Internationale Performancekünstlerin realisiert mehrstündige Tagesperformance als Biennale-Satellitenprojekt
Die gefeierte Künstlerin Florentina Holzinger präsentiert 2026 eine außergewöhnliche Performance in Wien und Prinzendorf - ein 9-stündiges Gesamterlebnis.
Die international gefeierte Performancekünstlerin Florentina Holzinger kündigt eine spektakuläre neue Arbeit an: "Pfingstspiel" wird am 23. Mai 2026 als mehrstündige Tagesperformance in Wien und Prinzendorf realisiert. Das außergewöhnliche Projekt entsteht als offizielle Satellitenveranstaltung zu Holzingers österreichischem Beitrag bei der Biennale von Venedig 2026.
Die ambitionierte Produktion ist eine Koproduktion der Nitsch Foundation mit den Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, More Spirit Please, dem nitsch museum, VERBUND und KÖR - Kunst im öffentlichen Raum Wien. Mit einer Gesamtdauer von etwa neun Stunden inklusive Bustransfers verspricht "Pfingstspiel" ein intensives Kunsterlebnis der besonderen Art zu werden.
Die Performance gliedert sich in zwei dramaturgisch aufeinander aufbauende Teile: Der erste Teil beginnt als Prolog im Wiener Eislaufverein an der Lothringerstraße 22. Hier entsteht ein "Oratorium für Körper und Maschinen", wie es in der Ankündigung heißt. Im Anschluss führt eine gemeinsame Busfahrt die Teilnehmer nach Schloss Prinzendorf - jenem historisch bedeutsamen Ort, an dem Hermann Nitsch über Jahrzehnte hinweg sein legendäres Orgien Mysterien Theater entwickelte.
"Pfingstspiel" greift bewusst die Symbolik des Pfingstfestes auf und verbindet diese mit Nitschs Konzept von Kunst als gemeinschaftlichem, körperlichem Ereignis. Die Performance versteht sich als "performative Beschwörung" und setzt sich mit Themen wie Transformation, Erinnerung und gemeinschaftlicher Praxis auseinander.
Florentina Holzinger selbst erklärt ihre Motivation zu dem Projekt: "Für mich ist es sehr stimmig, eine Pfingst-Étude in Nitschs Prinzendorf zu machen. Schon in seinen Arbeiten hat sich die technologische Zivilisation immer wieder eingeschrieben: von Menschen gebaute Maschinen, die zugleich fast wie von selbst, beinahe 'robotisch' ihre kriegerischen Abläufe vollziehen. An diesem Ort möchten wir die Erinnerungen aufrufen und die dort entstandenen Geschichten weiterdrehen und neu erzählen."
"Pfingstspiel" reiht sich nahtlos in Holzingers künstlerisches Schaffen ein. Bereits zwei Jahre zuvor sorgte ihre international viel beachtete Opernperformance "SANCTA", ebenfalls eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen, für Aufsehen. Auch in der neuen Arbeit setzt sich die Künstlerin erneut intensiv mit religiösen Bildwelten, Körperpolitiken und Fragen von Gemeinschaft auseinander.
Die Wahl des Ortes ist dabei keineswegs zufällig: Schloss Prinzendorf gilt als einer der bedeutendsten Schauplätze österreichischer Performancegeschichte und ist untrennbar mit dem Werk Hermann Nitschs verbunden.
Für die Nitsch Foundation stellt das Projekt einen wichtigen Meilenstein dar. Rita Nitsch, die das Erbe ihres verstorbenen Mannes verwaltet, betont: "Für die Nitsch Foundation bedeutet dieses Projekt eine bewusste Öffnung von Schloss Prinzendorf für führende Positionen der zeitgenössischen Performancekunst und die konsequente Fortschreibung des Werkgedankens von Hermann Nitsch."
Seit Hermann Nitschs Tod arbeitet Rita Nitsch gemeinsam mit ihrem Neffen Paul Breitenfelder daran, das Werk im Sinne des Künstlers weiterzuführen und Schloss Prinzendorf als Ort künstlerischer Freiheit in der Gegenwart zu verankern. Ein zentraler Meilenstein war bereits die posthume Aufführung der zweiten Fassung des legendären 6-Tage-Spiels.
Paul Breitenfelder, Board Director der Nitsch Foundation, unterstreicht die internationale Ausrichtung: "Es ist unser Anspruch, Prinzendorf als international wahrnehmbaren Ort für Performancekunst weiter zu profilieren. 'Pfingstspiel' unterstreicht diesen Weg eindrucksvoll."
Christoph Mayer, Geschäftsführer des nitsch museum, ordnet Holzingers Werk kunsthistorisch ein: "Florentina Holzinger steht wie kaum eine andere Künstlerin für eine radikale, körperliche Praxis in der Tradition des Wiener Aktionismus. Ihre Arbeit in Prinzendorf verbindet internationale Gegenwartskunst mit einem der prägenden Orte österreichischer Performancegeschichte."
Diese Verbindung zwischen historischer Bedeutung und zeitgenössischer Kunstpraxis macht "Pfingstspiel" zu einem besonderen kulturellen Ereignis, das weit über eine einzelne Performance hinausweist.
Für die Wiener Festwochen stellt "Pfingstspiel" einen zentralen Programmpunkt in ihrer Jubiläumsausgabe dar. Dramaturgin Iris Raffetseder erklärt: "'Pfingstspiel' erweitert Florentina Holzingers Biennale-Beitrag um eine kraftvolle Intervention zwischen öffentlichem Raum und historisch aufgeladenem Ort."
Die Kooperation unterstreicht die Bedeutung, die dem Projekt von institutioneller Seite beigemessen wird. Die Wiener Festwochen haben sich über Jahrzehnte als wichtige Plattform für innovative Theaterformen und Performances etabliert.
Auch der Energiekonzern VERBUND engagiert sich als Förderer des Projekts. Das Unternehmen betont: "VERBUND übernimmt gesellschaftliche Verantwortung und unterstützt soziale, sportliche und kulturelle Projekte. Wir freuen uns, eine Aufführung von Florentina Holzinger bei den Wiener Festwochen 2026 zu fördern. Ihre Auseinandersetzung mit der transformativen Kraft des Wassers und dem weiblichen Körper verbindet zentrale Themen ihrer Arbeit mit den Werten von VERBUND."
"Pfingstspiel" findet am 23. Mai 2026 um 15:30 Uhr statt, der Treffpunkt ist im Eislaufverein in der Lothringerstraße 22 im dritten Wiener Gemeindebezirk. Die Gesamtdauer beträgt etwa neun Stunden inklusive der Bustransfers zwischen Wien und Prinzendorf.
Tickets sind ab dem 26. Februar unter festwochen.at erhältlich und kosten 120 Euro. Der Preis beinhaltet den Busshuttle von Wien nach Prinzendorf und zurück. Aufgrund der limitierten Platzkapazität wird empfohlen, sich Tickets rechtzeitig zu sichern, da diese nach dem Prinzip "First come, first serve" vergeben werden.
Der Zutritt ist ausschließlich Personen ab 18 Jahren gestattet. Für den Prolog in Wien wird ab April ein separates Kontingent an Zählkarten freigeschaltet, diese berechtigen jedoch nur zum Besuch des Wiener Teils und beinhalten nicht den Besuch in Prinzendorf.
Karten können nicht vor Ort erworben werden, und von einer Anreise mit privatem PKW nach Prinzendorf wird ausdrücklich abgeraten. Diese organisatorischen Maßnahmen unterstreichen den besonderen Charakter der Veranstaltung als gemeinschaftliches Erlebnis.
Der Prolog in Wien wird von KÖR – Kunst im öffentlichen Raum Wien gefördert und mit freundlicher Unterstützung von Hotel InterContinental Wien und Eislaufverein Wien ermöglicht. Die Initiative zu dieser besonderen Kollaboration ging von Dominika Li aus, die das Projekt beratend begleitet hat.
"Pfingstspiel" verspricht ein außergewöhnliches Kunsterlebnis zu werden, das die Grenzen zwischen Performance, Ritual und gemeinschaftlicher Erfahrung auslotet. Die Verbindung von Holzingers zeitgenössischer Kunstpraxis mit der historischen Bedeutung von Schloss Prinzendorf macht das Projekt zu einem besonderen kulturellen Ereignis des Jahres 2026.