Am 5. Februar 2026 hat Greenpeace in einer Pressemitteilung auf die anhaltende Gefährdung durch Asbest im Burgenland hingewiesen. Erste Ergebnisse der von der Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ durchgeführten Luftmessungen zeigen zwar nur geringe Werte, doch das bedeutet keineswegs Entwarnun
Am 5. Februar 2026 hat Greenpeace in einer Pressemitteilung auf die anhaltende Gefährdung durch Asbest im Burgenland hingewiesen. Erste Ergebnisse der von der Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ durchgeführten Luftmessungen zeigen zwar nur geringe Werte, doch das bedeutet keineswegs Entwarnung. Die derzeit feuchte Witterung lässt keine verlässliche Risikobewertung zu. Das Burgenland, bekannt für seine malerischen Landschaften und kulturellen Schätze, steht nun im Fokus einer gesundheitlichen Debatte von nationaler Bedeutung.
Asbest, ein Sammelbegriff für eine Gruppe natürlich vorkommender mineralischer Silikate, wurde einst aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften in der Bauindustrie hoch geschätzt. Es ist feuerfest, isolierend und chemisch stabil. Doch diese Vorteile wurden von den gravierenden gesundheitlichen Risiken überschattet, die Asbestfasern bei Einatmung verursachen können. Diese Fasern sind so klein, dass sie in die Lunge gelangen und dort schwerwiegende Erkrankungen wie Asbestose, Lungenkrebs oder Mesotheliom hervorrufen können. In Österreich ist die Verwendung von Asbest seit 1990 gesetzlich verboten, dennoch bleibt es in vielen älteren Gebäuden und Strukturen präsent.
Der Einsatz von Asbest begann im späten 19. Jahrhundert und erreichte in den 1960er und 1970er Jahren seinen Höhepunkt. In dieser Zeit wurden weltweit Millionen Tonnen Asbest verbaut, auch in Österreich. Erst in den späten 1980er Jahren, als die gesundheitlichen Gefahren immer deutlicher wurden, begannen viele Länder, darunter auch Österreich, den Einsatz von Asbest zu verbieten. Der Rückbau asbesthaltiger Materialien ist jedoch aufwendig und teuer, was dazu führt, dass Asbest weiterhin eine Bedrohung darstellt.
Während Österreich bereits früh Maßnahmen zur Eindämmung der Asbestgefahr ergriff, ist die Situation in Deutschland und der Schweiz ähnlich. Beide Länder haben strenge Vorschriften für den Umgang mit Asbest und setzen auf umfassende Sanierungsprogramme. In Deutschland beispielsweise sind viele öffentliche Gebäude, wie Schulen und Krankenhäuser, mittlerweile asbestfrei. Die Schweiz hat ebenfalls umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Exposition der Bevölkerung zu minimieren.
Die aktuellen Messungen im Burgenland zeigen, dass besonders sensible Bereiche wie Spielplätze und Parks von der Asbestbelastung betroffen sein könnten. Dies stellt ein erhebliches Risiko für Kinder dar, die dort spielen. Herwig Schuster von Greenpeace Österreich betont, dass das Vorsorgeprinzip besonders hier angewendet werden muss. Eltern und Betreuer sind besorgt über die potenzielle Gesundheitsgefährdung, und es wird gefordert, dass die betroffenen Stellen schnellstmöglich saniert werden.
Die genauen Messwerte, die Greenpeace fordert, sind entscheidend für eine transparente Bewertung der Lage. Ohne die Veröffentlichung dieser Daten bleibt die Diskussion über das tatsächliche Risiko spekulativ. Bisherige Kurzzeitmessungen sind aufgrund der feuchten Wetterbedingungen nicht aussagekräftig genug, um eine Entwarnung zu geben. Langzeitmessungen unter trockenen Bedingungen sind notwendig, um ein realistisches Bild zu erhalten.
Greenpeace fordert das Burgenland auf, alle Messwerte und Testbedingungen offenzulegen. Dies umfasst auch Details darüber, ob bei den Tests Stürze simuliert wurden, die Asbestfasern freisetzen könnten. Ohne diese Informationen bleibt die Gefahr unklar, und die Bevölkerung kann nicht ausreichend geschützt werden.
Die langfristige Lösung des Asbestproblems erfordert umfassende Sanierungsmaßnahmen und eine kontinuierliche Überwachung der Luftqualität. Die österreichische Regierung muss sicherstellen, dass alle potenziell gefährlichen Asbeststellen identifiziert und beseitigt werden. Dies erfordert nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch ein hohes Maß an Engagement von Politik und Verwaltung.
Zusammenfassend bleibt die Asbestbelastung im Burgenland ein ernstes Problem, das sofortige Maßnahmen erfordert. Die Gesundheit der Bürger, insbesondere der Kinder, muss oberste Priorität haben. Die Veröffentlichung der vollständigen Messdaten und die Durchführung weiterer Tests sind unerlässlich, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
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