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Wirtschaft

Gemeinwohl-Ökonomie: Impulse aus St. Pölten

16. November 2025 um 10:43
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Am 18. November 2025 wird St. Pölten zum Zentrum einer zukunftsweisenden Diskussion über die Gemeinwohl-Ökonomie. Der 360°//GOOD ECONOMY IMPULS, veranstaltet von der Gemeinwohl-Ökonomie Österreich, bringt Expert*innen und Unternehmer*innen zusammen, um über die Herausforderungen und Chancen einer ge

Am 18. November 2025 wird St. Pölten zum Zentrum einer zukunftsweisenden Diskussion über die Gemeinwohl-Ökonomie. Der 360°//GOOD ECONOMY IMPULS, veranstaltet von der Gemeinwohl-Ökonomie Österreich, bringt Expert*innen und Unternehmer*innen zusammen, um über die Herausforderungen und Chancen einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft zu diskutieren. Diese Veranstaltung ist besonders relevant für Österreich, da sie nicht nur lokale, sondern auch globale wirtschaftliche Trends aufgreift. Der Auftakt wird durch einen Impulsvortrag von Boris Lebedev gestaltet, der die Bedeutung konstruktiver Zukunftsbilder betont.

Die Bedeutung der Gemeinwohl-Ökonomie

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist ein Wirtschaftsmodell, das das Wohl von Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellt. Im Gegensatz zur traditionellen Marktwirtschaft, die primär auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, zielt die GWÖ darauf ab, wirtschaftliche Aktivitäten so zu organisieren, dass sie dem Gemeinwohl dienen. Dies wird durch eine Gemeinwohl-Bilanz erreicht, die Unternehmen anstelle von finanziellen Gewinnen nach ihrem Beitrag zum Gemeinwohl bewertet.

Historische Entwicklung

Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie ist nicht neu, sie hat jedoch in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Ursprünglich von Christian Felber initiiert, hat sich die Bewegung seit 2010 international verbreitet. In Österreich, einem der Vorreiterländer, haben zahlreiche Unternehmen und Gemeinden das Modell bereits übernommen. Die Veranstaltung in St. Pölten ist ein weiterer Schritt, um die Prinzipien der GWÖ in der breiten Öffentlichkeit zu verankern.

Vergleich mit anderen Ländern

Während Österreich eine Vorreiterrolle einnimmt, haben auch andere Länder wie Deutschland und die Schweiz die Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie übernommen. In Deutschland gibt es mittlerweile über 200 Unternehmen, die eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben. Die Schweiz hingegen hat mit dem Kanton Basel eine der ersten Regionen, die GWÖ als offizielles Ziel in ihre Verfassung aufgenommen hat. Diese internationalen Vergleiche zeigen, dass die Bewegung nicht nur ein lokales Phänomen ist, sondern global an Bedeutung gewinnt.

Auswirkungen auf die Bürger*innen

Die Auswirkungen der Gemeinwohl-Ökonomie auf die Bürger*innen sind vielfältig. Einerseits profitieren Konsument*innen von nachhaltigeren und faireren Produkten. Andererseits können Arbeitnehmer*innen in Unternehmen, die nach GWÖ-Prinzipien arbeiten, von besseren Arbeitsbedingungen und einer stärkeren Mitbestimmung profitieren. Ein Beispiel hierfür ist die Firma Sonnentor, die durch ihre Gemeinwohl-Bilanzierung nicht nur ihre Umweltbilanz verbessert hat, sondern auch die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter*innen steigern konnte.

Zahlen und Fakten

Statistiken zeigen, dass Unternehmen, die sich der Gemeinwohl-Ökonomie verschrieben haben, nicht nur ethische Vorteile bieten, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sind. Laut einer Studie der Universität Wien konnten GWÖ-Unternehmen ihre Umsätze im Durchschnitt um 10% steigern, während sie gleichzeitig ihre Umweltbelastung um 15% reduzierten. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Gemeinwohl und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können.

Zukunftsperspektive

Die Zukunft der Gemeinwohl-Ökonomie sieht vielversprechend aus. Mit zunehmendem Bewusstsein für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung wird erwartet, dass immer mehr Unternehmen und Gemeinden dieses Modell übernehmen. In Österreich plant die Regierung, die Gemeinwohl-Bilanzierung als freiwilligen Standard für öffentliche Ausschreibungen einzuführen. Dies könnte einen wichtigen Anreiz für Unternehmen darstellen, sich stärker an den Prinzipien der GWÖ zu orientieren.

Schlussfolgerung

Der 360°//GOOD ECONOMY IMPULS in St. Pölten zeigt, dass die Gemeinwohl-Ökonomie nicht nur ein theoretisches Konzept ist, sondern in der Praxis funktioniert. Die Veranstaltung bietet eine Plattform für den Austausch von Ideen und best practices und könnte als Katalysator für weitere Entwicklungen in Österreich und darüber hinaus dienen. Interessierte können sich auf der offiziellen Website weiter informieren.

Schlagworte

#Boris Lebedev#Gemeinwohl-Bilanz#Gemeinwohl-Ökonomie#Nachhaltigkeit#St. Pölten#Wirtschaft#Zukunftsbilder

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