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Gender Pay Gap Österreich: 15,5% Lohnlücke führt zu Altersarmut

5. März 2026 um 09:37
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<p>Während in ganz Europa am 8. März der Internationale Frauentag gefeiert wird, mahnt eine alarmierende Statistik zur Besinnung: Österreichische Frauen verdienen durchschnittlich 15,5 Prozent weniger

Während in ganz Europa am 8. März der Internationale Frauentag gefeiert wird, mahnt eine alarmierende Statistik zur Besinnung: Österreichische Frauen verdienen durchschnittlich 15,5 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – ein Wert, der sogar über dem EU-Durchschnitt von 12 Prozent liegt. Diese Ungerechtigkeit setzt sich bis in die Pension fort, wo Frauen 2025 sogar um 39,7 Prozent weniger Altersbezüge erhalten als Männer. Monika Kemperle, Bundespensionistinnenvorsitzende des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), schlägt Alarm und fordert die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenz-Richtlinie als Schlüssel zur Bekämpfung dieser systematischen Diskriminierung.

Der Gender Pay Gap in Österreich: Zahlen, die erschrecken

Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern ist in Österreich ein hartnäckiges Problem, das sich seit Jahren nur minimal verändert. Mit 15,5 Prozent liegt die Alpenrepublik deutlich über dem EU-Durchschnitt und rangiert damit im unteren Drittel der europäischen Gleichstellungsstatistik. Zum Vergleich: In Rumänien beträgt der Gender Pay Gap lediglich 3,6 Prozent, während Deutschland mit 18 Prozent noch schlechter abschneidet als Österreich.

Diese Zahlen bedeuten konkret: Eine Frau, die in Österreich Vollzeit arbeitet, verdient bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit im Durchschnitt 3.720 Euro weniger pro Jahr als ihr männlicher Kollege. Bei einem Durchschnittsgehalt von etwa 24.000 Euro brutto jährlich summiert sich diese Differenz über ein 40-jähriges Berufsleben auf beachtliche 148.800 Euro – eine Summe, die den Kauf einer kleinen Eigentumswohnung ermöglichen würde.

Was bedeutet Gender Pay Gap eigentlich?

Der Begriff Gender Pay Gap bezeichnet die prozentuelle Differenz zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenlöhnen von Männern und Frauen. Dabei wird zwischen dem unbereinigten und dem bereinigten Gender Pay Gap unterschieden. Der unbereinigte Wert berücksichtigt alle Faktoren wie Berufsfeld, Arbeitszeit und Hierarchieebene. Der bereinigte Gender Pay Gap hingegen vergleicht Männer und Frauen mit identischen Qualifikationen in derselben Position – und selbst hier bleibt in Österreich eine unerklärliche Differenz von etwa 6-8 Prozent bestehen.

Die Wurzeln der Ungerechtigkeit: Strukturelle Probleme im Arbeitsmarkt

Die Ursachen für die Lohnungleichheit sind vielschichtig und tief in gesellschaftlichen Strukturen verwurzelt. Etwa ein Drittel des Gender Pay Gaps lässt sich durch messbare Faktoren erklären: Frauen arbeiten häufiger in sozialen Berufen wie Pflege, Erziehung oder Sozialarbeit, die traditionell geringer entlohnt werden. Sie unterbrechen ihre Berufstätigkeit öfter für Kinderbetreuung oder Angehörigenpflege und arbeiten häufiger in Teilzeit.

Ein exemplarisches Beispiel verdeutlicht diese Problematik: Eine Volksschullehrerin mit Universitätsabschluss und 15 Jahren Berufserfahrung verdient in Österreich durchschnittlich 2.800 Euro brutto monatlich. Ein Maschinenbauingenieur mit vergleichbarer Ausbildung und Erfahrung kommt hingegen auf etwa 4.200 Euro brutto. Diese Diskrepanz spiegelt die gesellschaftliche Bewertung verschiedener Tätigkeiten wider, bei der Care-Arbeit systematisch unterbewertet wird.

Die unsichtbare Benachteiligung: Unbezahlte Care-Arbeit

Besonders problematisch ist die ungleiche Verteilung der unbezahlten Care-Arbeit. Österreichische Frauen leisten durchschnittlich 4,5 Stunden unbezahlte Arbeit pro Tag – Kinderbetreuung, Haushalt, Pflege von Angehörigen. Männer kommen auf 2,8 Stunden. Diese 1,7 Stunden Differenz täglich summieren sich auf über 600 Stunden pro Jahr – das entspricht etwa 15 Vollzeit-Arbeitswochen. Diese Zeit fehlt Frauen für Karriereentwicklung, Weiterbildung oder Netzwerkaufbau, was sich langfristig negativ auf ihre Einkommensentwicklung auswirkt.

Österreich im internationalen Vergleich: Schlusslicht bei Gleichstellung

Im europäischen Vergleich zeigt sich ein ernüchterndes Bild für Österreich. Während skandinavische Länder wie Island (4,9% Gender Pay Gap) oder Norwegen (5,5%) durch progressive Familienpolitik und konsequente Gleichstellungsmaßnahmen deutlich bessere Werte erzielen, hinkt Österreich hinterher. Selbst die Schweiz, die erst 1971 das Frauenwahlrecht einführte, liegt mit 12,8% besser als die Alpenrepublik.

Deutschland kämpft mit ähnlichen Problemen und weist sogar einen höheren Gender Pay Gap von 18% auf. Dort haben jedoch bereits mehrere Bundesländer Lohntransparenzgesetze eingeführt. In Baden-Württemberg beispielsweise müssen Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten seit 2018 auf Anfrage Gehaltsstrukturen offenlegen.

Erfolgsmodelle aus dem Ausland: Island als Vorreiter

Island gilt als Pionier bei der Lohntransparenz. Seit 2018 müssen dort alle Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeitern ein Gleichstellungszertifikat vorweisen, das bestätigt, dass Männer und Frauen für gleiche Arbeit gleich bezahlt werden. Verstöße werden mit empfindlichen Geldstrafen geahndet. Das Ergebnis: Der Gender Pay Gap sank von 20% im Jahr 2008 auf unter 5% heute.

Die dramatischen Folgen: Von der Lohn- zur Pensionslücke

Die Auswirkungen der Lohndiskriminierung potenzieren sich im Alter dramatisch. Während der Gender Pay Gap bei 15,5% liegt, beträgt die Pensionslücke erschreckende 39,7%. Das bedeutet: Eine österreichische Pensionistin erhält durchschnittlich 900 Euro weniger pro Monat als ein männlicher Pensionist. Bei einer Lebenserwartung von etwa 84 Jahren für Frauen summiert sich diese Differenz auf über 180.000 Euro weniger Alterseinkommen.

Diese Zahlen sind besonders brisant, wenn man bedenkt, dass die gesetzliche Pension in Österreich nach dem Prinzip funktioniert: Je höher die Beiträge, desto höher die Pension. Wer weniger verdient, zahlt weniger ein und erhält entsprechend weniger heraus. Frauen sind somit doppelt benachteiligt: Sie verdienen weniger, zahlen dadurch geringere Pensionsbeiträge und erhalten letztendlich eine deutlich niedrigere Alterspension.

Altersarmut als weibliches Phänomen

Die Statistiken zur Altersarmut in Österreich zeichnen ein deutliches Bild: 17% der Frauen über 65 Jahren sind armutsgefährdet, bei Männern sind es nur 11%. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60% des mittleren Einkommens zur Verfügung hat – das entspricht etwa 1.300 Euro monatlich. Viele ältere Frauen sind daher auf die Ausgleichszulage angewiesen, eine Art Mindestsicherung für Pensionisten, die derzeit bei 1.000 Euro liegt.

Besonders betroffen sind Frauen, die ihre Berufstätigkeit für Kindererziehung unterbrochen oder lange in Teilzeit gearbeitet haben. Eine typische Biografie: Eine Frau arbeitet nach der Ausbildung zehn Jahre Vollzeit, unterbricht dann für zwei Kinder jeweils zwei Jahre und arbeitet anschließend 15 Jahre in Teilzeit. Trotz 35 Jahren Erwerbstätigkeit erreicht sie nur etwa 20 Beitragsjahre in Vollzeitäquivalent und erhält entsprechend weniger Pension.

EU-Lohntransparenz-Richtlinie: Ein Hoffnungsschimmer

Die im Jahr 2023 beschlossene EU-Richtlinie zur Lohntransparenz soll bis Juni 2026 in österreichisches Recht umgesetzt werden. Sie verpflichtet Unternehmen dazu, Informationen über Löhne und Gehälter offenzulegen und regelmäßige Berichte über die Lohngleichheit zu erstellen. Konkret bedeutet das: Arbeitnehmer erhalten das Recht, Informationen über das Lohnniveau für ihre Position und vergleichbare Positionen zu erhalten.

Die Richtlinie sieht vor, dass Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten jährlich über ihre Lohnstrukturen berichten müssen. Bei einem Gender Pay Gap von mehr als 5% sind sie verpflichtet, eine gemeinsame Bewertung der Lohnstrukturen mit den Arbeitnehmervertretern durchzuführen. Zusätzlich haben Bewerber das Recht, vor der Einstellung Informationen über das Gehalt zu erhalten.

Widerstand und Herausforderungen bei der Umsetzung

Die Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie stößt in der österreichischen Wirtschaft auf gemischte Reaktionen. Während Gewerkschaften und Gleichstellungsorganisationen die Maßnahme begrüßen, äußern Arbeitgebervertreter Bedenken bezüglich des bürokratischen Aufwands und möglicher Wettbewerbsnachteile. Die Wirtschaftskammer Österreich warnt vor „zusätzlicher Belastung für Betriebe" und fordert pragmatische Umsetzungsregelungen.

Kritiker befürchten auch, dass Lohntransparenz zu „Gehaltsneid" führen könnte. Befürworter kontern jedoch mit Studien aus anderen Ländern, die zeigen, dass Transparenz langfristig zu faireren Löhnen und höherer Mitarbeiterzufriedenheit führt.

Branchenspezifische Unterschiede: Wo die Kluft am größten ist

Der Gender Pay Gap variiert stark zwischen verschiedenen Wirtschaftszweigen. Im Finanz- und Versicherungsbereich beträgt die Lohnlücke teilweise über 25%, während sie in der öffentlichen Verwaltung bei etwa 8% liegt. Dies liegt hauptsächlich an den strukturierten Gehaltstabellen im öffentlichen Dienst, die weniger Spielraum für diskriminierende Praktiken lassen.

In der Informationstechnologie, einem Bereich mit hohem Fachkräftemangel, liegt der Gender Pay Gap bei etwa 12%. Hier zeigt sich ein paradoxes Phänomen: Obwohl Frauen in der IT stark unterrepräsentiert sind (nur etwa 20% der Beschäftigten), verdienen sie dennoch weniger als ihre männlichen Kollegen. Eine Softwareentwicklerin mit fünf Jahren Berufserfahrung verdient durchschnittlich 52.000 Euro jährlich, ihr männlicher Kollege kommt auf 59.000 Euro.

Der Gesundheitssektor: Frauen dominieren, aber verdienen weniger

Besonders auffällig ist die Situation im Gesundheitswesen, wo Frauen etwa 75% der Beschäftigten stellen, aber dennoch weniger verdienen. Eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin verdient durchschnittlich 2.400 Euro brutto monatlich, während ein Rettungssanitäter etwa 2.800 Euro erhält. Diese Diskrepanz spiegelt die gesellschaftliche Unterbewertung von Care-Arbeit wider, die traditionell als „Frauenberuf" gilt.

Die Rolle der Unternehmen: Zwischen Fortschritt und Beharrung

Während einige österreichische Unternehmen bereits proaktiv Maßnahmen zur Schließung des Gender Pay Gaps ergreifen, hinken andere hinterher. Konzerne wie die OMV oder die Erste Bank haben eigene Gleichstellungsbeauftragte eingestellt und führen regelmäßige Gehaltsanalysen durch. Kleinere Betriebe tun sich schwerer, oft fehlen Ressourcen und Bewusstsein für die Problematik.

Ein positives Beispiel ist die Raiffeisen Bank International, die seit 2019 ein transparentes Gehaltssystem eingeführt hat. Jede Position hat klar definierte Gehaltsbänder, und Abweichungen müssen begründet werden. Das Ergebnis: Der interne Gender Pay Gap sank von 18% auf 8% innerhalb von drei Jahren.

Familienfreundliche Arbeitsplätze als Lösungsansatz

Zunehmend erkennen Unternehmen, dass familienfreundliche Arbeitsplätze nicht nur zur Gleichstellung beitragen, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Flexible Arbeitszeiten, Home-Office-Möglichkeiten und betriebliche Kinderbetreuung helfen dabei, qualifizierte Frauen im Unternehmen zu halten und ihre Karriereentwicklung zu fördern.

Das Technologieunternehmen Infineon in Villach ist hier Vorreiter: Mit flexiblen Arbeitsmodellen und einer betriebseigenen Kinderkrippe konnte der Frauenanteil in Führungspositionen von 12% auf 28% gesteigert werden. Gleichzeitig sank der interne Gender Pay Gap von 15% auf 6%.

Politische Maßnahmen: Was getan werden muss

Die österreichische Regierung hat in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung des Gender Pay Gaps angekündigt, deren Umsetzung jedoch schleppend vorangeht. Der Nationale Aktionsplan für Gleichstellung sieht bis 2030 eine Halbierung der Lohnlücke vor – ein ambitioniertes Ziel, das zusätzliche Maßnahmen erfordert.

Neben der EU-Lohntransparenz-Richtlinie diskutiert die Politik weitere Schritte: Eine Ausweitung des Papamonats, bessere Kinderbetreuungsangebote und eine Reform der Steuerklassen könnten dazu beitragen, die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit zu reduzieren. Auch eine Aufwertung sozialer Berufe durch höhere Löhne steht zur Debatte.

Vorbild Frankreich: Strafen für Lohndiskriminierung

Frankreich zeigt, wie konsequente Politik Veränderungen bewirken kann. Seit 2019 müssen dort Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten jährlich einen Gleichstellungsindex veröffentlichen. Bei schlechten Werten drohen Geldstrafen bis zu 1% des Jahresumsatzes. Das Ergebnis: Der Gender Pay Gap sank von 16,8% im Jahr 2018 auf 15,4% im Jahr 2023.

Konkrete Auswirkungen auf österreichische Familien

Die Lohnungleichheit hat direkte Auswirkungen auf österreichische Haushalte. Eine Familie, in der beide Partner Vollzeit arbeiten, verliert durch den Gender Pay Gap etwa 310 Euro monatlich. Das entspricht den Kosten für einen Kindergartenplatz oder die monatlichen Ausgaben für Lebensmittel einer vierköpfigen Familie.

Besonders hart trifft es Alleinerziehende, die zu 85% Frauen sind. Mit einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von 1.600 Euro monatlich leben viele am Rande der Armut. Die Corona-Pandemie hat diese Situation zusätzlich verschärft, da viele Frauen in systemrelevanten Berufen arbeiten, die oft schlecht bezahlt sind.

Die Mittelschichtsfalle: Wenn zwei Einkommen nicht reichen

Selbst in der Mittelschicht führt der Gender Pay Gap zu finanziellen Problemen. Ein typisches Beispiel: Ein Ingenieur verdient 4.500 Euro brutto, seine Frau als Lehrerin 3.200 Euro. Würden beide das gleiche verdienen, hätte die Familie 650 Euro mehr pro Monat zur Verfügung – genug für eine größere Wohnung oder mehr Ersparnisse für die Kinder.

Frauen über 50: Die vergessene Generation

Besonders dramatisch ist die Situation für Frauen über 50 Jahren auf dem Arbeitsmarkt. Viele haben ihre Karriere für die Familie zurückgestellt und finden schwer wieder ins Berufsleben zurück. Altersdiskriminierung verstärkt die bereits bestehende Benachteiligung: Während 73% der 50- bis 64-jährigen Männer erwerbstätig sind, sind es bei Frauen nur 62%.

Diese Altersgruppe ist besonders von Altersarmut bedroht, da sie oft nicht mehr genug Beitragsjahre für eine ausreichende Pension sammeln kann. Programme zur Wiedereingliederung älterer Arbeitnehmerinnen sind daher dringend notwendig, um die drohende Altersarmut abzuwenden.

Best-Practice-Beispiele: Unternehmen, die umdenken

Einige österreichische Unternehmen haben bereits erkannt, dass ältere Arbeitnehmerinnen wertvolle Ressourcen darstellen. Die Drogeriekette dm beschäftigt gezielt Frauen über 50 und bietet spezielle Weiterbildungsprogramme an. Das Ergebnis: Höhere Mitarbeiterzufriedenheit und niedrigere Fluktuation.

Zukunftsperspektiven: Der Weg zu mehr Gerechtigkeit

Experten sind sich einig: Ohne drastische Maßnahmen wird es noch Jahrzehnte dauern, bis der Gender Pay Gap in Österreich geschlossen ist. Bei der aktuellen Geschwindigkeit würde es bis 2080 dauern, bis Lohngleichheit erreicht ist. Die EU-Lohntransparenz-Richtlinie könnte jedoch einen Wendepunkt markieren und den Prozess beschleunigen.

Studien zeigen, dass Länder mit hoher Lohntransparenz nicht nur geringere Gender Pay Gaps haben, sondern auch wirtschaftlich erfolgreicher sind. Eine Studie der OECD zeigt: Eine Verringerung des Gender Pay Gaps um 10 Prozentpunkte würde das Bruttoinlandsprodukt um 2-3% steigern.

Für Österreich bedeutet das: Die Schließung der Lohnlücke ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor. McKinsey schätzt, dass eine vollständige Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsmarkt das österreichische BIP um bis zu 12 Milliarden Euro steigern könnte.

Die nächsten Schritte: Was jetzt passieren muss

Damit sich die Situation verbessert, sind koordinierte Anstrengungen auf allen Ebenen nötig. Die Politik muss die EU-Lohntransparenz-Richtlinie zügig und effektiv umsetzen, Unternehmen müssen ihre Gehaltsstrukturen überprüfen und anpassen, und die Gesellschaft muss traditionelle Rollenbilder hinterfragen.

Besonders wichtig ist die Aufwertung sozialer Berufe durch höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Nur so kann die strukturelle Benachteiligung von Frauen durchbrochen werden. Gleichzeitig müssen flexible Arbeitsmodelle für alle Geschlechter zur Normalität werden, damit Care-Arbeit gerechter verteilt wird.

Die Botschaft von ÖGB-Funktionärin Monika Kemperle zum Internationalen Frauentag ist klar: „Wer sein Leben lang geschuftet hat, soll auch eine Pension bekommen, von der man würdevoll leben kann." Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg zu gehen. Die Lohntransparenz ist ein wichtiger erster Schritt, aber nicht die Lösung aller Probleme. Nur durch ein Zusammenspiel aus gesetzlichen Maßnahmen, Bewusstseinswandel und konkreten Aktionen von Unternehmen kann die Lohnungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern überwunden werden.

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