Rekordinvestitionen von 330 Mio. Euro für 2026 geplant
Trotz einer Wertberichtigung von 55,9 Mio. Euro für die dritte Piste erreichte der Flughafen Wien 2025 ein Umsatzplus von 7,2%.
Die Flughafen Wien AG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück, das trotz einer außerordentlichen Wertberichtigung für das Projekt der dritten Piste positive Entwicklungen zeigte. Mit einem Umsatzanstieg von 7,2% auf 1.128,9 Millionen Euro konnte das Unternehmen seine starke Marktposition weiter ausbauen.
Das Nettoergebnis der Flughafen-Wien-Gruppe belief sich 2025 auf 210,1 Millionen Euro, was einem Rückgang von 12,3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Rückgang ist primär auf eine einmalige Wertberichtigung des Projekts der dritten Piste in Höhe von 55,9 Millionen Euro zurückzuführen. Ohne diesen Sondereffekt hätte das Unternehmen eine deutlich positivere Entwicklung verzeichnet.
Das EBITDA verringerte sich auf 412,4 Millionen Euro (-6,8%), während das EBIT auf 279,5 Millionen Euro (-8,7%) zurückging. Bemerkenswert ist, dass durch die gute operative Geschäftsentwicklung etwa die Hälfte des negativen Effekts der Wertberichtigung kompensiert werden konnte.
Ein besonderer Höhepunkt des Geschäftsjahres 2025 war das neue Rekordpassagieraufkommen am Standort Wien mit 32,6 Millionen Reisenden. Diese Entwicklung unterstreicht die Attraktivität des Flughafens Wien als wichtiger Hub in Mitteleuropa und treibt maßgeblich die positive Umsatzentwicklung.
Für das Jahr 2026 zeigt sich der Ausblick verhaltener: Der Flughafen Wien erwartet rund 30 Millionen Passagiere am Standort Wien und insgesamt 41,5 Millionen Reisende in der gesamten Flughafen-Wien-Gruppe, die auch die Standorte Malta und Kosice umfasst.
Alle Geschäftssegmente konnten positive Ergebnisbeiträge liefern. Das Airport-Segment verzeichnete Umsätze von 536,5 Millionen Euro bei einem Segment-EBIT von 96,0 Millionen Euro. Das Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen profitierte von einem Frachtrekord und steigerte den Umsatz auf 198,0 Millionen Euro.
Besonders erfreulich entwickelte sich das Segment Malta, das mit Umsätzen von 157,0 Millionen Euro und einem Segment-EBIT von 75,4 Millionen Euro zur starken Gesamtperformance beitrug. Das Retail & Properties-Segment erreichte Umsätze von 215,0 Millionen Euro und ein Segment-EBIT von 97,2 Millionen Euro.
Für 2026 plant der Flughafen Wien Rekordinvestitionen von rund 330 Millionen Euro – die größte Investitionsoffensive in der Unternehmensgeschichte. Diese Investitionen fließen vollständig aus Eigenmitteln und unterstreichen die solide Finanzlage des Unternehmens.
Das größte Einzelprojekt ist die Terminal 3-Süderweiterung, die im zweiten Quartal 2027 in Betrieb gehen soll. Auf 70.000 Quadratmetern entstehen zusätzliche Shopping- und Gastronomieangebote, neue großzügige Lounges und eine zentrale Sicherheitskontrolle. Weitere Investitionen fließen in den Office Park 4 NEXT sowie in Modernisierungen wie die Ausstattung aller Sicherheitskontrollen mit CT-Scannern.
Die Flughafen Wien AG verfolgt ehrgeizige langfristige Ziele: Bis 2035 sollen 40 Millionen Passagiere am Standort Wien abgefertigt werden. Um diese Kapazitäten zu schaffen, sind neben der Terminal 3-Süderweiterung auch Erweiterungsarbeiten zur Verlängerung des Pier Nord geplant, die bis 2031 abgeschlossen sein sollen.
"Mit umfangreichen Investitionen in Qualität und Infrastruktur bereiten wir uns darauf schon heute vor", erklärt Vorstand Julian Jäger. Die Strategie zielt darauf ab, Wien als führenden Hub in Mitteleuropa zu positionieren und gleichzeitig das Passagiererlebnis kontinuierlich zu verbessern.
Die Bemühungen um Servicequalität werden regelmäßig honoriert. Erst kürzlich erhielt der Flughafen Wien den ASQ Award des Luftfahrtverbands ACI als "Best Airport at departures 25-40 Mio. Passengers/Europe" sowie von Skytrax zum fünften Mal die Auszeichnung "Best Airport Staff Europe". Zudem rangiert Wien auf Platz drei der pünktlichsten europäischen Hubs mit über 25 Millionen Passagieren.
Die AirportCity setzt ihren Wachstumskurs fort: 2025 siedelten sich 20 neue Betriebe am Flughafen-Standort an. Für 2026 folgen fünf neue Space-Tech-Unternehmen im Weltraumcluster "VIE Space Hub". Mit über 23.500 Beschäftigten in mehr als 250 Unternehmen ist der Flughafen Wien der größte Arbeitgeber der Ostregion Österreichs.
Der neue Office Park 4 NEXT wird 17.000 Quadratmeter zusätzliche Büro- und Konferenzflächen schaffen und 2028 in Betrieb gehen. Zusätzlich eröffnet in Kürze das dritte Hotel am Flughafen Wien mit 510 Zimmern, das gleichzeitig das größte Hotel Niederösterreichs sein wird.
Trotz der Wertberichtigung schlägt der Vorstand der Hauptversammlung eine Dividende von 1,65 Euro je Aktie vor – auf Vorjahreshöhe. Die Ausschüttungsquote liegt bei rund 75%, die Dividendenrendite bei etwa 3%. Über die Belegschaftsbeteiligungs-Privatstiftung, die 10% der Aktien hält, profitieren auch alle Beschäftigten von der Dividendenausschüttung.
Für 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz von rund 1.050 Millionen Euro, ein EBITDA von etwa 415 Millionen Euro und ein Periodenergebnis vor Minderheiten von rund 210 Millionen Euro. Diese Prognose erfolgt unter der Annahme, dass keine weiteren geopolitischen Auswirkungen oder massive Verkehrsbeschränkungen eintreten.
Vorstand Günther Ofner äußerte sich kritisch zur regulatorischen Entwicklung in Europa: "Während weltweit der Luftverkehr deutlich wächst, zieht Europa die regulatorische Handbremse und belastet die Branche mit falschen, diskriminierenden und wachstumshemmenden Regulierungen." Er fordert eine Korrektur der flugverkehrsfeindlichen Ausrichtung der EU-Kommission.
Auch Österreich könne unterstützen, "durch schnellere Verfahren und Genehmigungsprozesse und eine deutliche Reduktion der Flugabgabe", so Ofner. Diese Forderungen spiegeln die Herausforderungen wider, denen sich die Luftfahrtbranche in Europa gegenübersieht.
Insgesamt zeigt sich die Flughafen Wien AG trotz der außerordentlichen Belastung durch die Wertberichtigung der dritten Piste in einer soliden Verfassung. Die ambitionierten Investitionspläne und die langfristige Wachstumsstrategie positionieren das Unternehmen für eine erfolgreiche Zukunft als wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Mitteleuropa.