In einer Zeit, in der Gleichberechtigung und Diversität in der Geschäftswelt immer mehr an Bedeutung gewinnen, zeigt eine aktuelle Studie von EY Österreich einen bemerkenswerten Anstieg des Frauenanteils in den Vorständen österreichischer börsennotierter Unternehmen. Doch trotz dieser positiven Entw
In einer Zeit, in der Gleichberechtigung und Diversität in der Geschäftswelt immer mehr an Bedeutung gewinnen, zeigt eine aktuelle Studie von EY Österreich einen bemerkenswerten Anstieg des Frauenanteils in den Vorständen österreichischer börsennotierter Unternehmen. Doch trotz dieser positiven Entwicklung bleibt ein entscheidender Meilenstein unerreicht: Keine Frau führt derzeit als CEO eines der im Wiener Börse Index (WBI) gelisteten Unternehmen. Dieser Artikel beleuchtet die Details der Studie, die historischen Entwicklungen und die Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Seit Jahrzehnten kämpfen Frauen um Gleichberechtigung in der Arbeitswelt. Historisch gesehen waren Führungspositionen in Unternehmen überwiegend von Männern besetzt. In den 1970er Jahren begannen erste Bemühungen, Frauen stärker in Führungsrollen zu integrieren. Initiativen wie Quotenregelungen und Diversity-Programme wurden eingeführt, um die Kluft zwischen den Geschlechtern zu verringern.
Die aktuelle Studie von EY Österreich zeigt, dass der Frauenanteil in den Vorständen der WBI-Unternehmen auf 13,8 Prozent gestiegen ist. Dies ist ein Anstieg um 1,2 Prozentpunkte seit Januar 2025. Seit dem Start des EY Mixed Leadership Barometers im Jahr 2015 hat sich der Anteil der Frauen in den Vorständen mehr als verdreifacht. Dennoch bleibt der Anteil im internationalen Vergleich gering.
Mit Stichtag 1. August 2025 sind 26 der 189 Vorstandsmitglieder weiblich. Dies stellt zwar einen Fortschritt dar, doch 31 der 54 WBI-Unternehmen haben nach wie vor keine Frau im Vorstand. Das entspricht 57 Prozent der Unternehmen. Nur drei Unternehmen, nämlich BKS Bank, Marinomed Biotech und Oberbank, haben mehr als eine Frau im Vorstand.
Ein besonders besorgniserregender Aspekt ist, dass aktuell keine Frau als CEO eines börsennotierten Unternehmens in Österreich tätig ist. Im Januar 2025 war dies noch anders, was auf einen Rückschritt in der Besetzung von Spitzenpositionen hinweist.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Österreich im internationalen Vergleich hinterherhinkt. In Ländern wie Norwegen und Island sind Frauenquoten in Vorständen gesetzlich vorgeschrieben, was zu einem deutlich höheren Frauenanteil geführt hat. Auch innerhalb Österreichs gibt es Unterschiede: In Wien beispielsweise ist der Frauenanteil in Führungspositionen höher als in ländlicheren Bundesländern.
Die Erhöhung des Frauenanteils in Vorständen könnte positive Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft haben. Studien zeigen, dass diverse Teams oft innovativer und erfolgreicher sind. Eine höhere Frauenquote könnte also nicht nur zur Gleichstellung beitragen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen stärken.
Ein Experte für Unternehmensführung erklärt: "Die Vielfalt in Führungsteams fördert unterschiedliche Perspektiven und kann zu besseren Entscheidungen führen. Es ist wichtig, dass Unternehmen diese Chance erkennen und nutzen."
Für die Bürger bedeutet diese Entwicklung, dass sich die Arbeitskultur in Österreich langsam verändert. Frauen in Führungspositionen können als Vorbilder für kommende Generationen dienen und dazu beitragen, stereotype Rollenbilder aufzubrechen. Dies könnte langfristig zu mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt führen.
Trotz der Fortschritte gibt es noch viele Herausforderungen zu bewältigen. Eine der größten Hürden ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die insbesondere Frauen betrifft. Flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsangebote könnten helfen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Unternehmenskultur. Unternehmen müssen aktiv daran arbeiten, eine inklusive Umgebung zu schaffen, in der Frauen gefördert und unterstützt werden.
Die Studie von EY Österreich zeigt, dass es zwar Fortschritte gibt, aber noch viel zu tun ist. Es wird erwartet, dass der Frauenanteil in Vorständen weiter steigen wird, insbesondere wenn Unternehmen die Vorteile diverser Führungsteams erkennen und nutzen.
Langfristig könnte die Einführung von Quotenregelungen, wie sie in anderen Ländern erfolgreich umgesetzt wurden, auch in Österreich diskutiert werden. Solche Maßnahmen könnten den Prozess der Gleichstellung beschleunigen.
Ein weiterer Zukunftsausblick betrifft die Rolle der Bildung. Programme, die Mädchen und junge Frauen in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen fördern, könnten dazu beitragen, den Pool an qualifizierten Kandidatinnen für Führungspositionen zu vergrößern.
Die Politik spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Gleichstellung. Gesetzliche Maßnahmen, wie etwa Quotenregelungen oder steuerliche Anreize für Unternehmen, die Frauen fördern, könnten den Wandel beschleunigen. Die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Unternehmen und Bildungseinrichtungen ist entscheidend, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen.
Ein politischer Analyst kommentiert: "Die Förderung von Frauen in Führungspositionen ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der wirtschaftlichen Notwendigkeit. Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die es Frauen ermöglichen, ihre Karriereziele zu erreichen."
Die Studie von EY Österreich ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung in der österreichischen Wirtschaft. Der Anstieg des Frauenanteils in Vorständen ist ermutigend, doch der Mangel an weiblichen CEOs zeigt, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Durch gezielte Maßnahmen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten kann eine gerechtere und erfolgreichere Zukunft gestaltet werden.
Bleiben Sie dran für weitere Updates zu diesem wichtigen Thema und erfahren Sie, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird. Für die vollständigen Studienergebnisse besuchen Sie bitte die Originalquelle.