unternehmen leicht, ihre administrativen Aufgaben dorthin zu verlagern. Doch was für die Konzerne ein finanzieller Vorteil ist, wird für die heimischen Arbeitskräfte zum Problem.
In Österreich hingegen verfügt man über hervorragend ausgebildete Fachkräfte im Buchhaltungswesen. Diese Stärke leichtfertig aufs Spiel zu setzen, nur um kurzfristig Kosten zu sparen, sei ein schwerer Fehler, so Ranftler. Er warnt eindringlich davor, dass Kompetenz und Verlässlichkeit sich nicht billig importieren lassen. Wer glaubt, dass Indien unsere Qualität ersetzen kann, irrt gewaltig.
Auch Sabrina Kühr, Fachgruppenvertreterin der FWS, sieht die Lage kritisch. „Frauen, die Familie und Beruf verbinden, brauchen sichere Arbeitsplätze hier in Österreich – nicht die ständige Angst, durch Outsourcing ersetzt zu werden“, warnt sie. Stattdessen müsse man in Ausbildung und Digitalisierung investieren, damit Österreichs Buchhaltung international als Qualitätsmaßstab gilt.
Die Freiheitliche Wirtschaft weist außerdem darauf hin, dass gerade kleine und mittlere Betriebe durch die Verlagerung ins Ausland einer unfairen Konkurrenz ausgesetzt sind. Diese Betriebe sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft und benötigen dringend Unterstützung.
„Wir müssen unsere heimischen Unternehmen stärken, nicht schwächen. Dafür braucht es dringend eine Entlastung: nicht nur beim Abbau der überbordenden Lohnnebenkosten, sondern auch bei der erdrückenden Bürokratie. Nur so können unsere Betriebe in Österreich wieder durchstarten“, so Ranftler abschließend.
Die Forderung nach einer Entlastung der heimischen Betriebe ist nicht neu. Immer wieder wird von politischer Seite betont, dass nur durch eine Reduzierung der Lohnnebenkosten und Bürokratie die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen sichergestellt werden kann.
Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland ist kein neues Phänomen. Bereits in den 1990er Jahren begann der Trend, administrative Tätigkeiten in Länder mit niedrigeren Löhnen auszulagern. Besonders betroffen waren damals die Textil- und Elektronikindustrie. Doch während diese Entwicklung damals noch auf wenige Branchen beschränkt war, hat sie sich mittlerweile auf nahezu alle Bereiche ausgeweitet.
In den letzten Jahren hat sich die Situation weiter verschärft. Besonders durch die Digitalisierung und die damit verbundenen Möglichkeiten, Arbeiten aus der Ferne zu erledigen, hat der Druck auf die heimischen Arbeitsplätze zugenommen. Für viele Unternehmen ist es heute einfacher denn je, ihre administrativen Aufgaben in Länder wie Indien oder die Philippinen auszulagern.
Die Situation in Salzburg ist dabei kein Einzelfall. Auch in anderen Bundesländern ist der Druck auf die heimischen Arbeitsplätze spürbar. Besonders in Wien, dem wirtschaftlichen Zentrum des Landes, sind viele Unternehmen von der Verlagerung betroffen. Doch während in Salzburg vor allem kleine und mittlere Betriebe kämpfen, sind es in Wien vor allem große Konzerne, die ihre administrativen Aufgaben ins Ausland verlagern.
Auch in anderen Teilen Österreichs, wie der Steiermark oder Oberösterreich, ist die Situation ähnlich. Hier kämpfen vor allem traditionelle Industrien mit dem Druck der Globalisierung. Doch während in diesen Regionen vor allem die produzierende Industrie betroffen ist, sind es in Salzburg vor allem Dienstleistungsunternehmen, die unter der Verlagerung leiden.
Für den normalen Bürger bedeutet die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland vor allem eines: Unsicherheit. Besonders Frauen, die im Buchhaltungsbereich tätig sind, sehen sich einer ungewissen Zukunft gegenüber. Viele von ihnen müssen sich nach neuen Arbeitsplätzen umsehen oder gar umschulen lassen, um in anderen Bereichen Fuß zu fassen.
Doch nicht nur die Arbeitsplätze sind betroffen. Auch die heimische Wirtschaft leidet unter der Verlagerung. Durch die Auslagerung von administrativen Tätigkeiten gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren, sondern auch wertvolles Know-how. Dieses Wissen, das über Jahre hinweg aufgebaut wurde, geht durch die Verlagerung unwiederbringlich verloren.
Doch wie sieht die Zukunft aus? Experten sind sich einig, dass die Digitalisierung weiter voranschreiten wird. Für viele Unternehmen wird es daher immer attraktiver, ihre administrativen Aufgaben ins Ausland zu verlagern. Doch gleichzeitig gibt es auch Hoffnung. Durch Investitionen in Ausbildung und Digitalisierung könnte es gelingen, die heimische Buchhaltungsbranche zu stärken und international wettbewerbsfähig zu machen.
„Wir müssen unsere Stärken ausbauen und in die Zukunft investieren“, so ein Experte. „Nur so können wir sicherstellen, dass Österreich auch in Zukunft ein attraktiver Standort für Unternehmen bleibt.“
Die Freiheitliche Wirtschaft hat mit ihrer Pressemitteilung einen wichtigen Diskurs angestoßen. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik auf die Forderungen reagieren wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die heimische Wirtschaft zu stärken.