Winterdienst gefährdet Stadtbäume: Umweltsprecherin Wirnsberger verlangt höhere Strafen für Verstöße gegen Streuverordnung
Nach Berichten über illegale Salzstreuung im Wiener Arsenal fordern die Grünen mehr Kontrollen und empfindlichere Strafen zum Schutz von Bäumen und Grünflächen.
Der aktuelle Wintereinbruch in Wien hat eine Debatte über den Einsatz von Streusalz neu entfacht. Anlass sind Berichte über großflächige Salzstreuung im Bereich des Arsenals, die Bäume und Grünflächen gefährden soll. Die Grünen Wien nehmen dies zum Anlass, verstärkte Kontrollen und höhere Strafen bei Verstößen gegen die geltende Winterdienst-Verordnung zu fordern.
Die Wiener Winterdienst-Verordnung enthält klare Regeln zum Schutz von Vegetation: Im Umkreis von zehn Metern zu unversiegelten Bodenflächen ist die Verwendung von Streusalz grundsätzlich untersagt – sofern keine baulichen Trennungen wie Mauern oder Bordsteine vorhanden sind. Diese Regelung soll verhindern, dass das aggressive Salz in den Boden gelangt und dort Pflanzen schädigt.
In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass diese Vorschriften nicht konsequent eingehalten werden. Der aktuelle Fall im Arsenal reiht sich in eine Serie von Beschwerden ein, die regelmäßig beim Wiener Stadtgartenamt eingehen.
Die Grüne Umweltsprecherin Tina Wirnsberger erklärt die Problematik: „Salzstreuung verursacht nachhaltige Baumschäden, denn sie stört den Wasserhaushalt und kann Trockenstress auslösen, der zu vorzeitigem Laubfall, Verfärbungen und zum Absterben ganzer Pflanzenteile führt."
Die Schäden durch Streusalz an Bäumen sind vielfältig und oft erst mit zeitlicher Verzögerung sichtbar:
Besonders problematisch ist, dass die Auswirkungen oft erst Jahre später in vollem Umfang sichtbar werden. Ein Baum, der im Winter mit Salzwasser in Kontakt kommt, kann im folgenden Sommer unter extremem Trockenstress leiden – selbst bei ausreichend Niederschlag.
Neben der Vegetation leiden auch Tiere unter dem übermäßigen Salzeinsatz. „Auch bei Hunden verursacht Streusalz wunde Pfoten und Schmerzen