Am 26. Jänner 2026 fand in Wien eine bedeutende Klausur der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) statt, die sich der Zukunft der Imam- und Seelsorgearbeit widmete. Diese Veranstaltung markiert einen entscheidenden Schritt in der Weiterentwicklung der Ausbildungsstrukturen für Imame
Am 26. Jänner 2026 fand in Wien eine bedeutende Klausur der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) statt, die sich der Zukunft der Imam- und Seelsorgearbeit widmete. Diese Veranstaltung markiert einen entscheidenden Schritt in der Weiterentwicklung der Ausbildungsstrukturen für Imame in Österreich. Bereits im Dezember 2024 wurde eine Fachtagung abgehalten, die den Grundstein für die aktuellen Diskussionen legte. Die Klausur zog VertreterInnen aller Kultusgemeinden, zahlreiche Imame sowie WissenschaftlerInnen aus Wien und Innsbruck an.
Im Zentrum der Diskussionen standen die Herausforderungen, denen sich die muslimischen Gemeinden in Österreich gegenübersehen. Dazu gehören ausreichende Deutschkenntnisse, finanzielle Rahmenbedingungen und die Notwendigkeit klarer struktureller Zuständigkeiten. Ein zentrales Anliegen ist die Verankerung einer Imam-Ausbildung in Österreich, um den geistlichen Nachwuchs zu sichern.
Die Ausbildung von Imamen hat in Österreich eine wechselvolle Geschichte. In den letzten Jahrzehnten wurde sie oft im Ausland absolviert, was zu Herausforderungen in Bezug auf kulturelle und sprachliche Anpassung führte. Die IGGÖ hat erkannt, dass eine lokal verankerte Ausbildung notwendig ist, um den spezifischen Bedürfnissen der österreichischen Muslime gerecht zu werden. Dies spiegelt den Trend wider, den auch Deutschland und die Schweiz verfolgen, wo ähnliche Initiativen gestartet wurden.
In Deutschland wurde 2010 mit der Einrichtung von Islamischen Theologiezentren an Universitäten ein wichtiger Schritt zur Imam-Ausbildung unternommen. Die Schweiz folgte 2016 mit einem Pilotprojekt, das auf die Integration von Imamen in die lokale Gesellschaft abzielt. Österreich steht nun vor der Herausforderung, ein eigenes Modell zu entwickeln, das den spezifischen Anforderungen des Landes gerecht wird.
Die Auswirkungen einer in Österreich verankerten Imam-Ausbildung sind vielfältig. Für die muslimischen Gemeinden bedeutet dies eine stärkere Integration und eine bessere Anpassung der religiösen Praxis an die österreichische Gesellschaft. Ein konkretes Beispiel ist die Rolle der Imame als Vermittler zwischen unterschiedlichen Lebenswelten und als Ansprechpartner im Dialog mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Derzeit gibt es in Österreich etwa 600.000 Muslime, die von rund 400 Imamen betreut werden. Die IGGÖ plant, diese Zahl durch eine verstärkte Ausbildung in Österreich zu erhöhen, um den wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden. Eine lokale Ausbildung könnte auch die Kosten senken und die Qualität der Ausbildung verbessern.
Bis Ende 2026 sollen konkrete Vorschläge für ein zeitgemäßes Berufsprofil und die strukturellen Rahmenbedingungen erarbeitet werden. Arbeitsgruppen werden eingerichtet, um den Prozess gemeinsam mit den Kultusgemeinden und der Wissenschaft fortzuführen. Die IGGÖ plant, die Ausbildung an Universitäten und Fachhochschulen zu integrieren, um einen hohen Bildungsstandard zu gewährleisten.
Die Klausur der IGGÖ zur Imam-Ausbildung in Österreich ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der muslimischen Gemeinschaft und zur Förderung der Integration. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die geplanten Maßnahmen umzusetzen. Interessierte können sich auf weitere Informationen auf der Website der IGGÖ freuen.