Am 28. Januar 2026 machte Greenpeace eine wichtige Ankündigung, die in Österreich für Aufsehen sorgte. Die Umweltschutzorganisation lobte die österreichische Bundesregierung für die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte gesunde und umweltfreundliche Lebensmittel. Doch während dieser Schritt von
Am 28. Januar 2026 machte Greenpeace eine wichtige Ankündigung, die in Österreich für Aufsehen sorgte. Die Umweltschutzorganisation lobte die österreichische Bundesregierung für die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte gesunde und umweltfreundliche Lebensmittel. Doch während dieser Schritt von vielen als positiv angesehen wird, kritisiert Greenpeace die anhaltende Diskriminierung pflanzlicher Drinks. Diese bleiben weiterhin mit 20 Prozent besteuert, während Kuhmilch nur mit knapp fünf Prozent besteuert wird. Diese Entscheidung hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und soziale Implikationen.
Die österreichische Regierung hat beschlossen, die Mehrwertsteuer auf bestimmte Lebensmittel zu senken, um die Haushalte zu entlasten und eine ausgewogene Ernährung zu fördern. Diese Maßnahme ist Teil einer breiteren Strategie zur Förderung gesunder und umweltfreundlicher Produkte. Die Entscheidung, Kuhmilch steuerlich zu begünstigen, während pflanzliche Alternativen nicht berücksichtigt werden, wirft jedoch Fragen auf. Die Mehrwertsteuer ist eine indirekte Steuer, die auf den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erhoben wird. In Österreich beträgt der Standardsatz 20 Prozent, wobei für bestimmte Güter reduzierte Sätze gelten.
Die Diskussion um die Besteuerung von Lebensmitteln ist in Österreich nicht neu. Seit den 1970er Jahren gibt es Debatten darüber, welche Produkte steuerlich begünstigt werden sollten. Historisch gesehen wurden Grundnahrungsmittel wie Brot und Milch oft mit einem reduzierten Steuersatz belegt, um die Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Mit der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und Gesundheit in den letzten Jahrzehnten hat sich der Fokus jedoch verschoben. Produkte, die als umweltfreundlich und gesund gelten, rücken zunehmend in den Mittelpunkt der steuerpolitischen Diskussionen.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Österreich mit seiner Steuerpolitik nicht allein dasteht. In Deutschland beispielsweise wird Kuhmilch ebenfalls mit einem reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent besteuert, während pflanzliche Alternativen mit dem vollen Satz von 19 Prozent belegt werden. In der Schweiz hingegen sind pflanzliche Drinks mit einem reduzierten Satz von 2,5 Prozent besteuert, was zeigt, dass es auch anders geht. Diese internationalen Vergleiche verdeutlichen, dass die steuerliche Behandlung pflanzlicher Produkte stark variiert und von nationalen Prioritäten abhängt.
Die Entscheidung, pflanzliche Drinks höher zu besteuern, hat konkrete Auswirkungen auf die österreichischen Konsument:innen. Viele Menschen entscheiden sich aus gesundheitlichen, ökologischen oder ethischen Gründen für pflanzliche Alternativen. Die höhere Besteuerung dieser Produkte kann jedoch die Wahlfreiheit einschränken und den Zugang zu nachhaltigen Produkten erschweren. Ein Beispiel ist der Preisunterschied zwischen Kuhmilch und pflanzlichen Drinks, der durch die unterschiedliche Besteuerung weiter verstärkt wird. Dies könnte insbesondere für einkommensschwache Haushalte eine finanzielle Belastung darstellen.
Aktuelle Statistiken zeigen, dass pflanzliche Drinks mittlerweile rund 9,4 Prozent des Trinkmilchmarktes in Österreich ausmachen. Diese Zahl ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, was auf einen wachsenden Trend hin zu pflanzlichen Alternativen hindeutet. Gleichzeitig stammen viele der Rohstoffe für diese Drinks, wie Soja und Hafer, aus der österreichischen Landwirtschaft, was die regionale Wertschöpfung stärkt. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung pflanzlicher Drinks für die österreichische Wirtschaft und Ernährung.
Ursula Bittner, Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace Österreich, äußerte sich kritisch zur aktuellen Steuerpolitik: „Die Steuersenkung auf ausgewählte gesunde und umweltfreundliche Lebensmittel ist ein richtiger Schritt, doch die Ausgestaltung greift eindeutig zu kurz. Es ist unverständlich, dass pflanzliche Drinks weiterhin mit 20 Prozent besteuert werden, obwohl sie zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen und klimafreundlich sind.“
Die Diskussion um die Besteuerung pflanzlicher Drinks wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen. Angesichts des wachsenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit und Gesundheit könnte es zu einer Anpassung der Steuerpolitik kommen. Eine mögliche Lösung könnte die Aufnahme pflanzlicher Drinks in die Liste der steuerlich begünstigten Produkte sein, um die Wahlfreiheit der Konsument:innen zu gewährleisten und den Klimaschutz zu fördern. Dies würde nicht nur die Diskriminierung dieser Produkte beenden, sondern auch die regionale Landwirtschaft unterstützen.
Die aktuelle Diskussion um die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Drinks zeigt, wie wichtig eine ausgewogene und zukunftsorientierte Steuerpolitik ist. Während die Senkung der Steuer auf Kuhmilch ein Schritt in die richtige Richtung ist, bleibt die Frage offen, warum pflanzliche Alternativen nicht gleichermaßen berücksichtigt werden. Eine Anpassung der Steuerpolitik könnte nicht nur die Wahlfreiheit der Konsument:innen stärken, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Presseaussendung von Greenpeace.