Am 23. Januar 2026 wird ein bedeutendes Kapitel der österreichischen Musikgeschichte geschlossen. Der Grenzlandchor Arnoldstein, eine Legende der Kärntner Musikszene, geht nach fast acht Jahrzehnten auf eine große Abschiedstour. Diese Nachricht zieht nicht nur in Kärnten, sondern in ganz Österreich
Am 23. Januar 2026 wird ein bedeutendes Kapitel der österreichischen Musikgeschichte geschlossen. Der Grenzlandchor Arnoldstein, eine Legende der Kärntner Musikszene, geht nach fast acht Jahrzehnten auf eine große Abschiedstour. Diese Nachricht zieht nicht nur in Kärnten, sondern in ganz Österreich weite Kreise. Der Chor, bekannt für seine mitreißenden Auftritte und seine Rolle als musikalischer Botschafter, verabschiedet sich mit einer emotionalen Dokumentation im ORF, die am 25. Januar 2026 ausgestrahlt wird.
Gegründet im Jahr 1947 von Gretl Komposch, entstand der Grenzlandchor Arnoldstein in einer Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg formte Komposch einen gemischten Chor, der sich schnell als kulturelle Brücke zwischen Kärnten, Italien und dem damaligen Jugoslawien etablierte. Die geografische Lage Arnoldsteins am Schnittpunkt dieser Kulturen prägte den Chor und trug zu seiner einzigartigen musikalischen Vielfalt bei.
Der Begriff „Grenzlandchor“ steht für die Verbindung über kulturelle und nationale Grenzen hinweg. In den frühen Jahren war der Chor ein Symbol für die Versöhnung und den kulturellen Austausch in einer Region, die von Konflikten gezeichnet war. Die Musik des Chores, geprägt von Kärntner Volksliedern und internationalen Einflüssen, fand schnell Anklang bei einem breiten Publikum.
Der Grenzlandchor Arnoldstein erlangte internationale Bekanntheit durch seine Auftritte auf allen Kontinenten. Besonders in Erinnerung bleiben die Konzerte in der Royal Albert Hall in London sowie in Südafrika, Südamerika und Australien. Diese Auftritte trugen nicht nur zur Verbreitung der Kärntner Musik bei, sondern auch zur Förderung des internationalen kulturellen Austauschs.
Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte des Chores war die enge Zusammenarbeit mit Heinz Conrads, einer österreichischen Entertainer-Legende. Diese Verbindung öffnete dem Chor die Türen zu großen Fernsehshows und machte ihn zu einem festen Bestandteil der österreichischen Medienlandschaft.
Der Grenzlandchor Arnoldstein hat nicht nur die Musikkultur in Kärnten geprägt, sondern auch einen bedeutenden Einfluss auf die internationale Chorszene ausgeübt. Der Chor diente vielen anderen Chören als Vorbild und inspirierte zahlreiche Musiker weltweit. Die Fähigkeit des Chores, Musik als verbindendes Element zwischen verschiedenen Kulturen zu nutzen, ist ein Vermächtnis, das weit über die Grenzen Österreichs hinausreicht.
In Kärnten selbst hat der Chor wesentlich zur Erhaltung und Förderung der regionalen Musiktraditionen beigetragen. Durch seine Konzerte und Auftritte wurde das kulturelle Erbe Kärntens einem breiten Publikum zugänglich gemacht und wertgeschätzt.
Trotz seiner Erfolge sah sich der Grenzlandchor Arnoldstein in den letzten Jahren mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Der Mangel an Nachwuchs und die gesundheitlichen Probleme einiger Mitglieder führten letztlich zur Entscheidung, den Chor aufzulösen. Diese Entscheidung fiel den Mitgliedern nicht leicht, doch sie war notwendig, um das Erbe des Chores in Würde zu bewahren.
Die Dokumentation „Erlebnis Österreich“ aus dem ORF-Landesstudio Kärnten beleuchtet die letzten Tage des Chores und bietet einen bewegenden Einblick in die Geschichte und die Erfolge dieser musikalischen Institution. Die Zuschauer können sich auf emotionale Momente und die bekanntesten Lieder des Chores freuen.
Die Auflösung des Grenzlandchors Arnoldstein markiert das Ende einer Ära, doch sein Erbe wird weiterleben. Die Musik und die Botschaft des Chores werden in den Herzen der Menschen weiterklingen und zukünftige Generationen inspirieren. Die Dokumentation des ORF trägt dazu bei, die Erinnerungen an den Chor lebendig zu halten und seine Bedeutung für die österreichische Musikkultur zu würdigen.
ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard betont die Bedeutung des Chores als verbindendes Element und kulturelles Erbe Kärntens. Sie sieht es als Aufgabe des Landesstudios, solchen kulturellen Leistungen Raum zu geben und sie für die Zukunft zu bewahren. Der Abschied des Chores ist nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang für die Erhaltung und Weitergabe der Kärntner Musiktraditionen.
Der Grenzlandchor Arnoldstein hat gezeigt, wie Musik Menschen verbinden kann, und hinterlässt ein bleibendes Vermächtnis, das auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Die Dokumentation ist ein würdiger Abschied und ein Aufruf, die kulturelle Vielfalt zu schätzen und zu bewahren.