Schiefer wirft Regierung Widerspruch zwischen Sparversprechen und Realität vor
FPÖ-Budgetsprecher Schiefer bezeichnet Regierungsankündigungen als unglaubwürdig und kritisiert den Ausbau des Beamtenapparates.
Die FPÖ hat scharfe Kritik an der Personalpolitik der österreichischen Bundesregierung geübt. FPÖ-Budgetsprecher Arnold Schiefer bezeichnete die ständigen Ankündigungen der Regierung, bei sich selbst sparen zu wollen, als "völlig unglaubwürdig". Der Vorwurf: Während die ÖVP medienwirksam den geplanten Personalaufbau von zusätzlichen 2.500 Beamten bei der EU kritisiere, würde sie im eigenen Land genau das Gegenteil tun und den öffentlichen Dienst weiter aufblähen.
"Die Regierung redet unentwegt vom Sparen im eigenen System, doch die Fakten zeigen ein anderes Bild", erklärte Schiefer in einer aktuellen Stellungnahme. Anstatt den öffentlichen Dienst zu verschlanken, werde aus diesem ein immer größerer Moloch geschaffen. Die Kritik richtet sich dabei nicht nur gegen die ÖVP, sondern gegen alle Regierungsparteien.
Besonders scharf ging Schiefer mit der ÖVP ins Gericht: "Einerseits sieht die sogenannte Volkspartei dabei zu, wie die SPÖ ihr Besetzungsvakuum der letzten Oppositionsjahre nachholt und die NEOS sich im Futtertrog mästen, ist aber andererseits selbst Teil des Problems." Die ÖVP sei überall dabei, wenn es darum gehe, den Beamtenapparat auszubauen.
Der FPÖ-Politiker stellte klar, dass seine Kritik nicht den Sicherheitsapparat wie Polizei, Militär und Justiz betreffe. In diesen Bereichen gebe es mehr als genug Aufholbedarf. Das Problem liege vielmehr in anderen Bereichen der Verwaltung.
Schiefer präsentierte besorgniserregende Zahlen: "Das Erschreckende an diesem schwarz-roten System ist, dass von etwa 4,2 Millionen Erwerbstätigen in Österreich circa 1,1 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt sind." Fatal dabei sei, dass der eine Anteil am Schrumpfen sei, der andere aber immens aufgebläht werde.
Die FPÖ sieht sich mit ihren Reformvorschlägen ignoriert. "Die Pläne von uns Freiheitlichen liegen auf dem Tisch, werden jedoch ignoriert, zu wichtig ist den Regierungsparteien die Einfärberei der Ministerien und ausgegliederten Unternehmungen des Bundes", kritisierte der Budgetsprecher.
Diese "Einfärberei" bezieht sich auf die Praxis, Führungspositionen im öffentlichen Dienst nach parteipolitischen Gesichtspunkten zu besetzen, ein Vorwurf, der in der österreichischen Politik regelmäßig erhoben wird.
Besonders kritisch sieht Schiefer die Auswirkungen auf die Steuerzahler. "Wenn es hart auf hart kommt, wird nicht bei den Versorgungsposten im aufgeblähten System gespart, sondern der Steuerzahler zur Kasse gebeten", warnte er. Von Effizienzsteigerung, Digitalisierung und Bürokratieabbau sei keine Spur zu finden.
Stattdessen werde der Staat immer teurer, während die Bürger unter der Rekordinflation ächzen würden. Diese Entwicklung sieht die FPÖ als besonders problematisch an, da sie die Belastung für die Steuerzahler kontinuierlich erhöhe.
Ein zentraler Kritikpunkt der FPÖ ist das Ausbleiben von Reformen zur Modernisierung der Verwaltung. Digitalisierung und Bürokratieabbau, die zu Effizienzsteigerungen führen könnten, würden nicht vorangetrieben. Stattdessen werde weiterhin auf traditionelle, personalintensive Strukturen gesetzt.
Diese Kritik trifft einen Nerv der Zeit, da viele europäische Länder ihre Verwaltungen digitalisieren und verschlanken, um Kosten zu sparen und die Effizienz zu steigern. Österreich scheint aus Sicht der FPÖ diesen Trend zu verpassen.
Schiefer richtete abschließend deutliche Worte an die ÖVP: "Die ÖVP muss endlich aufhören, den Bürgern Sand in die Augen zu streuen. Ihre Versprechen sind nichts wert, wie der Blick auf die Fakten im Budget und die Postenvermehrung in Wien und Brüssel klar beweisen."
Diese Kritik zielt auf die Glaubwürdigkeit der Volkspartei ab, die einerseits Sparmaßnahmen ankündigt, andererseits aber den öffentlichen Dienst weiter ausbaut. Die FPÖ sieht darin einen fundamentalen Widerspruch.
Die Kritik der FPÖ fügt sich in eine größere Debatte über die Größe und Effizienz des österreichischen Staates ein. Während Regierungsparteien oft von notwendigen Reformen und Sparmaßnahmen sprechen, sehen Oppositionsparteien wie die FPÖ diese Versprechen als unglaubwürdig an.
Die Zahlen, die Schiefer präsentierte – 1,1 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst bei 4,2 Millionen Erwerbstätigen insgesamt – verdeutlichen die Dimension der Diskussion. Dies entspricht einem Anteil von etwa 26 Prozent, was im internationalen Vergleich relativ hoch ist.
Die Debatte um die Größe und Effizienz des öffentlichen Dienstes wird voraussichtlich ein zentrales Thema in den kommenden politischen Auseinandersetzungen bleiben. Während die Regierungsparteien betonen, dass qualifiziertes Personal für eine funktionierende Verwaltung notwendig ist, fordern Oppositionsparteien wie die FPÖ eine grundlegende Reform des Systems.
Die Frage, wie Österreich seinen öffentlichen Dienst modernisieren und gleichzeitig die Kosten für die Steuerzahler begrenzen kann, wird weiterhin im Zentrum der politischen Debatte stehen. Dabei geht es nicht nur um Personaleinsparungen, sondern auch um Digitalisierung, Effizienzsteigerung und Bürokratieabbau – Themen, die alle Parteien als wichtig erachten, bei deren Umsetzung aber offenbar unterschiedliche Vorstellungen bestehen.