Es ist der 28. August 2025, und Österreich schwitzt unter einer Hitzewelle, die selbst hartgesottene Sonnenanbeter ins Schwitzen bringt. Doch während sich viele im Freibad oder im Schatten eines kühlen Biergartens Abkühlung verschaffen, gibt es einen alarmierenden Umstand, der die Gemüter erhitzt: I
Es ist der 28. August 2025, und Österreich schwitzt unter einer Hitzewelle, die selbst hartgesottene Sonnenanbeter ins Schwitzen bringt. Doch während sich viele im Freibad oder im Schatten eines kühlen Biergartens Abkühlung verschaffen, gibt es einen alarmierenden Umstand, der die Gemüter erhitzt: Immer mehr Menschen leiden in ihren eigenen vier Wänden unter unerträglicher Hitze. Eine jüngste Untersuchung von Greenpeace und der Volkshilfe, durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur (BOKU), hat erschreckende Ergebnisse ans Licht gebracht.
Die Studie, die in neun Wiener Wohnungen durchgeführt wurde, zeigt, dass schlecht sanierte Wohnungen ohne effektiven Sonnenschutz im Sommer zu regelrechten Hitzefallen werden können. Die Temperaturen klettern oft über 35 Grad, ein Umstand, der besonders für sozial schwächere Haushalte verheerende Auswirkungen haben kann. Die Kombination aus Hitze und Armut stellt eine gefährliche Mischung dar, die nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Gesundheit der Betroffenen massiv beeinträchtigt.
Laut den Ergebnissen der Untersuchung sind es vor allem unsanierte Wohnungen, die zum Problem werden. Hier fehlt oft der notwendige Sonnenschutz, wie etwa Außenrollos, und die Wände sind nicht ausreichend gedämmt. In solchen Wohnungen ist der Sommer nicht nur unangenehm, sondern schlichtweg unerträglich. Die Studie fordert daher ein umfassendes Hitzeschutzpaket von der Bundesregierung, um die Situation zu entschärfen.
Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in Österreich, betont: „Die Zahlen sind eindeutig: In unsanierten und unbeschatteten Wohnungen ist der Sommer einfach unerträglich. Die Bundesregierung muss umgehend handeln.“
Herbert Formayer, Professor am Institut für Meteorologie an der BOKU, sieht die Klimakrise als Hauptursache für die steigenden Temperaturen. „Hitzetage und Tropennächte nehmen deutlich zu. Besonders stark heizen sich Wohnungen auf, die direkt besonnt werden und keine außenliegende Beschattungsmöglichkeit haben“, erklärt er und fordert ebenfalls dringende Maßnahmen zur Nachrüstung des Gebäudebestands.
Daniela Haluza, Umweltmedizinerin und Professorin an der Medizinischen Universität Wien, warnt vor den gesundheitlichen Folgen. „Hitze ist nicht nur ein medizinisches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Sie belastet Körper und Psyche und trifft vor allem Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen.“
Die Untersuchungen zeigen, dass Wohnungen, die schlecht saniert sind und in denen viele Menschen auf engem Raum leben, besonders stark betroffen sind. Einmal aufgeheizt, dauert es lange, bis die Wohnungen wieder abkühlen. Neubauwohnungen hingegen, in denen weniger Personen leben, erwärmen sich langsamer und bleiben auch bei Hitzewellen unter 27 Grad.
Der Vergleich mit anderen Bundesländern zeigt, dass Wien besonders betroffen ist. In ländlicheren Regionen, wo die Bebauung weniger dicht ist und mehr Grünflächen vorhanden sind, sind die Auswirkungen der Hitzewellen weniger stark zu spüren. Doch auch hier gibt es Handlungsbedarf, wie die Experten betonen.
Für die betroffenen Bürger bedeutet die Hitze in den Wohnungen nicht nur eine Belastung für die Gesundheit, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Klimaanlagen und Ventilatoren verursachen hohe Stromkosten, die sich viele nicht leisten können. Zudem sind die gesundheitlichen Risiken, die mit der Hitze einhergehen, erheblich. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen.
Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe, mahnt: „Von Armut betroffene Menschen leiden stärker unter der Hitze. In engen, überfüllten Wohnungen fehlen ihnen die Möglichkeiten, um sich vor Überhitzung zu schützen.“
Die Zukunftsaussichten sind besorgniserregend. Ohne umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation und zur Bekämpfung der Klimakrise wird die Zahl der Hitzetage weiter zunehmen. Experten fordern nicht nur eine Sanierungsoffensive, sondern auch mehr Begrünung in den Städten, um Abkühlung zu schaffen.
Die Forderungen der Experten nach einer Sanierungsoffensive und einem umfassenden Hitzeschutzpaket sind nicht neu. Bereits seit Jahren gibt es Diskussionen über die Notwendigkeit solcher Maßnahmen. Doch die politischen Mühlen mahlen langsam, und oft stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung nun handelt und die notwendigen Schritte einleitet, um die Situation zu verbessern.
Die Pressemitteilung von Greenpeace und der Volkshilfe ist ein Weckruf, der nicht ignoriert werden darf. Die Gesundheit der Bevölkerung steht auf dem Spiel, und es liegt in der Verantwortung der Politik, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.
Weitere Informationen und Details zur Studie finden Sie auf der offiziellen Webseite.