Am 20. November 2025 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace alarmierende Ergebnisse einer Untersuchung veröffentlicht, die die österreichische Öffentlichkeit aufhorchen lässt. In einem unabhängigen Labortest wurden 56 Kleidungsstücke der beliebten Online-Plattform SHEIN auf gefährliche Chemikal
Am 20. November 2025 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace alarmierende Ergebnisse einer Untersuchung veröffentlicht, die die österreichische Öffentlichkeit aufhorchen lässt. In einem unabhängigen Labortest wurden 56 Kleidungsstücke der beliebten Online-Plattform SHEIN auf gefährliche Chemikalien untersucht. Besonders schockierend: Outdoorjacken, darunter auch Kinderjacken, waren stark mit PFAS-Giften belastet, die in der Europäischen Union aus gutem Grund verboten sind. Diese Stoffe stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, und die Ergebnisse zeigen, dass einige Produkte die EU-Grenzwerte um ein Vielfaches überschreiten.
PFAS, auch als per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen bekannt, sind chemische Verbindungen, die in vielen industriellen Anwendungen und Konsumgütern verwendet werden. Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend, weshalb sie in Outdoorbekleidung beliebt sind. Doch genau diese Eigenschaften machen sie in der Umwelt und im menschlichen Körper schwer abbaubar. PFAS können das Immunsystem schwächen, den Stoffwechsel und das Hormonsystem stören und haben ein potenziell krebserregendes Risiko.
PFAS wurden erstmals in den 1940er Jahren entwickelt und fanden schnell Anwendung in einer Vielzahl von Produkten, von Teflonpfannen bis hin zu wasserabweisenden Textilien. In den letzten Jahrzehnten haben Studien jedoch die gesundheitlichen Risiken dieser Substanzen aufgezeigt, was zu einer schrittweisen Regulierung in der EU führte. Österreich hat sich besonders für strenge Grenzwerte eingesetzt, um die Bevölkerung zu schützen.
Während Österreich und die EU strenge Vorschriften für PFAS haben, sieht die Situation in anderen Ländern anders aus. In den USA gibt es beispielsweise keine einheitlichen nationalen Vorschriften, während die Schweiz ähnliche Regelungen wie die EU anstrebt. In Deutschland sind die Grenzwerte ebenfalls streng, jedoch gibt es Diskussionen über die vollständige Eliminierung von PFAS in Konsumgütern.
Die Tatsache, dass SHEIN-Produkte über ein rechtliches Schlupfloch direkt aus Asien verschickt werden, bedeutet, dass sie nicht den strengen EU-Regulierungen unterliegen. Konsumenten, die solche Produkte erwerben, können unwissentlich illegale und gesundheitsschädliche Waren importieren. Dies stellt nicht nur ein Gesundheitsrisiko dar, sondern auch eine rechtliche Grauzone, die viele Verbraucher nicht kennen.
Der Greenpeace-Test ergab, dass 32 Prozent der getesteten Proben die in Europa geltenden Grenzwerte für gefährliche Chemikalien überschritten. Insbesondere eine Damenjacke überschritt den EU-Grenzwert für PFAS um das 3269-fache. Solche Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, mit der dieses Problem angegangen werden muss.
Umweltmediziner Prof. Hans-Peter Hutter betont die gesundheitlichen Risiken von PFAS und fordert eine strikte Einhaltung der EU-Vorschriften. Er weist darauf hin, dass auch kleine Mengen dieser Chemikalien eine zusätzliche Belastung darstellen, die vermieden werden sollte.
Greenpeace fordert von der österreichischen Regierung, sich in der EU für ein rasches PFAS-Verbot und das Schließen von rechtlichen Schlupflöchern einzusetzen. Die Sperrung von Plattformen wie SHEIN könnte ein erster Schritt sein, um den Import von schädlichen Produkten zu verhindern. Langfristig ist eine stärkere Sensibilisierung der Verbraucher notwendig, um informierte Kaufentscheidungen zu fördern.
Zusammenfassend zeigt der Greenpeace-Test deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die Gesundheit der österreichischen Bevölkerung zu schützen. Die Regierung ist gefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Einhaltung der EU-Gesundheitsstandards zu gewährleisten. Was denken Sie, wie sollte die Regierung auf diese Herausforderung reagieren? Weitere Informationen und den vollständigen Greenpeace-Bericht finden Sie hier.