Die österreichische Wirtschaft steht vor einem Paradoxon: Während Unternehmen massiv in klimafreundliche Mobilität investieren und bereits 68 Prozent aller Neuzulassungen auf Firmen entfallen, brem
Die österreichische Wirtschaft steht vor einem Paradoxon: Während Unternehmen massiv in klimafreundliche Mobilität investieren und bereits 68 Prozent aller Neuzulassungen auf Firmen entfallen, bremsen veraltete Steuerregeln diese Transformation aus. Die Wirtschaftskammer Wien schlägt nun Alarm und fordert eine sofortige Anhebung der sogenannten Angemessenheitsgrenze von derzeit 40.000 auf 65.000 Euro – eine Grenze, die seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr angepasst wurde.
Die Geschichte der Angemessenheitsgrenze für Firmenautos liest sich wie ein Lehrstück verpasster Chancen. Seit 2005 liegt diese Grenze unverändert bei 40.000 Euro – ein Betrag, der in der damaligen Autowelt durchaus Sinn ergab. Doch was bedeutet das heute? Rechnet man allein die Inflation der vergangenen 20 Jahre ein, müsste diese Grenze heute bei 69.000 Euro liegen. Die Realität am Automarkt hat sich jedoch noch drastischer gewandelt.
Die Angemessenheitsgrenze bestimmt, bis zu welchem Fahrzeugwert Unternehmen steuerliche Vorteile wie den vollen Vorsteuerabzug geltend machen können. Überschreitet ein Firmenfahrzeug diese Grenze, werden die steuerlichen Begünstigungen entsprechend gekürzt. Was als Instrument gegen Luxusausgaben gedacht war, entwickelt sich zunehmend zum Hemmschuh für moderne, umweltfreundliche Mobilität.
Besonders problematisch wird die veraltete Grenze bei Elektro- und Hybridfahrzeugen. Diese kosten aufgrund der aufwendigen Batterietechnologie oft deutlich mehr als vergleichbare Verbrenner. Ein modernes Elektrofahrzeug mit zeitgemäßer Ausstattung und Reichweite liegt häufig über 40.000 Euro. Stephanie Ernst, Obfrau des Wiener Fahrzeughandels, bringt das Problem auf den Punkt: „Dass genau jene Fahrzeuge steuerlich benachteiligt werden, die wir für die Klimawende brauchen, ist widersprüchlich."
Für österreichische Unternehmen bedeuten die aktuellen Regelungen einen erheblichen Verwaltungsaufwand. Verschiedene Vorschriften je nach Antriebsart, komplexe Sachbezugsmodelle für private Nutzung und umfangreiche Dokumentationspflichten verwandeln die Anschaffung eines Firmenfahrzeugs in einen „Bürokratie-Marathon