In den letzten Tagen hat ein brisantes Thema in Österreich für Aufsehen gesorgt: Der Abschuss von Haustieren durch Jäger. Am 22. Januar 2026 berichtete Tierschutz Austria über zwei erschossene Hunde, was eine Welle der Empörung und eine Petition mit über 10.000 Unterschriften auslöste. Die zentrale
In den letzten Tagen hat ein brisantes Thema in Österreich für Aufsehen gesorgt: Der Abschuss von Haustieren durch Jäger. Am 22. Januar 2026 berichtete Tierschutz Austria über zwei erschossene Hunde, was eine Welle der Empörung und eine Petition mit über 10.000 Unterschriften auslöste. Die zentrale Frage lautet: Wie kann es sein, dass Haustiere in Österreichs Jagdgebieten nicht ausreichend geschützt sind?
Das österreichische Jagdrecht, das in Teilen noch aus dem 19. Jahrhundert stammt, erlaubt den Abschuss von Haustieren in fast allen Jagdgebieten des Landes. Dies betrifft etwa 98 % der Landesfläche. In Bundesländern wie Niederösterreich ist der Abschuss unter bestimmten Bedingungen sogar verpflichtend. Diese Regelungen stehen nun im Kreuzfeuer der Kritik, da sie mit den heutigen ethischen und gesellschaftlichen Vorstellungen kaum noch vereinbar sind.
Der Begriff 'Jagdrecht' bezeichnet die gesetzliche Regelung, die das Jagen von Wildtieren und, in manchen Fällen, auch von Haustieren erlaubt. In Österreich ist das Jagdrecht Ländersache, was bedeutet, dass jedes Bundesland eigene Regelungen hat. Ein weiterer wichtiger Begriff ist 'Lebendfalle', eine Vorrichtung, die Tiere lebendig fängt. Während in Oberösterreich und Tirol der Abschuss nach Fang in solchen Fallen erlaubt ist, zeigt der Fall der Katze Peach, wie problematisch diese Praxis sein kann.
Historisch gesehen, wurde das Jagdrecht in Österreich zu einer Zeit etabliert, als Haustiere in der Gesellschaft eine andere Rolle spielten. Heute jedoch gehören Hunde und Katzen zur Familie und ihre Sicherheit ist von großer Bedeutung. Die aktuellen Gesetze, die Haustiere nicht ausreichend schützen, basieren auf Normen, die dem heutigen Mensch-Tier-Verhältnis widersprechen. Ein Rechtsgutachten von Univ.-Prof.in Dr.in Erika Wagner aus dem Jahr 2025 bestätigt, dass der Abschuss von Haustieren verfassungswidrig und ethisch nicht vertretbar ist.
Im Vergleich zu Österreich haben Länder wie Deutschland und die Schweiz strengere Regelungen, die den Abschuss von Haustieren weitgehend verbieten. In Frankreich ist die Jagd unter Alkoholeinfluss seit 2023 verboten, ein Beispiel für eine fortschrittliche Gesetzgebung. Diese internationalen Standards zeigen auf, dass Österreichs Jagdrecht dringend reformiert werden muss.
Die Auswirkungen des aktuellen Jagdrechts auf Haustierbesitzer sind gravierend. Der Fall des Bordercollies Cooper und der Hündin Bailey, die trotz Warnwesten erschossen wurden, zeigt die Gefahren für Haustiere. Diese Vorfälle haben nicht nur die betroffenen Familien erschüttert, sondern auch eine breite Diskussion über die Sicherheit von Haustieren in Österreich ausgelöst. Die Forderung nach einem Verbot des Haustierabschusses und psychologischen Eignungstests für Jäger:innen steht im Raum.
Statistiken zeigen, dass jährlich mehrere Haustiere in Österreichs Jagdgebieten getötet werden. Die Petition von Tierschutz Austria, die innerhalb von sieben Tagen über 10.000 Unterschriften sammelte, unterstreicht das öffentliche Interesse an einer Reform. Die Forderung nach einem strikten Alkoholverbot bei der Jagd und verbindlichen Alkoholtests wird von vielen als notwendiger Schritt angesehen, um die Sicherheit zu erhöhen.
Die Zukunft des Jagdrechts in Österreich hängt von der politischen Bereitschaft ab, Veränderungen umzusetzen. Tierschutz Austria fordert umfassende Reformen, darunter ein ausdrückliches Verbot des Haustierabschusses und strengere Kontrollen der Jäger:innen. Diese Maßnahmen könnten nicht nur die Sicherheit der Haustiere, sondern auch das Vertrauen der Bürger:innen in die Jagdgesetze stärken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuelle Debatte um das Jagdrecht in Österreich ein dringendes gesellschaftliches Problem aufzeigt. Ein veraltetes Rechtssystem, das nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, muss reformiert werden. Die Petition und die breite Unterstützung der Bevölkerung sind ein klares Signal an die Politik, jetzt zu handeln.
Unterstützen Sie die Petition von Tierschutz Austria und setzen Sie sich für die Sicherheit unserer Haustiere ein. Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.