In einem dramatischen Appell hat der Katholische Familienverband Österreichs die Regierung dazu aufgefordert, die finanziellen Kürzungen, die Familien betreffen, zu überdenken. Am 17. Juni 2025 wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht, die die Sorgen und Befürchtungen der Familien in den Mittelpun
In einem dramatischen Appell hat der Katholische Familienverband Österreichs die Regierung dazu aufgefordert, die finanziellen Kürzungen, die Familien betreffen, zu überdenken. Am 17. Juni 2025 wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht, die die Sorgen und Befürchtungen der Familien in den Mittelpunkt rückt.
„Mehr als 17.000 Menschen haben unsere Petition unterzeichnet“, berichtet der Präsident des Katholischen Familienverbandes, Peter Mender. Diese beeindruckende Zahl zeigt, wie viele Menschen von den geplanten Einsparungen betroffen sind und sich gegen diese Ungerechtigkeit wehren möchten. Der Verband hat bereits Gespräche mit dem zuständigen Ministerium und Finanzminister Markus Marterbauer geführt, um auf die Dringlichkeit der Situation hinzuweisen.
Besonders befremdlich ist für viele die Art der Kommunikation seitens der Regierung. „Es wirkt realitätsfern, wenn man Familien erklärt, dass die Nicht-Valorisierung von Leistungen wie Familienbeihilfe oder Schulstartgeld durch Investitionen in Kinderbetreuung oder Bildung aufgewogen sei“, kritisiert Mender. Diese Aussage verweist auf die komplexen Herausforderungen, vor denen Familien stehen, und die Notwendigkeit, sowohl finanzielle Unterstützung als auch eine geeignete Infrastruktur bereitzustellen.
Die Auswirkungen dieser Entscheidungen sind weitreichend. Familien benötigen nicht nur Geldleistungen, sondern auch Zeit und verlässliche Rahmenbedingungen, um ihre Kinder optimal fördern zu können. Doch die gegenwärtigen Maßnahmen scheinen diese Bedürfnisse nicht ausreichend zu berücksichtigen.
Ein zentrales Anliegen des Verbandes ist die Kritik an der ständigen Gegenüberstellung von Geld- und Sachleistungen. „Das bringt niemandem etwas“, betont Mender. Eine ausgewogene Familienpolitik sollte die Vielfalt der Lebensrealitäten anerkennen und die Unterstützung nicht an Bedingungen knüpfen. Doch genau das scheint gegenwärtig nicht der Fall zu sein.
„Die Bildung unserer Kinder ist ein zentrales Anliegen für das ganze Land, nicht nur für Eltern“, erklärt Mender weiter. Gut ausgebildete junge Menschen sind entscheidend für die Zukunft der Gesellschaft, und die Ausgaben im Bildungsbereich sollten nicht als Ersatz für Geldleistungen betrachtet werden.
Auch das Thema Kinderbetreuung wird in der Pressemitteilung kritisch beleuchtet. „Der Ausbau ist sinnvoll und notwendig, ihn aber als Begründung für fehlende Geldleistungen heranzuziehen, ist kurzsichtig“, warnt Mender. Diese Argumentation veranschaulicht die Komplexität der Diskussion und die Notwendigkeit, die Bedürfnisse der Familien umfassend zu berücksichtigen.
Besonders betroffen von der Nicht-Valorisierung sind Familien mit geringem Einkommen, Mehrkindfamilien und werdende Eltern. „Auch das Kinderbetreuungsgeld wird zwei Jahre lang nicht angepasst“, berichtet Mender. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für viele Familien, die ohnehin schon unter finanziellen Belastungen leiden.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Steuerpolitik in Bezug auf Babyprodukte. Während Verhütungsmittel und Damenhygieneartikel künftig steuerbefreit sind, bleiben Babywindeln weiterhin mit 20 Prozent besteuert. „Warum gelten Produkte für Babys als Luxus?“, fragt Mender und bringt damit die Frustration vieler Eltern auf den Punkt.
Die reale Belastung vieler Familien wird durch diese Entscheidungen weiter verschärft. „Natürlich ist es keine direkte Kürzung, aber wenn alles teurer wird und Familien dieselben Beträge erhalten wie im Vorjahr, bleibt ihnen faktisch weniger“, erklärt Mender. Diese Situation trifft immer mehr Familien spürbar, auch die Mittelschicht bleibt nicht verschont.
Die niedrige Geburtenrate in Österreich ist ein weiteres Thema, das in der Pressemitteilung angesprochen wird. „Gerade jetzt, wo wir eine niedrige Geburtenrate haben und junge Paare sich immer seltener für Kinder entscheiden, wäre es ein starkes Signal, Familien Sicherheit und Verlässlichkeit zu geben“, betont Mender. Diese Aussage unterstreicht die Notwendigkeit, zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen, die nicht nur kurzfristige Einsparungen im Blick haben, sondern auch die langfristigen Auswirkungen auf die Gesellschaft berücksichtigen.
„Es geht bei der Unterstützung von Familien nicht nur um Sozialleistungen für Bedürftige, es braucht auch eine Politik für die breite Mitte, die allen Familien mit tragfähigen und planbaren Leistungen zur Seite steht“, so Mender weiter. Diese Forderung nach einer umfassenden Familienpolitik ist ein zentraler Punkt der Kritik und ein Appell an die Regierung, ihre Entscheidungen zu überdenken.
Abschließend appelliert Mender an die Verantwortung der Politik: „Familien sind das Rückgrat unserer Gesellschaft – das wird oft gesagt, aber zu selten entsprechend gehandelt.“ Diese Worte fassen die zentrale Botschaft der Pressemitteilung zusammen und rufen die Regierung dazu auf, mutige und konkrete politische Maßnahmen zu ergreifen.
Die unbezahlte Arbeit, die in Haushalten, bei der Kindererziehung und in der Pflege geleistet wird, ist systemrelevant und übersteigt die wirtschaftliche Leistung vieler Branchen. Hier zu sparen, wäre nicht nur familienpolitisch, sondern auch volkswirtschaftlich ein folgenschwerer Fehler. Familien leisten bereits heute einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung des Staatshaushalts.
Der Appell des Katholischen Familienverbandes ist ein Weckruf für die Regierung, die Bedeutung der Familienpolitik nicht zu unterschätzen. Es geht darum, die richtigen Prioritäten zu setzen und die Bedürfnisse der Familien in den Mittelpunkt der politischen Entscheidungen zu stellen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Österreich auch in Zukunft ein familienfreundliches Land bleibt.
Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob die Regierung auf die Forderungen des Verbandes eingeht und die notwendigen Schritte unternimmt, um die finanzielle Belastung der Familien zu reduzieren. Die Augen der Öffentlichkeit sind auf die politischen Entscheidungsträger gerichtet, und es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen in den kommenden Wochen ergriffen werden, um die Situation zu verbessern.