Oppositionspartei kritisiert hohe Kosten und undurchsichtige Preisgestaltung bei Wiener Fernwärme
Die FPÖ Wien übt scharfe Kritik an den Fernwärmepreisen in der Bundeshauptstadt und fordert von Bürgermeister Ludwig eine sofortige Preissenkung.
Die Fernwärmepreise in Wien sorgen weiterhin für politische Kontroversen. Die FPÖ Wien hat nun scharfe Kritik an der Preispolitik der Wiener Stadtwerke geübt und fordert von der rot-pinken Stadtregierung sowohl eine Senkung der Tarife als auch mehr Transparenz bei der Preisgestaltung.
Immer mehr Wiener Haushalte sehen sich laut der Freiheitlichen Partei mit steigenden Fernwärmekosten konfrontiert. Trotz sparsamen Heizverhaltens würden viele Bürgerinnen und Bürger hohe monatliche Belastungen und unerwartete Nachzahlungen erhalten. Besonders kritisch bewertet die Opposition die mangelnde Nachvollziehbarkeit der Preisgestaltung.
FPÖ-Stadtwerke- und Energiesprecher Klemens Resch formuliert die Kritik deutlich: Die Stadtregierung würde über Wien Energie hohe Preise verlangen, ohne den Konsumenten verständliche Erklärungen zu liefern. Wien zähle im Bundesländervergleich zu den teuersten Fernwärme-Standorten Österreichs, so der Vorwurf der Freiheitlichen.
Anders als bei vielen anderen Energieformen werden die Fernwärmepreise in Wien nicht ausschließlich durch Marktmechanismen bestimmt. Stattdessen erfolgt die Preisfestlegung über einen behördlichen Preisbescheid. Diese Regelung ist eine Besonderheit des Wiener Systems und unterscheidet sich von der Preisbildung in anderen Bundesländern.
Die Zuständigkeit für diese Preisbescheide liegt beim Landeshauptmann von Wien. Da Bürgermeister Michael Ludwig in Personalunion auch Landeshauptmann ist, trägt er nach Ansicht der FPÖ die direkte Verantwortung für die Höhe der Fernwärmetarife. Die Opposition sieht darin einen Hebel, den die Stadtregierung nutzen könnte, um die Preise zu senken.
Die FPÖ Wien stellt mehrere konkrete Forderungen an die Stadtregierung:
Resch betont, dass die Stadtregierung in der Verantwortung stehe, leistbare Energie für die Bevölkerung sicherzustellen. Die aktuelle Situation sei für viele Wiener Familien eine erhebliche finanzielle Belastung.
Die Fernwärmeversorgung in Wien wird maßgeblich von Wien Energie betrieben, einem Unternehmen der Wiener Stadtwerke. Das Fernwärmenetz der Bundeshauptstadt zählt zu den größten in Europa und versorgt hunderttausende Haushalte sowie zahlreiche Gewerbebetriebe mit Heizenergie.
Die Fernwärme wird in Wien aus verschiedenen Quellen gespeist, darunter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Müllverbrennungsanlagen und zunehmend auch erneuerbare Energiequellen. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, die Fernwärmeversorgung bis 2040 klimaneutral zu gestalten.
Die behördliche Preisregulierung bei der Fernwärme ist in Österreich unterschiedlich gehandhabt. In Wien erfolgt diese durch Preisbescheide des Landeshauptmanns, was der Stadtpolitik theoretisch direkten Einfluss auf die Tarifgestaltung ermöglicht. Diese Konstellation macht die Fernwärmepreise zu einem regelmäßigen Thema in der Wiener Kommunalpolitik.
Die Frage der Energiepreise und insbesondere der Heizkosten ist für viele Haushalte von großer Bedeutung. Gerade in der kalten Jahreszeit stellen die Heizkosten einen erheblichen Anteil an den monatlichen Fixkosten dar. Die Diskussion um faire und transparente Preise dürfte daher auch in den kommenden Monaten die politische Debatte in Wien prägen.
Eine Stellungnahme der Wiener Stadtregierung zu den Forderungen der FPÖ lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor. Die SPÖ-geführte Stadtregierung hatte in der Vergangenheit wiederholt auf verschiedene Entlastungsmaßnahmen für Wiener Haushalte verwiesen, darunter den Wiener Energiebonus und andere Unterstützungsleistungen.
Die Debatte um die Fernwärmepreise reiht sich in die breitere Diskussion um Energiekosten ein, die seit dem Beginn der Energiekrise im Jahr 2022 die österreichische Politik beschäftigt. Obwohl die Energiepreise auf den Großhandelsmärkten mittlerweile wieder gesunken sind, beklagen Konsumentenschützer und Oppositionsparteien immer wieder, dass diese Rückgänge nicht ausreichend an die Verbraucher weitergegeben würden.