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Grüne fordern Ersatzbusse für NÖ-Pendler bei Stammstrecken-Sperre

22. März 2026 um 08:48
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250.000 Menschen nutzen täglich die Bahnstrecke zwischen Wien Praterstern und Hauptbahnhof – eine der wichtigsten Verkehrsadern Österreichs. Wenn diese Stammstrecke gesperrt wird, droht laut den Gr

250.000 Menschen nutzen täglich die Bahnstrecke zwischen Wien Praterstern und Hauptbahnhof – eine der wichtigsten Verkehrsadern Österreichs. Wenn diese Stammstrecke gesperrt wird, droht laut den Grünen im niederösterreichischen Landtag ein Verkehrschaos in der Bundeshauptstadt. Am Donnerstag bringen sie deshalb einen Antrag ein, der bessere Lösungen für niederösterreichische Pendlerinnen und Pendler fordert.

Landtagsantrag soll Pendler-Chaos verhindern

Landtagsabgeordneter Georg Ecker, Verkehrssprecher der Grünen Niederösterreich, warnt vor den Folgen der geplanten Stammstrecken-Sperre: „Derzeit ist geplant, dass sich 250.000 Menschen, die täglich dort unterwegs sind, im Wesentlichen auf wenige U-Bahnen und Straßenbahn-Linien verteilen sollen. Das wird alleine nicht funktionieren und im Chaos in den Stationen und Zügen enden." Die Grünen fordern daher ein durchdachtes Ersatzbussystem, das bereits in Niederösterreich ansetzt und die Pendler ohne Zwischenstopps zu den wichtigsten Wiener Knotenbahnhöfen bringt.

Petition sammelt Unterschriften für besseren Schienenersatzverkehr

Parallel zum Landtagsantrag hat Ecker eine Online-Petition unter pendeln-in-noe.at gestartet. Das Ziel: Genügend öffentlichen Druck aufzubauen, damit Landes- und Bundespolitik ein effizientes Ersatzangebot schaffen. Die Petition richtet sich speziell an Pendlerinnen und Pendler aus Niederösterreich, die täglich auf die Stammstrecke angewiesen sind.

Hintergründe zur Wiener Stammstrecke

Die Stammstrecke zwischen Wien Praterstern und Hauptbahnhof gilt als Herzstück des österreichischen Bahnverkehrs. Sie verbindet nicht nur die beiden wichtigsten Wiener Bahnhöfe, sondern ist auch die zentrale Achse für Pendlerverkehr aus ganz Österreich. Über diese Strecke fahren täglich Züge aus allen Richtungen: vom Waldviertel über das Weinviertel bis hin zu den südlichen Bezirken Niederösterreichs. Auch internationale Verbindungen nutzen diese Route.

Sperren der Stammstrecke sind in der Vergangenheit immer wieder zu logistischen Herausforderungen geworden. Bei Bauarbeiten oder technischen Problemen müssen hunderttausende Fahrgäste auf alternative Routen ausweichen. Die ÖBB setzen dann üblicherweise auf Schienenersatzverkehr mit Bussen sowie auf die Nutzung der Wiener Linien als Ersatz.

Vergleich mit anderen Großstädten

Ähnliche Herausforderungen kennen auch andere Metropolregionen. In München beispielsweise führten Stammstrecken-Sperren wiederholt zu überfüllten S-Bahnen und chaotischen Zuständen an den Bahnhöfen. Die Münchner Verkehrsbetriebe reagierten mit einem ausgeweiteten Bus- und U-Bahn-Angebot sowie speziellen Express-Buslinien für Pendler aus dem Umland.

In der Schweiz haben die SBB bei ähnlichen Situationen frühzeitig auf regionale Kooperationen gesetzt. Kantonsübergreifende Lösungen mit koordinierten Busverbindungen haben sich dort als erfolgreich erwiesen. Genau solche Ansätze fordern nun auch die Grünen in Niederösterreich.

Konkrete Auswirkungen für niederösterreichische Pendler

Für die tausenden Berufspendler aus Niederösterreich bedeutet eine Stammstrecken-Sperre ohne adäquaten Ersatz massive Probleme im Alltag. Ein Beispiel: Pendler aus St. Pölten, die normalerweise direkt zum Hauptbahnhof fahren, müssten bei einer Sperre am Praterstern aussteigen und dann mit überfüllten U-Bahnen weiterfahren. Dies würde nicht nur die Fahrzeit erheblich verlängern, sondern auch zu gefährlichen Situationen durch Überfüllung führen.

Besonders betroffen wären Berufstätige aus dem Waldviertel und Weinviertel, deren Züge normalerweise über die Stammstrecke nach Wien fahren. Ohne direkte Busverbindungen müssten sie komplizierte Umsteigeverbindungen in Kauf nehmen, die ihre tägliche Pendelzeit um 30 bis 60 Minuten verlängern könnten.

Wirtschaftliche Folgen für Unternehmen

Auch die Wirtschaft wäre von einer unzureichend organisierten Stammstrecken-Sperre betroffen. Viele Unternehmen in Wien sind auf pünktliche Mitarbeiter aus Niederösterreich angewiesen. Verspätungen und Ausfälle durch überlastete Ersatzverkehrsmittel könnten zu Produktivitätsverlusten führen. Einige Firmen könnten sich gezwungen sehen, vorübergehend auf Homeoffice-Modelle zu setzen oder flexible Arbeitszeiten einzuführen.

Der Grüne Lösungsvorschlag im Detail

Das von Ecker vorgeschlagene Buskonzept sieht vor, dass Busse bereits in niederösterreichischen Gemeinden Pendler aufgreifen und sie ohne Zwischenstopps direkt zu den wichtigsten Wiener Bahnhöfen bringen. Konkret soll der Norden Niederösterreichs mit dem Hauptbahnhof verbunden werden, während der Süden und Südosten direkt zum Praterstern fahren sollen.

„Damit soll ein einfach nutzbares Zusatzangebot für die Niederösterreicher:innen geschaffen werden, das zusätzlich die U-Bahns und auch Straßen in und rund um Wien entlastet

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